In der 2. Klasse Ost feierte der SV Reichraming gegen den SV Garsten Juniors einen 4:2-Heimsieg. Der Abend bot alles: die Führung, ein klares 2:0 zur Pause, den heftigen Garstner Ausgleich und eine späte Antwort der Hausherren. Matchwinner war Manuel Schink mit drei Treffern, den Unterschied sah Trainer Reinhard Seiler aber vor allem im Kopf: „Entscheidend war, dass wir nach dem 2:2 nicht zusammengebrochen sind.“

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Reichraming erwischte den besseren Beginn und nutzte seine zweite Chance eiskalt: In Minute 24 stellte Manuel Schink auf 1:0. Der Plan der Hausherren griff, sie agierten diszipliniert und blieben gefährlich. Kurz vor der Pause legte Michael Hohlrieder nach (43.) – 2:0, eine klare Pausenführung. Trainer Reinhard Seiler fasste die erste Hälfte so zusammen: „Wir haben sehr gut angefangen. Es waren Chancen auf beiden Seiten, aber wir sind mit der zweiten Chance in Führung gegangen und haben taktisch sehr gut gespielt.“ Nach dem Seitenwechsel kam Garsten mit viel Schwung aus der Kabine. Der Favorit im Titelrennen drückte 15 Minuten gewaltig und belohnte sich: Alexander Alfred Straßer traf in der 56. Minute zum 2:1 und legte in der 68. Minute das 2:2 nach. Die Partie war plötzlich wieder offen.
Genau hier lag laut Seiler der Schlüssel. „Wichtig war, dass wir nach dem 2:2 nicht zusammengebrochen sind. Wir haben diese Viertelstunde mit den Garstner Angriffen überstanden und uns wieder gefangen.“ Reichraming schüttelte sich, fand zurück in die Ordnung und kam wieder zu Aktionen. „Kurz davor hatten wir schon die Chance aufs 3:2“, bemerkte Seiler, ehe es in Minute 84 tatsächlich passierte: Manuel Schink staubte zum 3:2 ab und stellte die Weichen auf Heimsieg. In der Nachspielzeit setzte derselbe Mann den Deckel drauf – 4:2 (90+2). Besonders freute den Coach, dass die Joker zündeten: „Der dritte und vierte Treffer wurden jeweils von Einwechselspielern vorbereitet. Großes Lob – die Bank hat der Qualität keinen Abbruch getan.“
Dass dieser Sieg Arbeit war, machte Seiler an der Stärke des Gegners fest. „Garsten hat sehr gute technische Spieler im Mittelfeld und schnelle Außen. Ihre Pässe in die Tiefe sind immer sehr gefährlich“, erklärte er. Seine Hintermannschaft bestand die heikelsten Momente mit Routine: „Ich habe zwei erfahrene Innenverteidiger, die sehen das Gott sei Dank schon vorher. Die Kompaktheit war ein kleiner Schlüssel, um die starken Bälle zu entschärfen.“ Kurz vor dem 4:2 gab es noch eine strittige Szene wegen eines vermuteten Handspiels, doch Seiler nahm es sportlich: „Das war ganz zum Schluss. Es hätte am Ergebnis wohl nichts geändert.“ Ein Extra-Lob ging an den Unparteiischen: „Der Schiedsrichter war sehr in Ordnung und hat gepfiffen, was war.“
In der Tabelle rangiert Garsten nach 20 Runden mit 42 Punkten auf Platz drei, der Rückschlag tut im Meisterkampf weh – das sah auch Seiler so: „Für Garsten ist das bitter, ihnen gehen im Titelkampf die drei Punkte ab – aber das ist nicht mein Problem.“ Reichraming klettert mit nun 23 Zählern auf Rang zehn und zieht Selbstvertrauen aus diesem Abend. „Die kompakte Mannschaftsleistung – von der Startelf bis zur Bank – war zu hundert Prozent da. Jeder kämpft für jeden“, betonte der Coach. Mit einem Schmunzeln hielt er noch eine Kuriosität fest: Auf beiden Seiten liefen insgesamt fünf Spieler namens Straßer auf.