Spielberichte

„Ein tolles Frühjahr mit ein, zwei Schönheitsfehlern.“ – Fabian Musenbichler ordnet die Lage bei SV Losenstein ein

SV Losenstein

Beim 2. Klasse Ost-Fünften SV Losenstein fällt die Sommer-Bilanz nach 26 Runden durchaus ordentlich aus. Mit 40 Punkten und Rang fünf hat sich die Mannschaft im Frühjahr nach vorne gearbeitet, auch wenn laut Sportlichem Leiter Fabian Musenbichler mehr möglich gewesen wäre. Neben dieser sportlichen Einordnung stehen ein Trainerwechsel, zwei Abgänge im Mittelfeld und viel Hoffnung auf den eigenen Nachwuchs im Mittelpunkt.

Spieler holt zum Eckball aus

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Ein Frühjahr mit vielen ordentlichen Auftritten

Fabian Musenbichler blickt auf die zweite Saisonhälfte insgesamt positiv zurück, ohne die Dinge schönzureden. "Das Frühjahr war gut", sagt der Sportliche Leiter, und er begründet das auch klar. "Wir haben bei so gut wie allen Spielen mithalten können." Gerade dieser Satz beschreibt die Losensteiner Monate recht gut, denn die Mannschaft hat sich in der Tabelle Schritt für Schritt nach oben gearbeitet und die Saison schließlich auf Platz fünf beendet. Musenbichler hebt dabei auch hervor, dass seine Mannschaft gerade gegen stärkere Gegner oft einen guten Eindruck hinterlassen hat. "Gegen stärkere Gegner haben wir uns vermeintlich leichter getan", sagt er. Dass Losenstein in der Schlussphase unter anderem Union Großraming mit 3:1 und Maria Neustift mit 6:3 schlagen konnte, passt zu dieser Einschätzung. Gleichzeitig blieb aber das Gefühl, dass noch mehr drinnen gewesen wäre, weil nicht jede ordentliche Leistung auch in Zählbares umgemünzt werden konnte.

Warum trotz Rang fünf ein kleiner Nachgeschmack bleibt

Genau an diesem Punkt setzt auch die kritischste Aussage von Musenbichler an. "Wir haben leider auch unnötige Punkte liegen lassen", sagt er. Der Blick auf die letzten Wochen unterstreicht das. Neben den angesprochenen Siegen gab es auch Niederlagen gegen SV Reichraming und SV GW Micheldorf Juniors. Losenstein war also nicht weit weg von einer noch besseren Endplatzierung, hat sich aber nicht in jeder Phase dafür belohnt. Es geht dabei nicht um ein grundsätzliches Problem, sondern eher um die Frage, wie man gute Phasen konsequenter in Punkte umwandelt. Dass Losenstein von Runde 15 bis zum Saisonende den Sprung aus dem Mittelfeld auf Rang fünf geschafft hat, zeigt jedenfalls, dass die Richtung im Frühjahr gestimmt hat.

Neuer Trainer, keine Neuzugänge, zwei Abgänge im Zentrum

Im Sommer wird es bei SV Losenstein nun auch personell Veränderungen geben, und die betreffen zuerst die Seitenlinie. Werner Müller übernimmt die Mannschaft und löst den bisherigen Coach Sebastian Schmidthaler  ab, der laut Musenbichler aus privaten Gründen zurückgetreten ist. Auch bei der Reserve gibt es eine neue Besetzung. Jan Grossauer übernimmt und steht Werner Müller als Co-Trainer zur Verfügung. Im Kader selbst bleibt die Bewegung überschaubar, jedoch sind die zwei Abgänge alles andere als leicht zu verkraften. Im zentralen Mittelfeld verlassen mit Simon Arthofer und Elias Caliskan zwei Stammspieler den Verein. "Es ist natürlich extrem bitter, gerade nach einer nicht allzu schlechten Saison zwei talentierte junge Spieler hergeben zu müssen. Wir hätten sie gerne noch einige Zeit bei uns gehabt. Aber wir kennen auch unsere Stärken und zählen voll auf die nachrückenden Spieler aus unserem Nachwuchs und der Reserve", fasst er zusammen.

Der Nachwuchs soll die Lücken schließen 

Gerade deshalb richtet sich der Blick in Losenstein stark auf die eigenen jungen Spieler. "Wir bekommen heuer wieder vier junge Spieler aus der U16 in die Kampfmannschaft und Reserve, die extrem motiviert sind", sagt er. "Wir haben viele talentierte junge Spieler in unseren Reihen. Unsere Aufgabe wird sein, sie nach und nach in die Reserve und Kampfmannschaft zu führen. Das wäre ohne unserer tollen Nachwuchsarbeit nicht möglich. Diese Aussage ist für die kommenden Monate wohl einer der wichtigsten Punkte überhaupt, weil damit auch die Richtung des Vereins beschrieben wird. Große externe Verstärkungen gibt es nicht, stattdessen soll die nächste Generation Verantwortung übernehmen und die durch Abgänge entstehenden Lücken schließen. Solange Losenstein es schafft, die Talente in ihren eigenen Reihen zu halten. "Fußball ist auch im Unterhaus schnelllebiger geworden. Viele umliegende Vereine werben um die Talente der Region, teilweise schon bevor die Jungs überhaupt einmal in der Kampfmannschaft gespielt haben. Unsere gute Arbeit bleibt natürlich nicht verborgen, das ist uns bewusst. Aber genau da müssen wir uns etwas überlegen, wie wir die Jungs länger in unseren Reihen halten", sieht Musenbichler als wichtigste Aufgabe für den Verein. Dazu passt auch sein Blick auf Maria Neustift. Für ihn ist es jener Verein, der zuletzt am meisten beeindruckt hat. "Maria Neustift hat über die letzten Jahre extrem gut gearbeitet, ihre Spieler beisammen gehalten und sich den Aufstieg schwer verdient." Zwischen den Zeilen ist das auch ein Hinweis darauf, welchen Weg man in Losenstein selbst gehen möchte: kontinuierlich arbeiten, junge Spieler nachziehen und aus einer ordentlichen Basis den nächsten Schritt machen.