In der 2. Klasse Süd hat SK Kammer 1b die Saison auf Rang sieben mit 39 Punkten beendet. Für Trainer Thomas Haslinger ist das aber nur ein Teil der Wahrheit. Er spricht von einer "sehr durchwachsenen" Rückrunde, verweist zugleich auf den Umbruch im Winter und auf eine Mannschaft, die jünger geworden ist und sich spielerisch klar weiterentwickelt hat. Genau daran soll in den nächsten Wochen angeknüpft werden.

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Der Blick auf die nackten Zahlen zeigt eine Saison mit mehreren Ausschlägen. SK Kammer 1b war zwischenzeitlich schon auf Rang drei zu finden, hielt sich lange im oberen Mittelfeld und pendelte in den letzten Runden zwischen Platz sechs und sieben. Auch die jüngsten Ergebnisse passen zu Haslingers Einordnung: Siegen gegen ASKÖ Ebensee, FC ASKÖ Pinsdorf und Gschwandt 1b standen Niederlagen gegen TSV Timelkam und SK Polar Neukirchen/A. gegenüber. Genau diese Mischung meint der Trainer, wenn er sagt: "Punktetechnisch war es eine sehr durchwachsene Saison, mal mit Höhen, mal mit Tiefen." Für ihn endet die Bewertung aber nicht bei den Resultaten. Im Winter wurde ein Umbruch eingeleitet, dazu kamen Ausfälle, und deshalb ging seine Mannschaft "relativ jung in die Rückrunde". Dass unter diesen Voraussetzungen nicht jede Phase stabil verlaufen ist, überrascht aus seiner Sicht nicht. Entscheidend ist für Haslinger vielmehr, dass sich die Mannschaft in diesem Prozess nicht verloren, sondern weiterentwickelt hat.
Gerade diesen Fortschritt hebt der Trainer mehrfach hervor. "Spielerisch haben wir uns sehr gut entwickelt", sagt Haslinger, und er verbindet das mit dem Eindruck, dass seine Mannschaft in vielen Partien näher an Punkten dran war, als es die Tabelle vielleicht vermuten lässt. "Das eine oder andere Mal haben wir unglücklich verloren oder waren knapp dran, wo wir auch den Sieg oder ein Unentschieden hätten holen können", erklärt er. Das ist für seine Rückschau ein wichtiger Punkt, weil er das Leistungsbild nicht auf einzelne Endstände reduziert. Selbst die 0:6-Niederlage gegen TSV Timelkam ordnet er in diesem Sinn ein. "Im Prinzip hatten wir gegen keinen Gegner das Gefühl, klar die schlechtere Mannschaft zu sein, auch wenn wir gegen Timelkam 0:6 verloren haben." Haslinger sieht den Unterschied oft in den entscheidenden Phasen. Dort seien andere Mannschaften "brutal effizient" gewesen und hätten sich den Sieg erarbeitet. Für SK Kammer 1b blieb damit mehr als einmal das Gefühl, ordentlich im Spiel gewesen zu sein, sich dafür aber nicht ausreichend belohnt zu haben.
Für den Sommer bleibt die Linie klar. Haslinger will keine Geschichte um einzelne Namen erzählen, sondern um eine Mannschaft, die zusammenwächst. "Wir wollen vom Kollektiv leben", sagt er deutlich. Genau deshalb stellte er auf die Frage nach herausragenden Spielern niemanden in den Vordergrund. Stattdessen geht es darum, "speziell mit den jungen Spielern, die jetzt herangezogen werden, eine Mannschaft zu bilden". Auch bei der Kaderplanung passt dieses Bild dazu. Neue Namen nennt der Trainer nicht, weil eng mit der Kampfmannschaft gearbeitet wird und keine starre Trennung besteht. Was darüber hinaus fehlt, soll aus dem Nachwuchs aufgefüllt werden. Dazu kommen im Sommer auch Veränderungen im Kader, weil ein Spieler seine Karriere beendet und ein weiterer den Verein verlassen hat. Wichtig ist für Haslinger vor allem die Breite. "Im Vordergrund steht eben, eine Kaderbreite zu schaffen", sagt er. Kleinere Blessuren gibt es derzeit noch, doch der Trainer rechnet damit, dass im Laufe der nächsten Woche im Prinzip alle wieder fit sein werden.
Der Ausblick fällt trotz aller Schwankungen selbstbewusst aus. Haslinger kündigt an: "Wir gehen heuer mit einer sehr jungen Truppe ins Rennen." Gerade deshalb soll in der Vorbereitung viel gearbeitet werden. "Wir werden sehr intensiv in der Vorbereitung arbeiten, damit wir für jedes Meisterschaftsspiel alles raushauen können", sagt der Trainer. Der erste Eindruck stimmt ihn dabei positiv. "Die Jungs sind höchst motiviert. Das sieht man schon in den ersten Trainingseinheiten." Sein Zielbild ist klar umrissen: eine junge, fitte und fußballerisch starke Mannschaft, die geschlossen auftritt. In der Liga erwartet er erneut enge Verhältnisse. Neukirchen habe sich "stark verstärkt" und werde vorne mitspielen, dahinter sieht Haslinger aber "ein kompaktes Mittelfeld, wo sich sehr viel ergeben kann". Für SK Kammer 1b heißt das: Die vergangene Saison lieferte genug Hinweise, woran noch gearbeitet werden muss, aber auch genug Argumente dafür, dass der eingeschlagene Weg mit vielen jungen Spielern weiterverfolgt werden soll. Oder, wie es der Trainer selbst zusammenfasst: "Jeder Verein muss seine Hausaufgaben machen."