Nach dem Abstieg aus der 1. Klasse Süd will der ATSV Rüstorf in der 2. Klasse Süd keinen Schnellschuss erzwingen. Stattdessen setzt der Verein auf einen breiteren Kader, mehrere Rückkehrer und einen neuen Trainer. „Der direkte Wiederaufstieg ist nicht zwingend“, sagt Sportchef Harald Wunsch im Gespräch mit Ligaportal. Nach einem Sommer des Neuaufbaus soll vor allem wieder mehr Stabilität einkehren – in der Kampfmannschaft, aber auch mit einer Reserve, die heuer wieder an den Start geht.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Die vergangene Saison ordnet Wunsch vor allem über die personellen Veränderungen ein. „Wir haben in der letzten Saison einen Kaderumbruch gehabt und hatten dadurch eine schwierige Saison vor uns“, sagt er. Mehrere Abgänge hätten die Ausgangslage verschärft, am Ende stand der Gang in die 2. Klasse. „Im Endeffekt hat das aufgrund der Kadersituation mit dem Abstieg geendet, wir haben das aber recht gut abgefangen.“
Damit ist die Richtung für die kommenden Monate klar umrissen: In Rüstorf soll nicht bloß ein Tabellenplatz repariert werden, sondern wieder ein stabiles Fundament entstehen. Der Verein will die Lehren aus der Vorsaison mitnehmen und diesmal personell breiter aufgestellt in die Meisterschaft gehen. Genau darauf liegt auch in der Vorbereitung der Schwerpunkt.
Auf der Bank gibt es einen Neustart. Mit Marco Plümecke übernimmt ein neuer Trainer die Kampfmannschaft. Zusätzlich stellt der Verein heuer wieder eine Reserve, die von Spielertrainer Philipp Stöttinger betreut wird. Gleichzeitig vergisst Wunsch die Vorgänger nicht: Für die Arbeit von Andreas Steinmair, Gregor Preisach und Philipp Rensch spricht er dem bisherigen Trainerteam ausdrücklich seinen Dank aus.
Auch der Kader wurde nach dem Abstieg angepasst. Wunsch betont, dass man bewusst darauf geachtet habe, die Mannschaft breiter zu halten und punktuell nachzuschärfen. Zu den Neuzugängen zählen mehrere Rückkehrer: Florian Stürmer kommt ebenso wieder von Schwanenstadt nach Rüstorf wie Michael Motz. Mit den beiden Rückkehrern wechselte auch Fabian Svager aus Schwanenstadt nach Rüstorf. Simon Scherndl kehrt aus Ohlsdorf zurück, dazu stößt mit Timothy Schmiedel ein weiterer Spieler aus Ohlsdorf dazu, der im Mittelfeld und in der Defensive helfen soll. Auf der Abgangsseite steht laut Wunsch nur Patrick Söllinger, der zum USK St. Michael wechselt. „Wir möchten uns aber auch bei Matthias Ohler, Peter Föttinger und Florian Stöger, die ihre Karriere beendeten, sowie bei allen anderen Spielern, die uns in der letzten, schwierigen Saison unterstützt haben, bedanken.“
In den ersten Einheiten geht es nun darum, aus den neuen und bekannten Gesichtern möglichst rasch eine funktionierende Einheit zu formen. „Wir wollen aus dieser Mannschaft ein funktionierendes Team machen“, sagt Wunsch. Ein erstes kleines Ausrufezeichen gab es bereits im Test gegen Zell/Pettenfirst, in dem die Rüstorfer eine gute Leistung zeigten und klar gewannen.
Die Zielsetzung ist bewusst nüchtern formuliert. In Rüstorf will man sich nicht mit dem sofortigen Wiederaufstieg unter Druck setzen. „Der direkte Wiederaufstieg ist nicht zwingend“, sagt Wunsch. Gleichzeitig bleibt der Anspruch durchaus ambitioniert: „Wir möchten auf jeden Fall schauen, dass wir im vorderen Drittel mitspielen können.“ Für einen Absteiger ist das ein realistischer Zugang – erst die Mannschaft festigen, dann möglichst weit vorne dabei sein.
Ein personelles Thema begleitet den Start allerdings noch: Florian Stürmer wird nach einer Operation vorerst ausfallen, wie lange genau, ist offen. Umso wichtiger wird die Breite des Kaders sein, auf die der Verein in diesem Sommer besonderen Wert gelegt hat.
Dass der ATSV heuer wieder eine Reserve stellt, ist dabei mehr als nur ein Nebenschauplatz. Wunsch sieht darin einen wichtigen Teil der sportlichen Entwicklung. „Wir möchten unsere Jungen, die zuletzt die U16 gebildet haben, in den Erwachsenenfußball eingliedern und so viel wie möglich für die Kampfmannschaft herausbringen.“ Rüstorf verbindet den Neustart nach dem Abstieg also mit einem klaren Aufbaugedanken – vorne mitspielen, aber gleichzeitig wieder eine Basis schaffen, die über eine Saison hinaus trägt.