Spielberichte

„Der Glaube an uns war entscheidend“ – SK Neukirchen/Altünster dreht gegen Regau 0:2-Rückstand zu 3:2-Erfolg

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SK Polar Neukirchen/A.
Union Regau

In der 2. Klasse Süd hat der SK Polar Neukirchen/Altmünster das Spitzenspiel gegen die Union Raika Regau nach einem 0:2 zur Pause mit 3:2 gewonnen. Neo-Trainer Ismir Jamakovic sah seine Mannschaft über weite Strecken als spielerisch bessere Elf und erklärte die Wende vor allem mit Geschlossenheit, Ruhe und ungebrochenem Glauben. Noel Bajnok avancierte mit einem lupenreinen Hattrick nach Seitenwechsel zum Matchwinner.

Spieler rutscht mit Ball auf Rasen

Image by Jörg Struwe from Pixabay

Trotz Übergewicht mit zwei Toren hinten

Der Spielverlauf war aus Sicht der Gastgeber zunächst einer, der nicht zum Ergebnis passen wollte. Jamakovic sprach von einem „erwartet schweren Spiel“, betonte aber auch, dass seine Mannschaft „von Anfang an das Spiel in die Hand genommen und spielerisch dominiert“ habe. Vor allem im Kombinationsspiel habe Neukirchen/A. vieles von dem auf den Platz gebracht, was man sich vorgenommen hatte. Der Trainer gefiel daran, dass seine Mannschaft aus der Abwehr nach vorne immer wieder gute Aktionen aufziehen konnte und dadurch zu klaren Möglichkeiten kam. Nur im Abschluss fehlte vorerst die Belohnung. Dazu kam, dass Regau trotz der längeren Druckphase der Heimischen selbst gefährlich blieb und zu ein bis zwei guten Möglichkeiten kam, die Neukirchens Tormann entschärfte. Dann kippte die erste Hälfte innerhalb weniger Minuten auf der Anzeigetafel: In der 38. Minute brachte Angelo Serdar die Gäste nach einem langen Freistoß mit 1:0 in Führung, kurz darauf legte Arsenije Bogojevic in der 44. Minute das 2:0 nach. Jamakovic sprach in diesem Zusammenhang von einer „kurzen Schockphase“ und einem individuellen Fehler, durch den seine Mannschaft aus seiner Sicht „völlig unverdient“ mit zwei Toren Rückstand in die Pause ging.


Nach der Pause blieb Neukirchen am Drücker

Wichtig war aus Sicht des Trainers, dass seine Mannschaft in der Halbzeit nicht die Linie verlor. „Ich habe versucht, ruhig zu bleiben, weil ich mit unserer Leistung völlig zufrieden war. Nur das Ergebnis hat nicht gepasst“, sagte Jamakovic. Genau diese Ruhe wollte er an seine Spieler weitergeben, weil er das Gefühl hatte, dass Neukirchen/A. die Partie noch drehen könne. Der Start in die zweite Hälfte war dann gleich wieder ein Beleg dafür, dass die Gastgeber sofort da waren: Eine große Chance kurz nach Wiederbeginn blieb ungenützt, doch Jamakovic hob hervor, dass sich seine Mannschaft davon nicht aus der Ruhe bringen ließ. Neukirchen/A. zog das eigene Spiel weiter auf, auch wenn durch das Anrennen hinten naturgemäß Räume aufgingen. Die wurden laut Trainer aber „alle ganz gut geklärt“. In der 74. Minute kam dann endlich die erste Belohnung, als Noel Bajnok auf 1:2 verkürzte. Jamakovic beschrieb die Szene so, dass Kapitän Sebastian Leitner stark durchging und auf Bajnok ablegte. Spätestens damit war der Glaube wieder da. Nur fünf Minuten später stand es 2:2: Nach einem Einwurf, den Regau nicht sauber klären konnte, traf Bajnok in der Drehung zum Ausgleich und brachte die Gastgeber endgültig zurück in die Partie.

Bajnok vollendet Wende, der Trainer hebt Kollektiv hervor

Mit dem Ausgleich war die Partie in ihrer Schlussphase völlig offen. Jamakovic schilderte die letzten Minuten als Phase, in der es „ein bissl hin und her gegangen“ sei, weil beide Mannschaften den Sieg wollten. Die Entscheidung fiel schließlich tief in der Nachspielzeit: Neukirchen/A. schlug noch einmal einen langen Ball auf Noel Bajnok, der laut seinem Trainer ab der Mittellinie durchstartete, alleine vor dem gegnerischen Tormann ruhig blieb und in der 90.+4. Minute das 3:2 erzielte. Damit war der Dreier endgültig gesichert und der Hattrick des Angreifers perfekt. Den entscheidenden Punkt wollte Jamakovic aber ausdrücklich nicht nur an einem Spieler festmachen. „Entscheidend war heute die Geschlossenheit der Mannschaft, der Glaube an uns und dass wirklich jeder alles auf dem Platz gelassen hat“, sagte der Trainer. Gleichzeitig hob er die Qualität seines Dreifachtorschützen hervor und meinte, man sehe bei Bajnok, dass er im Eins-gegen-eins mit dem Tormann „mit seinem technischen Können und seiner Kaltschnäuzigkeit den Unterschied machen kann“. Auch für den Gegner fand Jamakovic anerkennende Worte. Regau sei „ein unangenehmer Gegner“, stehe nicht umsonst auf einem Spitzenplatz und verfüge über eine stabile Abwehr sowie spielerische Lösungen im Zentrum. Diskussionen über die Leitung der Partie wollte er dagegen nicht groß aufmachen: „Die Schiedsrichterleistung war aus meiner Sicht sehr gut.“

Mehr als nur drei Punkte für Tabellenführer

Für den SK Neukirchen war dieser Heimsieg deshalb mehr als nur ein spätes 3:2. Jamakovic sah in der Partie auch eine Bestätigung des Weges, den seine Mannschaft gehen will. „Besonders gut funktioniert hat von Anfang an dieses Kombinationsspiel, das wir immer durchziehen wollen“, sagte er. Dazu kam für ihn etwas, das am Sonntagnachmittag genauso wichtig war wie der Fußball selbst: „Was mich beeindruckt hat, ist die charakterliche und mentale Stärke meiner Mannschaft.“ Genau darin lag für den neuen Trainer letztlich auch der Unterschied zwischen den beiden Teams. Er sprach von einer klaren spielerischen Dominanz über weite Strecken und davon, dass seine Elf zu Hause gezeigt habe, welchen Weg sie einschlagen wolle. In der Tabelle bleibt Neukirchen damit nach sieben Runden mit 19 Punkten vorne und hat auf Regau nun vier Zähler Vorsprung. Nach einem Spiel, in dem lange vieles gegen die Gastgeber sprach, passten am Ende Leistung, Moral und Ergebnis dann doch noch zusammen.

2. Klasse Süd: Neukirchen/A. : Regau - 3:2 (0:2)

  • 94
    Noel Bajnok 3:2
  • 79
    Noel Bajnok 2:2
  • 74
    Noel Bajnok 1:2
  • 44
    Arsenije Bogojevic 0:2
  • 38
    Angelo Serdar 0:1