In der 2. Klasse West hat SPG Obernberg / Ort gegen Union Polling nach einer zähen ersten Hälfte am Ende klar mit 4:0 gewonnen. Trainer Denis Memisevic brachte den Nachmittag nach dem Schlusspfiff auf den Punkt: "Wir haben nur ein Tor gebraucht." Nach dem 0:0 zur Pause kippte die Partie mit dem frühen Führungstreffer rasch auf die Seite der Gastgeber.

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Dass das Ergebnis am Ende so deutlich ausfiel, änderte nichts daran, dass Memisevic mit den ersten 45 Minuten überhaupt nicht zufrieden war. "Die erste Halbzeit war einfach unser schlechtestes Spiel in dieser Saison", sagte der Trainer offen. Vor allem nach vorne fehlte ihm zu viel. Seine Mannschaft nutzte die Möglichkeiten nicht, im Mittelfeld lief es offensiv aus seiner Sicht ebenfalls nicht gut. Zur Pause stand es deshalb 0:0, und genau dieses Bild passte für den Obernberg/Ort-Coach. Gleichzeitig betonte er aber auch, dass seine Mannschaft zumindest gegen den Ball ihre Aufgabe ordentlich erledigte. "Defensiv haben sie eine gute Aufgabe gemacht", sagte Memisevic, der nach der Pause reagierte und mit Wechseln neuen Schwung hineinbrachte. "Dann ist es besser gegangen", fasste er die Wirkung dieser Umstellung knapp, aber treffend zusammen.
Der entscheidende Moment kam gleich kurz nach Wiederbeginn. In der 47. Minute brachte Mario Sommer die Gastgeber mit 1:0 in Führung, und genau dieses Tor stellte für Memisevic den Wendepunkt dar. "Das erste Tor war ganz, ganz wichtig", betonte er mehrmals. Er sprach von einer guten Aktion und einem "schönen Pass auf die zweite Stange", nach dem nur noch vollendet werden musste. Von diesem Moment an wurde es für Obernberg/Ort leichter. Memisevic sah seine Mannschaft danach weiter nach vorne arbeiten, aggressiver pressen und insgesamt sicherer auftreten. Das 2:0 durch Petr Palenik in der 71. Minute brachte dann noch einmal mehr Ruhe hinein. Vier Minuten später legte Palenik das 3:0 nach, ehe Mario Sommer in der 83. Minute mit seinem zweiten Treffer den 4:0-Endstand herstellte. "Nach dem 2:0 war die Mannschaft immer besser", sagte der Trainer, der den Sieg trotz der schwachen ersten Hälfte als wichtigen Schritt einordnete.
Wenn Memisevic an diesem Tag wirklich etwas herausheben wollte, dann war es die Defensivarbeit seiner Mannschaft. "Defensiv haben wir wieder gut gestanden", sagte er, und diese Aussage passt auch zur bisherigen Bilanz. Nach fünf Runden hat Obernberg/Ort noch kein Gegentor kassiert. Der Trainer machte daraus gar keinen kleinen Nebensatz, sondern den zentralen Punkt seiner Analyse: "In fünf Spielen haben wir kein Gegentor bekommen. Ich glaube, das haben wir in unserem Verein schon lange nicht gehabt." Auch den Gegner sah er nicht völlig schwach. Polling sei "spielerisch in Momenten nicht schlecht" gewesen und habe schon einige Akteure in seinen Reihen, "die kicken können". Wirklich zwingend wurde der Auftritt der Gäste aus seiner Sicht aber nicht. "Ich glaube, sie haben keine richtige Möglichkeit gegen uns gehabt", meinte Memisevic.
So blieb am Ende vor allem das Gefühl, dass Obernberg/Ort auch einen nicht einfachen Nachmittag noch klar auf seine Seite ziehen kann. "Der Sieg war wichtig für uns", sagte Memisevic, und in seiner Schlussbilanz ging es längst nicht nur um diese 90 Minuten. Die Stimmung in der Mannschaft sei "momentan sehr, sehr gut", erklärte der Trainer. Als Beleg nannte er die beiden Zahlen, die für ihn derzeit am meisten zählen: fünf Spiele ohne Gegentor und inzwischen 14 Siege in Folge seit der vergangenen Saison. "Das ist einfach eine tolle Sache für unseren Verein und für die Spieler, dass wir motiviert sind", sagte er. Nach fünf Runden hält Obernberg/Ort damit weiter bei der vollen Punkteausbeute. Wenn die Defensive so stabil bleibt und der Angriff schneller ins Spiel findet als diesmal vor der Pause, wird diese Serie nicht so leicht reißen.