Spielberichte

„Die erste Halbzeit war für uns katastrophal“ – SV Waldzell kommt im Derby viel zu spät ins Spiel

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Union Lohnsburg
SV Waldzell

In der 2. Klasse West hat das Derby zwischen dem FußballClub Union Lohnsburg und dem SV Waldzell am Sonntagnachmittag einen klaren Verlauf genommen. Die Gastgeber setzten sich mit 3:1 durch, weil sie vor allem vor der Pause das deutlich aktivere Team waren. Trainer Oliver Schiessl sprach danach von einer „katastrophalen ersten Halbzeit“ und sah genau dort den Grund dafür, dass der Tabellenletzte im Derby schon früh auf die Verliererstraße geraten war.

Ball in Neonfarben auf Rasen vor Tornetz

Foto von Ben Hershey auf Unsplash

Vor der Pause lief für Waldzell fast nichts zusammen

Aus Sicht der Gäste war die Partie schon in den ersten 45 Minuten in eine Richtung gekippt. Schiessl machte nach dem Schlusspfiff keinen Hehl daraus, wie unzufrieden er mit dem Auftritt seiner Mannschaft war. „Wir sind überhaupt nicht ins Spiel gekommen. Wir haben sämtliche Tugenden, die man im Fußball braucht, in der ersten Halbzeit vermissen lassen“, sagte der Waldzell-Trainer. Lohnsburg nutzte diese Schwächephase konsequent. In der 16. Minute brachte Lukas Salhofer die Heimelf mit 1:0 in Führung. Schiessl verwies dabei auf den Ursprung des Treffers: „Dem 1:0 ist ein völlig unnötiges Foul vorausgegangen. Das muss man nicht machen.“ Kurz vor der Pause legte Thomas Fery in Minute 43 das 2:0 nach. Für den Trainer der Gäste war auch dieses Tor sinnbildlich für den Auftritt seiner Mannschaft, weil ihm ein Abwehrfehler vorausging und der Zeitpunkt unmittelbar vor dem Seitenwechsel besonders weh tat. „Mit 2:0 wird es dann ganz schwierig“, sagte Schiessl.


Auch nach der Kabinenansprache kam Reaktion zu spät

Waldzell steigerte sich nach dem Seitenwechsel zwar etwas, doch die Ausgangslage blieb bereits heikel. Schiessl berichtete von einer „sehr lauten Kabinenansprache“, nach der seine Mannschaft zumindest besser in die zweite Hälfte kam. Der Rückstand wurde aber nicht kleiner, sondern in der 55. Minute sogar noch größer, als Thomas Fery mit seinem zweiten Treffer des Tages auf 3:0 stellte. Damit war das Derby praktisch endgültig in Lohnsburger Richtung gekippt. Waldzell gab sich zwar nicht sofort geschlagen und kam durch Lukas Schrattenecker in der 67. Minute noch auf 1:3 heran, mehr sprang aus Sicht der Gäste aber nicht mehr heraus. Schiessl ordnete diese Phase nüchtern ein: „Die zweite Halbzeit war etwas besser, aber die Bemühungen kamen zu spät.“ Genau das war sein zentraler Punkt. Waldzell fand zwar später besser in die Partie, hatte den Großteil des Spiels da aber schon aus der Hand gegeben.

„Wir waren immer Zweiter“ – Schiessl benennt Unterschied klar

Besonders deutlich wurde der Waldzell-Coach bei der Frage, warum seine Mannschaft nie richtig in dieses Derby fand. „Wir haben keinen Zweikampf gewonnen. Wir waren immer Zweiter, immer hinten dran“, sagte Schiessl. Für ihn war das einer der Hauptgründe dafür, dass sein Team dem Spiel ständig nachlaufen musste und selbst nicht in einen Rhythmus kam. Gleichzeitig sprach er dem Gegner ein klares Kompliment aus. „Lohnsburg war in der ersten Halbzeit in allen Belangen besser als Waldzell“, erklärte er und gratulierte zum „völlig verdienten Derbysieg“. Den Unterschied machte für ihn nicht irgendein einzelner Moment, sondern die Summe vieler Dinge. Lohnsburg sei „spritziger“ gewesen, „frischer im Kopf“ und habe den Derbysieg „viel mehr gewollt“. Waldzell dagegen wirkte laut Schiessl verunsichert und „im Kopf nicht frei genug“. Dass der Schiedsrichter dabei nicht im Mittelpunkt stand, stellte der Trainer ebenfalls klar. „Der Schiedsrichter hatte das Spiel sehr gut im Griff. Ich kann mich an keine Fehlentscheidung erinnern“, sagte er.

Bruch zur Vorwoche ärgert den Trainer besonders

Was Schiessl nach dem Derby zusätzlich beschäftigte, war der starke Gegensatz zur Leistung aus der Vorwoche. Gegen Schildorn hatte der SV Waldzell nach seiner Einschätzung noch einen sehr guten Auftritt hingelegt, diesmal blieb davon nur wenig übrig. „Das ist das, was mich so ärgert“, sagte der Trainer offen. „Wir haben vorige Woche gegen eine starke Schildorner Mannschaft eine sehr gute Leistung gezeigt, und gestern war das alles andere als die Leistung von vorige Woche.“ Noch könne er nicht genau sagen, warum seine Mannschaft diesmal so weit von ihrer Form entfernt gewesen sei. Gerade deshalb dürfte die Aufarbeitung intern deutlich ausfallen. Klar ist für Schiessl aber schon jetzt, dass die Niederlage nicht an einer Kleinigkeit festzumachen ist. Sie entstand aus einer ersten Halbzeit, in der Waldzell in keinem Bereich richtig Zugriff bekam. Wenn die Gäste rasch wieder in die Spur finden wollen, müssen sie genau dort ansetzen und wieder jene Tugenden auf den Platz bringen, die der Trainer diesmal so schmerzlich vermisst hat.

2. Klasse West: Lohnsburg : Waldzell - 3:1 (2:0)

  • 67
    Lukas Schrattenecker 3:1
  • 55
    Thomas Fery 3:0
  • 43
    Thomas Fery 2:0
  • 16
    Lukas Salhofer 1:0