In der 6. Runde der 2. Klasse West hat die Union St. Johann/Walde gegen den ATSV Kohlgrube/Wolfsegg einen 4:3-Sieg über die Linie gebracht. Nach dem 1:2 zur Pause drehten die Gastgeber die Partie in einer starken Schlussphase noch zu ihren Gunsten. Für Trainer Philipp Penninger lag der Wendepunkt klar im direkten Freistoß zum 2:2, danach habe seine Mannschaft das Spiel mit viel Wille und Teamgeist gekippt.

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Der Start der Gastgeber war nach Penningers Worten eigentlich genau so, wie man sich das vorgestellt hatte. „Wir sind grundsätzlich gut in die Partie gestartet“, sagte der Trainer, und tatsächlich war gleich in den ersten Minuten schon einiges los. Bei einer hundertprozentigen Möglichkeit verletzte sich Lorenz Fechtenschlager am Schlüsselbein, kurz darauf ging St. Johann aber dennoch in Führung. Jakob Berer traf in der 5. Minute zum 1:0. Danach verlor die Heimelf aber ihren Rhythmus. „Dann haben wir leider ein bisschen den Faden verloren“, so Penninger. Kohlgrube kam immer besser ins Spiel, hatte mehr Anteile und drehte die Partie noch vor der Pause. Deniz Odabas stellte in der 12. Minute auf 1:1, Marcel Ebner sorgte in der 26. Minute für das 1:2, das Penninger angesichts der Gästeleistung auch als verdient einordnete.
Auch nach dem Seitenwechsel war die Partie zunächst noch nicht auf der Seite der Heimischen. Penninger sprach davon, dass Kohlgrube nach der Pause noch „ein, zwei sehr, sehr gute Chancen“ hatte, bei denen Moritz Moser seine Mannschaft im Spiel hielt. Erst rund um die 60. Minute wurde St. Johann wieder aktiver, erhöhte den Druck und kam offensiv wieder besser zur Geltung. Der Ausgleich fiel dann in der 68. Minute durch Hannes Haslinger per direktem Freistoß. „Der direkte Freistoß zum 2:2 war der Knackpunkt und die Wende im Spiel“, sagte Penninger. Dass dieser Freistoß aus seiner Sicht eher glücklich zustande kam, verschwieg er dabei nicht. Trotzdem hob er hervor, dass Haslinger den Ball „sehr schön über die Mauer gedreht“ habe und der Schuss für den Tormann nicht zu halten gewesen sei. Von da an blieb St. Johann am Drücker.
Was nach dem Ausgleich folgte, war aus Sicht der Heimelf genau die Reaktion, die Penninger von seiner Mannschaft sehen wollte. St. Johann spielte laut Trainer „sehr, sehr druckvoll“ weiter und kam vor allem über die Seiten immer wieder gut durch. Das 3:2 in der 75. Minute erzielte erneut Jakob Berer, der links durchkam, nach innen zog und den Tormann noch chippte. Beim 4:2 in der 87. Minute war es dann Tobias Knauseder, der nach einer Hereingabe von rechts und einem verpassten Ball in der Mitte lange stehen blieb und „eiskalt und sehr, sehr souverän“ einschob. Dass Florian Ratzberger kurz darauf in der 89. Minute noch auf 4:3 verkürzte, änderte am Ausgang nichts mehr. Penninger sah diese Szene zwar als abseitsverdächtig, betonte aber ausdrücklich, dass kein Vorwurf an den Schiedsrichter gehe, weil es auf beiden Seiten enge Entscheidungen gegeben habe.
Für Penninger lag der Schlüssel zum Erfolg deshalb auch weniger in einer glänzenden spielerischen Vorstellung als in der Art, wie seine Mannschaft nach Rückstand und Verletzung zurückgekommen ist. „Das war heute einfach eine Willensleistung, der Teamgeist. Jeder hat für jeden gekämpft“, sagte der Trainer. Und er schob nach: „Spielerisch oder fußballerisch war das nicht unsere beste Leistung, auf keinen Fall, aber kämpferisch und als Mannschaft war es sehr, sehr stark.“ Dazu passte auch sein Blick auf den Gegner. Der ATSV Kohlgrube/Wolfsegg sei „ein sehr, sehr starker Gegner“ mit guten Einzelspielern, vor allem offensiv, und werde aus seiner Sicht noch viele Spiele gewinnen. Umso wichtiger war dieser Erfolg für "Saiga Hans", das nun bei zehn Punkten hält. Penninger will genau daran anknüpfen: „Wir wollen jetzt einfach mehr, vorne dabei bleiben beziehungsweise heranschnuppern.“