Spielberichte

"Eigenfehler führen immer zu Toren" – Zell kommt mit spätem Wenninger-Doppelpack nicht mehr ganz heran

Ligaportal als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen
Obernberg/Ort
SV Zell/Pettenfirst

In der 2. Klasse West musste sich SV Grün-Weiß Zell am Pettenfirst bei SPG Obernberg / Ort trotz später Aufholjagd mit 2:3 geschlagen geben. Trainer Andreas Klein sah dabei ein Spiel, das seine Mannschaft zunächst ordentlich offenhielt, dann aber wieder durch eigene Fehler aus der Hand gab. Erst nach dem 0:3 kam Zell offensiv besser zur Geltung und machte es in der Schlussphase noch einmal spannend.

Nahaufnahme auf die beine zweier Spieler

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Lange kompakt, vorne aber zu wenig

Andreas Klein konnte dem Auftritt seiner Mannschaft in der Anfangsphase durchaus etwas abgewinnen. "Wir kamen nicht so schlecht ins Spiel hinein", sagte der Zeller Trainer nach der Partie. Der Plan war klar: kompakt stehen, wenig zulassen und die Gastgeber nicht ins Rollen kommen lassen. "Das ist uns in den ersten 30 Minuten nicht so schlecht gelungen", meinte Klein, der seiner Elf in dieser Phase vor allem gegen den Ball eine ordentliche Leistung attestierte. Was ihm allerdings überhaupt nicht gefiel, war das Spiel nach vorne. Zell hatte in der ersten Hälfte praktisch keine Torchance und tat insgesamt zu wenig für die Offensive. Genau das machte die Aufgabe schwerer, als Obernberg/Ort in der 33. Minute durch Petr Palenik zum 1:0 kam. Mit diesem Rückstand ging es auch in die Pause.


Die Eigenfehler bestrafen Zell erneut

Nach dem Seitenwechsel wollte Klein mit Umstellungen mehr Druck nach vorne entwickeln. Der Versuch bekam aber sofort einen Dämpfer. Schon in der 49. Minute erhöhte Petr Palenik auf 2:0, und aus Sicht der Gäste passte auch dieses Tor ins Bild der letzten Spiele. "Der entscheidende Knackpunkt ist, so wie in den letzten beiden Spielen auch, dass wir defensiv gravierende Fehler machen, die dann immer zu Toren führen", sagte Klein sehr deutlich. Als Jurica Vidovic in der 62. Minute sogar das 3:0 nachlegte, war Zell endgültig in einer Lage, in der fast alles gegen die Gäste sprach. Für den Trainer war vor allem bitter, dass Obernberg/Ort aus genau jenen Situationen Kapital schlug, die man eigentlich vermeiden wollte. Klein sprach davon, dass der Gegner die eigenen Fehler gut ausgenutzt habe, und verwies auch auf die Kaltschnäuzigkeit vorne. Das 3:0 fühlte sich für ihn in diesem Moment bereits wie eine Vorentscheidung an.

Wenninger macht es in der Schlussphase noch einmal eng

Ganz erledigt war die Partie damit aber doch noch nicht. Klein stellte fest, dass seine Änderungen mit zunehmender Spieldauer besser griffen und Zell im letzten Abschnitt deutlich mutiger wurde. "Mit der Umstellung in der zweiten Halbzeit ist es in den letzten 20, 25 Minuten besser geworden", sagte er. Vor allem nach vorne war nun mehr Leben im Spiel der Gäste. Der eingewechselte Philip Wenninger verkürzte in der 83. Minute auf 1:3 und gab seiner Mannschaft damit noch einmal einen Schub. Fünf Minuten später traf derselbe Spieler erneut zum 2:3. Klein sprach bei diesem Tor von "einer guten Flanke und einem wunderschönen Kopfball". In dieser Phase hatte Zell laut seinem Trainer klar mehr vom Spiel. "Der Gegner hat in den letzten 20 Minuten keine Torchance mehr gehabt", sagte Klein, der in der Schlussphase sogar noch die Möglichkeit auf den Ausgleich gesehen hatte. Die Aufholjagd kam am Ende trotzdem zu spät, auch wenn die Gäste die Partie noch einmal richtig offen machten.

Positives mitnehmen, im nächsten Spiel reagieren

So blieb für Zell am Ende eine Niederlage, aus der Andreas Klein aber nicht nur Negatives ziehen wollte. Dass seine Mannschaft nach dem 0:3 nicht auseinanderfiel und noch zwei Tore machte, war für ihn ein Punkt, den man mitnehmen kann. "Das ist das Positive, was man mitnehmen kann", sagte der Trainer mit Blick auf die letzten 20 bis 30 Minuten, in denen seine Elf offensiv deutlich besser auftrat als vor der Pause. Diskussionen um den Unparteiischen wollte er gar nicht erst aufmachen. Die Schiedsrichterleistung sei "absolut in Ordnung" gewesen, erklärte Klein, strittige Szenen habe es nicht gegeben. Der Blick geht deshalb klar in Richtung nächstes Spiel. "Wir müssen jetzt schauen, etliche Dinge besser zu machen, um wieder in eine erfolgreiche Spur zu kommen", gab der Zeller Trainer den Ton für die kommenden Tage vor. Vor allem die wiederkehrenden Fehler im Defensivbereich sollen intern aufgearbeitet werden.

2. Klasse West: Obernberg/Ort : Zell am Pett. - 3:2 (1:0)

  • 88
    Philip Wenninger 3:2
  • 83
    Philip Wenninger 3:1
  • 62
    Jurica Vidovic 3:0
  • 49
    Petr Palenik 2:0
  • 33
    Petr Palenik 1:0