Spielberichte

„Wir laden den Gegner immer wieder ein“ – Polling verliert Derby trotz schneller Antwort

Ligaportal als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen
Union Polling
SK Altheim 1b

In der 2. Klasse West hat Union Polling das Derby gegen SK WIEHAG Altheim 1b mit 1:2 verloren. Für Trainer Matthias Hinterleitner war es eine besonders bittere Niederlage, weil seine Mannschaft nach dem Ausgleich sofort wieder im Spiel war, sich seiner Einschätzung nach aber erneut selbst in Schwierigkeiten brachte. „Wir laden den Gegner momentan immer wieder ein“, sagte er nach dem Abpfiff und traf damit den Kern eines Nachmittags, an dem für Polling mehr möglich gewesen wäre.

Weiß-Blauer Ball auf Rasen

Foto von Mick Haupt auf Unsplash

Zwischen Ausgleich und dem bitteren Rückschlag

Hinterleitner sprach nach dem Derby von einer Partie „auf Messers Schneide“, und genau so entwickelte sich das Spiel auch in seiner entscheidenden Phase kurz vor der Pause. Zunächst brachte Tomas Ferrarezi die Gäste in der 39. Minute mit 1:0 in Führung. Polling antwortete aber prompt. Nur drei Minuten später glich Petar Rados zum 1:1 aus, und damit war die Begegnung wieder völlig offen. Lange hielt dieser Zwischenstand allerdings nicht. In der 43. Minute traf erneut Ferrarezi zum 2:1 für Altheim 1b, womit die Gäste auch mit diesem Vorsprung in die Halbzeit gingen. Gerade dieser Ablauf ärgerte den Polling-Trainer besonders. „Wir sind durch einen Eigenfehler 0:1 in Rückstand geraten, haben aber postwendend mit dem 1:1 geantwortet, und dann war wieder alles offen“, sagte Hinterleitner. Umso schwerer wog für ihn, dass seine Mannschaft den Ausgleich nicht in die Pause retten konnte: „Du kannst mit 1:1 in die Halbzeit gehen, aber natürlich war das 2:1, das wir noch vor der Halbzeit gekriegt haben, umso bitterer.“


Geschwächte Pollinger, aber kein Vorwurf an die eigene Mannschaft

Ein wesentlicher Punkt in der Einordnung des Spiels war für Hinterleitner die personelle Situation bei den Gastgebern. Der Polling-Coach machte keinen Hehl daraus, dass seine Mannschaft in diesem Derby nicht mit der gewohnten Besetzung antreten konnte. „Wir waren extrem geschwächt – mit Gesperrten, Verletzten und auch Spielern, die auf Montage oder in der Arbeit waren“, erklärte er. Deshalb habe Polling nicht mit seiner „Top-Elf oder Top-Dreizehn“ auf dem Platz gestanden. Gerade deshalb vermied Hinterleitner auch jede Kritik an den eingesetzten Spielern. „Die elf oder dreizehn Mann, die am Platz gestanden sind, haben alles gegeben, was wir gehabt haben“, sagte er. Was aus seiner Sicht fehlte, war weniger Einsatz als vielmehr die letzte Überzeugung in den entscheidenden Momenten. „Es hat jeder alles probiert und alles gegeben. Dann hat halt das gewisse Etwas gefehlt oder die Überzeugung, dass wir das jetzt unbedingt wollen.“ Dazu kam, dass Polling seine Möglichkeiten nicht nutzen konnte. Hinterleitner sprach sogar von „Riesenchancen“, die ungenutzt blieben. Deshalb war sein Urteil klar: „Ein Punkt wäre mehr oder weniger verdient gewesen, wenn wir unsere Chancen genutzt hätten.“

Eine strittige Szene, viel Frust – und der Blick auf die eigenen Fehler

Auch eine umstrittene Szene vor dem 1:2 sprach Hinterleitner an, ohne daraus die ganze Niederlage zu erklären. Nach seiner Wahrnehmung habe sich der Altheimer Stürmer vor dem 2:1 den Ball mit der Hand mitgenommen. Gleichzeitig betonte der Polling-Trainer aber ausdrücklich, dass die Schiedsrichterin aus seiner Sicht ansonsten eine starke Leistung abgeliefert habe. „Die Dame hat super gepfiffen. Es war eine super Schiri-Leistung, bis auf die Aktion natürlich“, sagte er. Mehr noch: Hinterleitner wollte den Blick trotz des Ärgers wieder auf die eigene Mannschaft lenken. „Da brauchen wir nicht drüber reden. Das müssen wir halt besser verteidigen“, stellte er klar. Damit blieb seine Analyse insgesamt deutlich bei den eigenen Themen hängen. Polling steht nach zehn Runden weiter bei einem Punkt, und auch das sprach der Trainer offen an. „Es wäre einiges mehr drin gewesen“, meinte er und beschrieb die Lage mit einfachen Worten: Wenn man unten drinstehe, werde man für Fehler sofort bestraft. Genau das war für ihn auch diesmal der Unterschied. Für Polling geht es daher weniger um große Erklärungen als um die Frage, wie man diese Einladungen an den Gegner abstellt und sich für den eigenen Aufwand endlich belohnt.

2. Klasse West: Polling : SK Altheim 1b - 1:2 (1:2)

  • 43
    Tomas Ferrarezi 1:2
  • 42
    Petar Rados 1:1
  • 39
    Tomas Ferrarezi 0:1