In der 2. Klasse West hat der ATSV Kohlgrube/Wolfsegg das Auswärtsspiel gegen den UFC Mettmach mit 1:0 gewonnen. Den einzigen Treffer erzielte Deniz Odabas kurz vor der Pause, und genau dieses 1:0 war für Trainer Michael Kinberger der Moment, in dem die Partie auf die Seite seiner Mannschaft kippte. Am Ende sprach der Coach von einem schweren Auswärtsspiel und einem echten Arbeitssieg.

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Kinberger machte nach dem Schlusspfiff keinen Hehl daraus, dass es für seine Mannschaft kein angenehmer Nachmittag war. "Es war ein sehr schweres Auswärtsspiel für uns, mit tief stehender Sonne, Wind und einem eher kleinen Platz", sagte der Trainer. Dazu sei Mettmach sehr aggressiv aufgetreten, was es den Gästen zusätzlich schwer gemacht habe. Kohlgrube hatte nach seiner Einschätzung zwar mehr Ballbesitz, konnte daraus vorerst aber zu wenig machen. "Wir haben mehr Ballbesitz gehabt, aber wir haben eigentlich keine Akzente setzen können, um früher schon 1:0 in Führung zu gehen", erklärte Kinberger. Es war also zunächst kein Spiel, in dem der Favorit früh für klare Verhältnisse sorgte, sondern eines, in dem Geduld gefragt war.
Der entscheidende Moment kam dann in der 43. Minute, als Deniz Odabas für Kohlgrube das 1:0 erzielte. Für Kinberger war dieses Tor weit mehr als nur die Führung auf dem Spielbericht. "Kurz vor der Halbzeit beim 1:0 hat man dann gemerkt: Jetzt geht's in unsere Richtung", sagte er. Mit diesem Treffer nahm seine Mannschaft den Vorteil mit in die Kabine, ohne das Spiel damit schon entschieden zu haben. Gerade das störte den Trainer später ein wenig, weil er mehrere Möglichkeiten gesehen hatte, die Partie klarer auf die eigene Seite zu ziehen. "Wir haben einige gute Möglichkeiten im Aufbau schlecht ausgespielt, sodass wir das Spiel früher entscheiden hätten können", sagte Kinberger. Auch nach der Pause ließ sein Team laut Coach "zwei, drei, vier große Möglichkeiten" liegen und machte sich das Leben damit schwerer als nötig.
Dass es trotzdem zum Auswärtssieg reichte, führte der Trainer vor allem auf die Art und Weise zurück, wie seine Mannschaft gemeinsam gearbeitet hat. "Die größte Stärke heute war einfach der Wille, die geschlossene Mannschaftsleistung, das Miteinander verteidigen, miteinander angreifen", betonte Kinberger. Genau diese mannschaftliche Geschlossenheit habe seine Elf bis zum Schluss durchgezogen und damit den knappen Vorsprung über die Zeit gebracht. Mettmach beschrieb er als solide und kompakt, dazu habe der Gastgeber immer wieder versucht, über Konter und Standards für Gefahr zu sorgen. Ganz beruhigt sei seine Mannschaft deshalb nie gewesen. "Man muss bis zur 90. Minute fürchten, dass nicht doch einmal ein Ball durchrutscht und wir ein Tor kriegen", sagte der Trainer. Gerade deshalb habe der Sieg für ihn den Charakter eines Arbeitssiegs gehabt.
Trotz der drei Punkte sah Kinberger auch klare Dinge, die seine Mannschaft besser lösen muss. "Wir müssen einige Situationen sauberer fertigspielen und im Passspiel, speziell nach vorne, genauer werden", forderte er. Dazu kam aus seiner Sicht die Chancenverwertung, weil ein zweiter Treffer vieles beruhigt hätte. Eine strittige Szene sprach er ebenfalls an: Bei einem langen Abstoß seiner Mannschaft habe Schiedsrichter Bebic Abseits gepfiffen, obwohl es das bei einem Abstoß nicht gebe. Ansonsten, so Kinberger knapp, "hat’s gepasst". Unter dem Strich nimmt der ATSV Kohlgrube/Wolfsegg aber genau das mit, was in solchen Spielen zählt: drei Punkte auf fremdem Platz. Nach zehn Runden steht der ATSV damit bei 25 Zählern und bleibt in der Spitzengruppe der Liga voll dabei.