Spielberichte

„Wir haben sechs, sieben Hundertprozentige nicht gemacht“ – SV Waldzell dreht Rückstand in 3:1-Sieg

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SV Waldzell
Treubach/Roßbach

In der 10. Runde der 2. Klasse West hat der SV Waldzell gegen die Union Treubach/Roßbach einen 0:1-Pausenrückstand in einen 3:1-Heimsieg gedreht. Trainer Oliver Schiessl sprach nach dem Spiel von einem ganz schlechten Beginn, aber auch von einer Partie, die seine Mannschaft über weite Strecken bestimmt habe. Vor allem die Reaktion nach der Pause gefiel ihm, auch wenn Waldzell aus seiner Sicht schon deutlich früher alles klar hätte machen können.

Weiß-Goldene Fußballschuhe auf Rasen

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Rückstand nach zwei Minuten und viel Ärger über ausgelassene Chancen

Für Waldzell begann die Partie denkbar schlecht. Bereits in der 2. Minute brachte Jakub Dusek die Gäste in Führung, nachdem es laut Oliver Schiessl einen eindeutigen Strafstoß gegeben hatte. Der Trainer redete die Szene gar nicht erst klein, sondern stellte klar: „Es hat für uns ganz schlecht begonnen. In der zweiten Minute war es ein klarer Elfmeter, da brauchen wir nicht diskutieren.“ Viel mehr ärgerte ihn danach aber, dass seine Mannschaft trotz des frühen 0:1 nicht in sich zusammenfiel und das Spiel laut seiner Wahrnehmung klar an sich riss, sich für diesen Aufwand vor der Pause aber nicht belohnte. „Dann bist du natürlich mit 0:1 im Rückstand, aber eigentlich haben wir das Spiel komplett dominiert“, sagte Schiessl. Noch deutlicher wurde er bei der Chancenverwertung: „Wir haben sechs, sieben hundertprozentige Chancen nicht gemacht.“ So stand zur Pause trotz vieler Waldzeller Möglichkeiten ein 0:1 auf der Anzeigetafel. Für den Coach war das nur schwer zu erklären: „Aus meiner Sicht ist es eigentlich ein Wahnsinn, dass Treubach/Roßbach zur Halbzeit 1:0 führt.“


Waldzell bleibt dran und dreht Spiel nach der Pause

Entscheidend war für Schiessl dann nicht eine einzelne Aktion auf dem Platz, sondern die Reaktion seiner Mannschaft in der Kabine. Waldzell ließ sich vom Rückstand und von der vergebenen ersten Halbzeit nicht aus der Bahn bringen. „Wir haben in der Halbzeit die erste Hälfte Revue passieren lassen. Wir haben unglaubliche Torchancen nicht genutzt, aber wir haben trotzdem nicht resigniert“, sagte der Trainer. Genau diese Haltung zeigte sich dann auch im Spielstand. In der 53. Minute gelang Stefan Birglechner der verdiente Ausgleich zum 1:1. Waldzell blieb danach am Drücker und kam in der 80. Minute zur Führung, als Simon Aigner den Ball ins eigene Tor lenkte. Den Schlusspunkt setzte Lukas Schrattenecker in der Nachspielzeit mit dem 3:1. Für Schiessl war das die logische Folge einer guten zweiten Hälfte: „Wir sind zurückgekommen, haben uns zurückgekämpft und haben dann die nötigen Tore gemacht.“ Dass der Sieg am Ende mit zwei Treffern Unterschied ausfiel, war für ihn zwar in Ordnung, aber noch nicht die ganze Geschichte. „Es hätte meiner Meinung nach auch höher ausfallen können“, meinte er.

Verdienter Sieg, wichtige Punkte und seltenes Lob an Unparteiischen

Auch nach dem Schlusspfiff kam Schiessl immer wieder auf zwei Punkte zurück: auf die deutlich bessere Chancenverwertung nach der Pause und auf die Bedeutung dieses Erfolgs für seine Mannschaft. „In der ersten Halbzeit war die Chancenauswertung katastrophal“, sagte er offen. Umso wichtiger war für ihn, dass der SV Waldzell nach dem Seitenwechsel ruhiger blieb und die Angriffe besser zu Ende spielte. „In der zweiten Halbzeit haben wir uns etwas gefangen und gewisse Situationen einfach besser zu Ende gespielt“, erklärte der Trainer, der den Heimsieg deshalb als „sehr, sehr verdient“ einstufte. Gerade für ein Team, das im unteren Tabellenbereich um jeden Zähler kämpfen muss, war das ein Erfolg, der Gewicht hat. Schiessl formulierte es bodenständig: „Wenn man hinten drinsteht, ist es nicht leicht, solche Spiele zu gewinnen. Wir schauen von Spiel zu Spiel und wollen uns von Spiel zu Spiel steigern.“ Dass er trotz des Ärgers über die erste Halbzeit am Ende zufrieden war, lag auch an der Nüchternheit beim Blick auf das Ergebnis: „Es gibt nicht mehr für einen Sieg. Egal, ob 3:1 oder 6:1, zählen tun im Endeffekt die drei Punkte.“ Ein Extra-Lob gab es von ihm noch für Schiedsrichter Nuhanovic. „Die Leistung des Referees war sehr, sehr gut. Es gab keine strittigen Szenen, er hat das Spiel in allen Belangen im Griff gehabt“, sagte Schiessl über einen Auftritt des Unparteiischen, den er ausdrücklich hervorhob.

2. Klasse West: Waldzell : Treubach/Roßb. - 3:1 (0:1)

  • 92
    Lukas Schrattenecker 3:1
  • 80
    Eigentor durch Simon Aigner 2:1
  • 53
    Stefan Birglechner 1:1
  • 2
    Jakub Dusek 0:1