Im Duell der Bezirksliga Nord zwischen dem USV St. Oswald/Freistadt und Union Oberneukirchen schildert Trainer Gerhard Meindl eine zähe, von hohen Bällen geprägte Partie, die erst spät an Temperatur gewann. Er spricht von einer Überraschung und freut sich über drei Punkte, betont aber zugleich die Ausgeglichenheit. In einer insgesamt fair geführten Begegnung lobt er die Leitung und hebt den kühlen Kopf des Unparteiischen hervor. Der Rahmen: bestes Fußballwetter – eine passende Bühne für einen intensiven Abend.

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Die ersten 45 Minuten blieben auf beiden Seiten arm an klaren Abschlüssen. „In der ersten Halbzeit gab es auf beiden Seiten kaum Torraumszenen – viele hohe Bälle, aber keine Großchancen“, ordnete Meindl ein. Zur Pause stand es 0:0. Im Rückblick sprach er zudem von einer möglichen, aber unklaren Szene im Sechzehner: „Vielleicht gab es eine strittige Situation, in der wir einen Elfmeter hätten bekommen können.“ Nach dem Seitenwechsel veränderte sich die Statik merklich. „In der zweiten Halbzeit war es dann schon anders“, sagte der Coach und verwies auf mehr Betrieb in den Strafräumen – zunächst mit zwei guten Möglichkeiten aus kurzer Distanz für seine Elf, ehe sich die Partie spürbar öffnete und beide Teams zielstrebiger agierten.
Auf ruhende Bälle legten beide Teams spürbar Wert, doch Meindls Eindruck blieb ambivalent: „St. Oswald hatte viele Ecken und Freistöße, wurde daraus aber selten richtig gefährlich.“ Den Unterschied machte ein eigener Standard: In der 56. Minute köpfte Raphael Eibensteiner nach einem Eckball zur 1:0-Führung für Oberneukirchen ein. St. Oswald fand die schnelle Antwort: Lukas Peirlberger stellte in der 66. Minute auf 1:1 – das Momentum kippte kurzzeitig zugunsten der Hausherren, die nun entschlossener nach vorne drängten. Die Entscheidung fiel schließlich unglücklich für St. Oswald: Ein Eigentor von Marcel Katzmair in der 82. Minute brachte Oberneukirchen mit 2:1 in Front.
Meindl zeigte sich im Anschluss zufrieden mit dem abgerufenen Kollektiv und der Effizienz bei Standards, ohne einen Einzelnen herauszuheben – die starke Teamleistung stand für ihn über allem.
In einer turbulenten Schlussphase rückte eine strittige Torlinienszene in den Mittelpunkt. „Ich kann es aus meiner Position nicht sicher sagen“, hielt Meindl fest. Der Schiedsrichter verwies auf seinen Assistenten an der Linie – es ging weiter. Kurz darauf bebte der Querbalken: In der letzten Minute traf St. Oswald die Latte – sinnbildlich für den Sturmlauf in der Endphase. Zusätzlich erhitzte eine Hinausstellung die Gemüter: In der 90. Minute sah Samir Hasanovic Rot. Meindl selbst hielt sich mit Bewertungen zurück: „Ich habe es nur aus der Distanz gesehen und kann mich dazu nicht äußern.“ Insgesamt blieb sein Fazit zur Spielleitung ausdrücklich positiv: „Der Schiedsrichter hat das Geschehen sehr trocken über die Bühne gebracht. Wirklich sehr gut.“
Sportlich blickt Meindl nach vorn – getragen vom Gefühl, in St. Oswald überrascht zu haben: „Wir haben gesagt, wir können überraschen – und das haben wir gemacht.“ Die gute Stimmung und die taktische Disziplin will er in die nächsten Partien mitnehmen; auch deshalb sprach er trotz des engen Spielverlaufs von einem verdienten Lohn für ein geschlossen auftretendes Oberneukirchner Team.