Platz 8, 18 Punkte, zwei Zähler weniger als im Vorjahr zur selben Zeit – die Herbstbilanz der ASKÖ Leonding in der Bezirksliga Ost liest sich auf den ersten Blick unspektakulär. Wer die Spiele gesehen hat, weiß jedoch: Die Mannschaft von Trainer Dominik Schneeberger trat oft stärker auf, als es die Tabelle vermuten lässt.
„Der Herbst war in Summe okay“, sagt der sportliche Leiter, Daniel Steinbeiss. „Wir hatten keine einfache Auslosung, sind nach einem Umbruch im Sommer etwas holprig gestartet. Aber man hat im Verlauf gemerkt, dass die Mannschaft immer besser zueinanderfindet.“
19 erzielte Tore sind für ein Team mit spielerischem Anspruch zu wenig. Genau hier liegt aus Sicht der Verantwortlichen der Knackpunkt. „Spielerisch sind wir sicher nicht schlecht. Aufbau, Passspiel, das funktioniert“, betont Steinbeiss. „Aber im letzten Drittel fehlt uns die Durchschlagskraft.“ Oft habe man gute Phasen, erspiele sich Chancen – ohne daraus Kapital zu schlagen. „Wir sind mehrmals unter Wert geschlagen worden. Da fehlt einfach dieser Knipser, der die Dinger macht.“ Top-Torschütze Stefan Maslac hält bei fünf Treffern, was die Problematik unterstreicht: Es gibt keinen klassischen Vollstrecker, der konstant zweistellig trifft. „An der Chancenverwertung müssen wir arbeiten, das ist klar.“
Während offensiv Luft nach oben bleibt, präsentierte sich Leonding defensiv stabil – wenn auch nicht fehlerfrei. In vielen Partien war man mindestens ebenbürtig, teilweise sogar das bessere Team. „Es ist nicht so, dass wir auseinanderfallen. Aber wenn du vorne nicht triffst, reicht oft ein Fehler hinten und du verlierst trotzdem.“ Die Wintervorbereitung sollte genau hier ansetzen: Effizienz steigern, Abläufe im letzten Drittel schärfen – und die vorhandene spielerische Qualität in Punkte ummünzen.
Große Sprünge werden intern nicht ausgerufen. „Wir wollen eine ruhige Rückrunde spielen“, erklärt Steinbeiss. Die Marke von rund 20 Punkten im Frühjahr gilt als Orientierung, um frühzeitig nichts mit dem Abstiegskampf zu tun zu haben. „Wenn wir das schaffen, sind wir zufrieden.“ Das Mittelfeld der Bezirksliga Ost ist eng beisammen, nach oben wie nach unten sind die Abstände überschaubar. „Da kann es schnell in beide Richtungen gehen.“
Mit Sebastian Begicevic (Viktoria Marchtrenk) und Jakob Bernauer (USV Neuhofen/I.) verließen zwei Spieler den Verein. Mit Moritz Günther und Konstantin Platzer gehen zwei weitere Akteure studienbedingt andere Wege. Neuzugänge im klassischen Sinn gab es keine, stattdessen setzt Leonding verstärkt auf den eigenen Nachwuchs. „Wir haben einige Junge nachgezogen, das sind im Prinzip unsere Neuen“, so Steinbeiss. Sie sollen im Frühjahr vermehrt Minuten sammeln und sich an das Niveau der Bezirksliga gewöhnen.
Die Vorbereitung verlief ergebnistechnisch wechselhaft: 4:5 gegen Admira Linz, 2:2 gegen Haid, 1:4 gegen Haslach, 1:2 gegen Eberstalzell. Aussagekraft misst man den Resultaten jedoch kaum bei. „Wir haben mit einem großen Kader gearbeitet, oft in zwei Blöcken gespielt. Da geht es um Inhalte, nicht um das Ergebnis.“ Ein Trainingslager in der Türkei (Belek) bildete den Höhepunkt der Winterarbeit. „Wir haben es damit richtig gut erwischt. Die Bedingungen waren top“, berichtet Steinbeiss. Neben den Einheiten am Platz stand vor allem das Teambuilding im Vordergrund. ASKÖ Leonding befindet sich in einer Phase der Konsolidierung. Der Umbruch im Sommer ist noch spürbar, die junge Mannschaft braucht Zeit – und Tore. „Wenn wir uns für unsere Leistungen öfter belohnen, schaut die Tabelle schnell anders aus“, ist Steinbeiss überzeugt.