Bezirksliga Ost

„Frischer Wind würde uns guttun“ – warum SK ADmira Linz auf Kontinuität und neue Offensive setzt

SK ADmira Linz

In der Bezirksliga Nord hat sich SK Admira Linz nach einer Saison mit starkem Start und schwierigeren Wochen in der Offensive dennoch eine gute Ausgangslage erarbeitet. Sportlicher Leiter Patrick Philipp spricht von einem ordentlichen fünften Platz, erklärt die Gründe für manche liegengelassene Punkte und skizziert zugleich, wie der Klub mit neuem Trainer, gezielten Zugängen und baldigen Rückkehrern in die nächste Spielzeit der neuen Bezirksliga Ost gehen will.

Fußball und Fußballschuh bei Eckball

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Guter Start als Fundament, vorne fehlte dann oft der letzte Zug

Der Rückblick fällt bei Patrick Philipp klar positiv aus, auch wenn er die Schwachstellen nicht ausspart. „Grundsätzlich sind wir schon zufrieden“, sagt der sportliche Leiter und verweist zuerst auf jene Phase, in der seine Mannschaft früh anschieben konnte. In den ersten vier Spielen holte SK Admira Linz neun Punkte und setzte sich damit gleich einmal etwas nach vorne ab. Gerade weil vor der Saison eine komplett neue Mannschaft zusammengestellt worden war, bewertet Philipp diesen Einstieg hoch. Er erinnert daran, dass der Verein vorab nicht genau wusste, wo er mit diesem jungen Kader stehen würde. Umso mehr sei ein fünfter Tabellenplatz ordentlich, zumal der Altersdurchschnitt bei nur 21 Jahren lag.

Warum aus diesem sehr guten Beginn nicht noch mehr geworden ist, spricht Philipp ebenfalls offen an. Vor allem im Offensivbereich habe sich SK Admira Linz im Frühjahr „sehr, sehr schwergetan“, gezielt zu Torchancen zu kommen. Genau dort sieht er den Hauptgrund dafür, dass in manchen Spielen nicht voll gepunktet werden konnte. Der sportliche Leiter redet die Saison also nicht schön, ordnet sie aber sauber ein: Die Basis habe gepasst, die junge Mannschaft habe für ihre erste gemeinsame Saison vieles ordentlich gemacht, nur nach vorne fehlte über längere Strecken jene Durchschlagskraft, die in dieser Liga oft den Unterschied ausmacht. Aus dieser Analyse heraus erklärt sich auch, warum die Verantwortlichen im Sommer gerade in der Offensive angesetzt haben.

Wenig Abgänge, dafür gezielte Verstärkung für die Flügel

Bei den Abgängen blieb die Bewegung überschaubar. Mustafa Saracevic hat den Verein verlassen. Dazu kommen mit Stefan Scheuchl und Maximilian Seyrl zwei Torhüter, die in der neuen Saison nicht mehr wie bisher zur Verfügung stehen, wobei Seyrl laut Philipp vor allem wegen seines Studiums in Wien nicht regelmäßig am Platz sein kann. Viel wichtiger aus Sicht des Vereins ist aber, dass der Kern gehalten wurde. „Auch die Führungsspieler und die wichtigen Stammspieler sind geblieben. Das ist ein super Zeichen, und wir sind sehr froh darüber“, sagt Philipp. Genau diese Kontinuität soll mithelfen, dass die Mannschaft auf dem Erreichten aufbauen kann.

Neu dazugekommen sind mit Amos Teufel, Moritz Stöttinger und Tim Permadingerer drei junge Spieler für die Außenbahn und den offensiven Bereich. Amos Teufel und Moritz Stöttinger kommen vom SK St. Magdalena, Tim Permadinger von Union Leonding. Philipp macht keinen Hehl daraus, dass genau dort gesucht wurde: „Wir haben vor allem in dem Bereich Verstärkung gesucht und sind sehr froh, dass wir drei so junge Spieler verpflichten konnten, die super zu unserem Verein passen.“ Zusätzlich wurde mit Marco Aner ein junger Torhüter geholt, der zuletzt in Walding aktiv war. Auch auf dieser Position will SK Admira Linz damit wieder breiter aufgestellt sein.

Neuer Trainer, alte Basis und Hoffnung auf Rückkehrer

Eine der wichtigsten Sommerentscheidungen betrifft aber nicht den Kader, sondern die Seitenlinie. Mit Markus Morbitzer übernimmt ein neuer Cheftrainer, und Philipp spricht dabei bewusst von einer Wunschlösung. „Wir sind sehr glücklich, dass wir mit Markus Morbitzer unseren Wunschtrainer gefunden haben“, sagt er. Gleichzeitig findet er auch für Vorgänger Ralph Slama-Schachinger anerkennende Worte und betont, dass dieser „die Sache sehr, sehr gut gemacht hat“. Der Wechsel sei daher keine Abrechnung mit der Vergangenheit, sondern ein bewusster Schritt für die kommende Entwicklung. „Wir sind der Meinung, dass uns frischer Wind guttun würde“, erklärt Philipp und beschreibt damit ziemlich genau, was sich der Verein von diesem Sommer verspricht.

Im Herbst sollen außerdem wieder mehr Optionen dazukommen. Felix Wakolbinger, der im ganzen Frühjahr fehlte, soll im August zurückkehren und der Offensive zusätzliche Möglichkeiten geben. Bei Paul Morokutti wird es laut Philipp noch etwas länger dauern, weil er derzeit individuell arbeitet, der Verein hofft aber auf eine Rückkehr im Laufe des Herbstes. Einen Einzelnen will Philipp bei der Entwicklung der Mannschaft trotzdem nicht herausheben. „Ich finde, dass sich die ganze Mannschaft sehr gut weiterentwickelt hat, auch charakterlich“, sagt er. Mit diesem Gefühl, viel personeller Kontinuität und einem neuen Trainer geht SK Admira Linz nun in die nächste Saison. Dazu kommt eine weitere Unbekannte, denn Philipp erwartet „ganz, ganz viele neue Mannschaften“ und sagt offen, dass man sehr gespannt sei, wie die neue Liga werden wird.