Bezirksliga Ost

"Wir hatten Höhen und Tiefen" – SK Amateure Steyr geht mit klaren Baustellen und breiterem Kader in den Sommer

SK Amateure Steyr

Mit Rang acht und 33 Punkten in der Bezirksliga Ost geht SK Amateure Steyr in die Sommerpause. Co-Trainer Paul Petermair zieht nach wechselhaften Monaten eine nüchterne Bilanz und spricht offen über verspielte Punkte, einen breiter aufgestellten Kader und das klare Bekenntnis zu Trainer Ernö Doma. Die Richtung für die Vorbereitung ist damit klar: mehr Konstanz, mehr Qualität und fast der komplette Kader an Bord.

Spieler steht mit einem Fuß auf einem Ball

Foto von Jonathan Ward auf Unsplash

Ein Saisonverlauf mit Ausschlägen nach oben und unten

Petermair bringt den Rückblick auf die vergangenen Monate gleich auf den Punkt: "Wir hatten Höhen und Tiefen." Dahinter steckt bei den Steyrern mehr als eine allgemeine Floskel, denn auch der Tabellenverlauf zeigt genau dieses Bild. Nach den ersten vier Runden bewegte sich die Mannschaft noch zwischen Rang eins und drei, nach Runde zwölf war sie auf Platz zehn zurückgefallen, ehe sie sich im weiteren Verlauf wieder stabilisierte und schließlich als Achter über die Ziellinie ging. Der Co-Trainer beschreibt die Ursache dafür recht klar: "Wir hatten Spiele, wo wir richtig gut agiert und unseren Plan durchgezogen haben, haben aber auch Spiele gegen vermeintliche Gegner im hinteren Tabellendrittel verloren, wo wir natürlich mehr Punkte hätten holen müssen." Gerade diese Schwankungen ziehen sich durch die Bilanz. Vor dem letzten Spieltag holten die Amateure mit Siegen gegen Union Bad Hall, ASV Haidershofen-Behamberg und Kematen-Piberbach/Rohr sowie dem 2:2 gegen Union Ansfelden noch zehn Punkte aus vier Spielen, zum Abschluss stand dann aber die 2:6-Niederlage gegen Union Saxen.

Keiner weg, vier Neue dazu

Bei der Kaderplanung setzt der Verein auf Kontinuität und zugleich auf mehr Möglichkeiten innerhalb des Aufgebots. Petermair sagt dazu unmissverständlich: "Stand jetzt haben wir mit allen verlängert." Allein dieser Satz zeigt, dass man im Sommer nicht zuerst Löcher stopfen muss, sondern auf einem bestehenden Gerüst weiterarbeiten kann. Dazu kommen vier Neuzugänge, die den Kader sowohl in der Breite als auch in der Qualität anheben sollen. "Wir haben am Transfermarkt zugeschlagen und uns in der Kaderbreite gut aufgestellt, die alle viel Qualität mitbringen", sagt Petermair. Konkret wechseln Andreas Thallinger, Stefan Thallinger und Hussein Susic vom SV Garsten zu den Steyrern, während Samir Mehmeti von Putzleinsdorf geholt wurde. Andreas Thallinger ist fürs Tor vorgesehen, Stefan Thallinger und Hussein Susic bezeichnet Petermair als sehr flexibel einsetzbar, Mehmeti soll die Offensive verstärken. Damit ist die Stoßrichtung klar: Der Kader soll nicht nur größer, sondern im Alltag auch variabler werden.

Volles Vertrauen in Ernö Doma, nur Niklas Schott fehlt länger

Auch rund um die Trainerfrage gibt es bei den Amateuren keine Debatte, sondern eine eindeutige Entscheidung. Petermair stellt klar: "Wir haben uns zu hundert Prozent dazu entschlossen, mit dem jetzigen Trainer Ernö Doma weiterzumachen, da wir ihm sehr viel Vertrauen schenken." Nach einer Saison mit spürbaren Ausschlägen ist das ein wichtiges Signal nach innen, weil der Verein nicht an einzelnen Wochen festmacht, sondern den eingeschlagenen Weg weitergehen will. Dazu passt auch die personelle Ausgangslage für die kommende Sommervorbereitung, die insgesamt ordentlich aussieht. "Wir werden in die Sommervorbereitung fast komplett gehen, bis auf Niklas Schott", sagt Petermair. Der Grund für den Ausfall ist allerdings schwerwiegend: Schott riss sich in der Wintervorbereitung die Achillessehne und wird nach derzeitigem Stand wohl erst im Winter wieder zurückerwartet. Abgesehen davon kann das Trainerteam aber mit einem nahezu vollständigen Aufgebot arbeiten, was für die Vorbereitung ein klarer Vorteil ist.

Das Kollektiv soll den nächsten Schritt bringen

Auffällig ist auch, dass Petermair im Rückblick keinen einzelnen Spieler in den Vordergrund rücken will, obwohl er die individuelle Qualität im Kader ausdrücklich anerkennt. "Ich möchte das Kollektiv als Mannschaft loben. Es gibt natürlich individuelle Qualität in der Mannschaft, aber im Großen und Ganzen sind immer elf Spieler auf dem Feld und diese gewinnen oder verlieren gemeinsam", sagt der Co-Trainer. Genau dort dürfte auch der Ansatz für die nächste Saison liegen. In einer Liga, in der zwischen Rang sieben und Rang zehn am Ende nur wenige Punkte lagen, können Konstanz und mannschaftliche Geschlossenheit schnell über mehrere Tabellenplätze entscheiden. Die Amateure Steyr gehen deshalb nicht mit einem kompletten Umbruch in den Sommer, sondern mit einer recht klaren Mischung aus Kontinuität und gezielter Verstärkung. Der Stamm bleibt zusammen, der Trainer bleibt, der Kader wird breiter und bis auf Niklas Schott ist fast jeder dabei. Jetzt wird es für die Steyrer darauf ankommen, aus den guten Phasen öfter eine Serie zu machen und sich gegen jene Gegner, gegen die laut Petermair mehr möglich gewesen wäre, künftig auch wirklich zu belohnen.