Spielberichte

Union Mitterkirchen, Trainer Kevin Eder: „Lehre: Bis zum Abpfiff konzentriert bleiben“

Union Mitterkirchen
Kematen-Piberbach/Rohr

Zwischen Anspruch und Mahnung: Nach dem Duell in der Bezirksliga Ost zwischen Union Mitterkirchen und SPV Kematen-Piberbach/Rohr feierte Mitterkirchen einen 3:2-Heimsieg. Trainer Kevin Eder zeigte sich zufrieden mit Plan und Auftritt seiner Mannschaft – und zugleich verärgert über die eigenen Nachlässigkeiten in der Nachspielzeit. Er hob den klaren Matchplan über die Flügel hervor, betonte die Kontrolle gegen lange Bälle und Standards des Gegners und sprach von einer verdienten Führung nach der Pause. Der späte Dämpfer bleibt als Warnsignal: Konzentration bis zum Abpfiff.

Weiß-Blau-Orangener Fußball auf Rasen

Foto von Alfonso Scarpa auf Unsplash

Struktur, Geduld und klare Kanten auf den Flügeln

Mitterkirchen legte die Partie von Beginn an auf Kontrolle und Druck über die Außen an. In der ersten Hälfte waren die Hausherren häufig in Ballbesitz und effektiv gegen das, was Kematen-Piberbach/Rohr anbot. „Kematen ist in der ersten Halbzeit nur über lange Bälle gekommen. Die haben wir gut wegverteidigt; wenn etwas durchrutschte, war unser Torhüter mit gutem Positionsspiel da.“ Gefährlich wurde der Gast vor allem über ruhende Bälle – Eckbälle oder seitliche Freistöße –, doch auch hier stand Mitterkirchen stabil. Offensiv suchten die Gastgeber konsequent den Weg über die Flügel und in die Box, waren vor der Pause im letzten Ball jedoch nicht präzise genug – zur Halbzeit stand es 0:0. In Eders Augen sprachen Spielanteile und Chancen bis dahin für seine Elf; er schätzte die Verteilung zunächst auf etwa 60:40 zugunsten Mitterkirchens, ehe die Partie im Laufe der zweiten Hälfte phasenweise ausgeglichener wurde.

Elfmeter als Dosenöffner – und die Tore aus dem Spiel und per Standard

Die in der Kabine geschärfte Marschroute – noch breiter, noch konsequenter über die Flügel – zeigte nach Wiederbeginn schnell Wirkung. „Das war dann der Dosenöffner. Wir haben den Fuß reingekriegt und das Foul gezogen.“ Den fälligen Strafstoß verwandelte Roland Pleimer in der 50. Minute zum 1:0, woraufhin Kematen-Piberbach/Rohr öffnen musste. Es entstanden Räume in Tiefe und Halbräumen, die Mitterkirchen nutzte: Stefan Graf erhöhte in Minute 61 nach einer Kombination über die Seite auf 2:0. Als Paul Haslinger in der 76. Minute einen Freistoß direkt zum 3:0 versenkte, schien die Partie entschieden – bezeichnend dafür, dass Mitterkirchen sowohl aus dem Spiel als auch über Standards zupackte. Individuelle Auszeichnungen lehnte Eder ab: Für ihn zählt das Kollektiv, das gemeinsam gewinnt und verliert.

Nachspielzeit mit Beigeschmack – Lehren für die nächsten Wochen

Was bis in die Schlussphase wie ein abgeklärter Heimsieg wirkte, bekam in der Nachspielzeit Risse. Aus Eders Sicht ließ der Fokus nach; Mitterkirchen kam nicht mehr konsequent in die Zweikämpfe und kassierte aus einem Eckball sowie einer zweiten Szene zwei späte Gegentreffer. Für Kematen-Piberbach/Rohr traf Rene Gumplmayr in der 90. Minute zum 3:1 und in der 94. Minute zum 3:2 doppelt – der bis dahin souveräne Auftritt der Hausherren bekam so unnötigen Nervenkitzel. Am verdienten Erfolg über 90 Minuten ändert das für Eder nichts, die Pflicht zur Konzentration bis zum Abpfiff bleibt jedoch klar. Inhaltlich passt die Analyse: Das eigene Gefahrenprofil über die Flügel griff, die Defensive nahm die langen Bälle des Gegners weitgehend aus dem Spiel, einzig Standards blieben ein wiederkehrendes Thema – auf beiden Seiten. Positiv für die kommenden Aufgaben: Personalprobleme sind kein Thema, Mitterkirchen kann aus dem Vollen schöpfen. Mit der Erinnerung an diese Schlussphase ist die interne Ansage eindeutig: Plan beibehalten, Präzision im letzten Drittel hochhalten – und die Haltung bis zum letzten Zweikampf durchziehen.

Bezirksliga Ost: Mitterkirchen : Kematen-Piberbach/Rohr - 3:2 (0:0)

  • 94
    Rene Gumplmayr 3:2
  • 90
    Rene Gumplmayr 3:1
  • 76
    Paul Haslinger 3:0
  • 61
    Stefan Graf 2:0
  • 50
    Roland Pleimer 1:0