Spielberichte

Kevin Eder (Trainer Union Mitterkirchen): "Erste Halbzeit wie aus einem Guss"

Union Saxen
Union Mitterkirchen

Derby-Stimmung in der 19. Runde der Bezirksliga Ost: Union WABS Saxen und Union Mitterkirchen lieferten sich ein intensives Duell, das die Gäste mit 2:1 für sich entschieden. Mitterkirchen legte vor der Pause stark los, führte verdient 2:0 und brachte den Sieg trotz spätem Anschlusstreffer über die Zeit. Trainer Kevin Eder sprach von einer Vorstellung "wie aus einem Guss" vor der Pause und einem unterm Strich verdienten Auswärtssieg, zumal das Hinspiel im Herbst aus seiner Sicht unglücklich verloren gegangen war.

Pinker Fußball neben Torstange

Foto von Joshua Hoehne auf Unsplash

Vor der Pause gnadenlos, nach der Pause verwaltet

Mitterkirchen reiste mit einer klaren Revanche-Mentalität an – und legte los wie die Feuerwehr. "Wir wollten zeigen, dass wir qualitativ über dem Gegner stehen", sagte Kevin Eder. Seine Elf war vom Start weg das aktivere Team, schnürte Saxen hinten ein und erarbeitete sich früh Chancen. In Minute 16 fiel das 0:1: Torschütze Maximilian Kranzl staubte nach einem seitlichen Freistoß und einem verlängerten Ball im Zentrum ab – so schilderte es Eder. Die Gäste blieben am Drücker, kombinierten flüssig und legten nach: In der 27. Minute erhöhte Roland Pleimer auf 0:2, nach starkem Angriff über die Seite und einer Hereingabe, die der Stürmer per Kopf über den Torwart wuchtete. "Erste Halbzeit haben wir nur auf ein Tor gespielt und sie teilweise schwindelig gespielt", fasste Eder zusammen. Zur Pause stand es 0:2 – völlig verdient. Nach dem Seitenwechsel schaltete Mitterkirchen aber einen Gang zurück. "Wir sind zu früh in den Verwaltungsmodus gegangen", monierte der Trainer, auch wenn Saxen lange kaum zwingend wurde. In der 79. Minute machte Julian Karl das Spiel mit dem 1:2 noch einmal heiß – laut Eder nach einem riskanten Passverlust und einem schnellen Lauf über außen mit erfolgreichem Eins-gegen-eins. Die Schlussphase blieb zwar umkämpft, doch die Gäste ließen nichts Großes mehr zu und brachten den Vorsprung über die Distanz.

Eder: "Wir haben sie phasenweise an die Wand gespielt"

In seiner Analyse blieb Kevin Eder deutlich. "Die erste Halbzeit war wie aus einem Guss", sagte er und sprach sogar von rund 80 Prozent Ballbesitz für seine Mannschaft vor der Pause. "Wir waren immer einen Schritt schneller, haben jede Aktion antizipiert und den Fuß in die Zweikämpfe gebracht." Mitterkirchen hatte aus seiner Sicht "super Torszenen" und hätte "aufs dritte, aufs vierte" stellen können. Genau dieser Killerinstinkt fehlte nach dem 0:2. "Ich wünsche mir in den nächsten Wochen, dass wir das Spiel früher killen", so Eder, der mehrfach betonte, wie dominant sein Team in allen Bereichen aufgetreten sei. "Wir haben den Gegner phasenweise an die Wand gespielt und ihm die Schneid abgekauft." Auch in der zweiten Hälfte, trotz des geringeren Tempos, blieb der Eindruck für den Coach eindeutig: mehr Ballkontrolle, mehr Chancen, mehr Ruhe am Ball. "Unterm Strich sind wir trotz des knappen Ergebnisses der völlig verdiente Derbysieger."

Gegner, Schiri und Blick nach vorne

Zum Auftritt des Gegners hatte Eder eine klare Einschätzung: "Saxen stand tief, hat auf Umschaltmomente gelauert und versucht, schnell hinter unsere Kette zu kommen." Diese Stärke zeigte sich beim Anschlusstreffer, den Julian Karl eiskalt nutzte – ein Spieler, vor dessen Qualität Mitterkirchen gewarnt war. Insgesamt, so Eder, habe seine Mannschaft diese Momente "großteils sehr gut wegverteidigt", nur einmal sei ein Ball "durchgerutscht". Diskussionsstoff bot aus seiner Sicht der Schiedsrichter: "Viele Fünfzig-fünfzig-Entscheidungen sind gegen uns gelaufen. Eine klare Hand-Elfmetersituation wurde nicht gegeben, und eine frühe Gelbe hätte das Derby beruhigt." Gleichzeitig stellte er klar: "Unterm Strich hat der Schiedsrichter das Spiel nicht groß beeinflusst." Der Blick nach vorne ist eindeutig: "Wir wollen das nächste Mal früher den Deckel draufmachen – die Chancen dazu hatten wir heute."

Bezirksliga Ost: Saxen : Mitterkirchen - 1:2 (0:2)

  • 79
    Julian Karl 1:2
  • 27
    Roland Pleimer 0:2
  • 16
    Maximilian Kranzl 0:1