In der Bezirksliga Ost drehte die Union Mitterkirchen beim 2:1-Auswärtssieg gegen den SK Amateure Steyr nach 0:1-Pausenrückstand noch das Spiel. Nach einem schwierigen Beginn und Rückstand fand Mitterkirchen erst nach dem Seitenwechsel richtig ins Match. Trainer Kevin Eder sprach von einem klaren Weckruf in der Kabine und lobte die Reaktion seiner Mannschaft, die nach dem Ausgleich nicht nachließ und in der Nachspielzeit den viel umjubelten Lucky Punch setzte.

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Steyr kam besser rein, war präsent und suchte früh die Zweikämpfe. „Wir sind in der Anfangsphase ganz schlecht ins Spiel gekommen. Amateure Steyr hat von Beginn weg Druck gemacht, war extrem präsent und giftig in den Zweikämpfen“, sagte Kevin Eder. Mitterkirchen überstand diese ersten Minuten zwar ohne zwingende Chancen gegen sich, ließ aber selbst die große Möglichkeit zur Führung liegen, als Maximilian Kranzl nach einem Steckpass frei vor dem Tormann scheiterte. Kurz darauf die Führung der Hausherren: Nach einem Zweikampf im Strafraum entschied die Schiedsrichterin auf Elfmeter – Daniel Bilic verwandelte in Minute 24 zum 1:0. „Aus dem Spiel heraus haben wir danach viel wegverteidigt, aber bei seitlichen Freistößen und Ecken war Steyr immer brandgefährlich. Ich war letztlich froh, dass wir mit dem Ergebnis in die Pause gekommen sind“, so Eder.
In der Kabine wählte Eder deutliche Worte – und traf einen Nerv. „Ich habe der Mannschaft klar gesagt: Das ist heute in allen Belangen viel zu wenig. Wenn wir den Anspruch eines Spitzenteams haben, braucht es eine 180-Grad-Wendung“, erklärte der Coach. Nach Wiederanpfiff zeigte Mitterkirchen ein völlig anderes Gesicht, suchte Kombinationen, kam über beide Seiten und übernahm die Kontrolle. „Wir waren ab dem Anpfiff der zweiten Halbzeit voll da, haben unser Kombinationsspiel aufgezogen. Dann waren wir ganz klar spielbestimmend und die stärkere Mannschaft.“ Der Ausgleich fiel folgerichtig nach einem Standard: Einen seitlichen Freistoß von Stefan Graf verlängerte der zur Pause gekommene Daniel Kranzer in der 64. Minute überlegt per Kopf ins lange Eck – 1:1 und neue Energie für die Gäste.
Nach dem 1:1 drückte Mitterkirchen weiter. „Wir haben gewusst, wir werden die eine Chance noch haben. Wir müssen geduldig und klar im Kopf bleiben“, so Eder. Steyr blieb vor allem über ruhende Bälle gefährlich, doch Mitterkirchens Schlussmann parierte stark, und einmal wurde bei einem Freistoß auf der Linie geklärt – das hielt die Gäste im Spiel. In der Nachspielzeit fiel die Entscheidung: Nach einem umkämpften 50:50-Duell ließ die Schiedsrichterin weiterspielen, Mitterkirchen schaltete schneller. „Das hat zur Linie der Schiedsrichterin gepasst, unterm Strich hat sie sehr gut geleitet“, meinte Eder. Roland Pleimer setzte sich durch, zog Richtung Strafraum und schob den Ball in der 92. Minute überlegt ins lange Eck – der späte 2:1-Siegtreffer und großer Jubel beim Drittplatzierten.
Eder verteilte nach dem Abpfiff auch Anerkennung an den Gegner: „Steyr war zu Beginn extrem bissig und aggressiv, steht mit einer Fünferkette kompakt und ist bei Standards brandgefährlich.“ Das Lob für die eigene Truppe fiel differenziert aus: „In der ersten Halbzeit hat nahezu gar nichts funktioniert. In der zweiten Halbzeit hat dann alles funktioniert – auf die Reaktion bin ich stolz.“ Der Blick geht nach vorne: „Wir haben noch sechs Runden. Wir wollen so lange wie möglich vorne dabei bleiben und Druck ausüben. So einen Auftritt wie in der ersten Halbzeit möchte ich so schnell nicht mehr sehen – spielen wir 90 Minuten wie nach der Pause, wird es schwer, gegen uns Punkte zu holen.“