Spielberichte

Drei kapitale Eigenfehler: Union Saxen bringt sich gegen Favoriten selbst um besseres Ergebnis

Ligaportal als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen
Union Saxen
SK Amateure Steyr

In der Bezirksliga Ost musste sich die Union WABS Saxen dem SK Amateure Steyr mit 0:3 geschlagen geben. Für Neo-Trainer Marian Haider war die Partie nach dem Schlusspfiff dennoch „relativ einfach zu analysieren“: Nicht ein schwacher Gesamtauftritt, sondern drei schwere Eigenfehler brachten seine Mannschaft früh auf die Verliererstraße. Saxen hielt laut Haider über weite Strecken mit, schenkte dem Favoriten die Tore aber praktisch selbst.

Fußballspieler ganz in Grün gekleidet

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Partie war nach 36 Minuten schon entschieden

Der Spielverlauf war aus Saxener Sicht vor allem deshalb so bitter, weil die drei Gegentreffer schon vor der Pause fielen und laut Haider alle auf klare Fehler der eigenen Mannschaft zurückzuführen waren. Nach zehn Minuten nutzte Samir Mehmeti die erste große Einladung zum 0:1. Haider schilderte die Szene deutlich: „Beim 1:0 steigen wir am Sechzehner als letzter Mann auf den Ball, sodass ihr Stürmer alleine vorm Tor steht.“ Beim 0:2 durch Daniel Bilic in der 26. Minute ärgerte ihn vor allem die Art des Gegentreffers. „Das war ein harmloser Schuss mit sehr wenig Geschwindigkeit, den mein Tormann durchlässt“, sagte der Saxen-Coach. Und auch vor dem 0:3 in der 36. Minute, erneut durch Bilic, sah er den nächsten unnötigen Ballverlust als Auslöser: „Das war das nächste Geschenk. Wir schaffen es nicht, dass wir an den Ball treffen, und legen ihn unglücklich nach hinten an den Elfer.“ Für Haider stand daher fest: „Drei kapitale Eigenfehler, das waren dann einfach drei Gegentore.“


Matchplan passte, nur vor den Toren lief es gegen Saxen

Gerade das machte die Niederlage für den Trainer so klar einordenbar. Haider war mit vielem in der Anlage seines Teams durchaus einverstanden, auch wenn das Ergebnis am Ende deutlich ausfiel. „Ich kann meiner Mannschaft eigentlich nicht viel vorwerfen, weil der Matchplan war okay“, sagte er. Saxen hatte sich auf das 3-4-3 der Steyrer Amateure eingestellt, spiegelte das System und wusste auch, dass beim Anlaufen immer wieder Chipbälle hinter die erste Linie kommen würden. „Das haben wir eigentlich auch relativ gut verteidigen können“, meinte Haider. Aus seiner Sicht ließ seine Elf bis auf die drei Patzer nicht allzu viel zu. Gleichzeitig fehlte vorne wieder die nötige Konsequenz. „Wir sind nicht so kaltschnäuzig, wie wir es gerade brauchen“, sagte er und sprach damit ein Thema an, das ihn schon länger begleitet. Saxen komme oft erst nach mehreren guten Möglichkeiten zum Torerfolg, und genau das sei gegen einen klaren Favoriten zu wenig. Dazu kam aus seiner Sicht direkt nach der Pause noch eine strittige Szene, als die Gastgeber einen Elfmeter wollten. Haider formulierte es klar, ohne daraus die Hauptursache zu machen: „Wir haben einen Elfmeter nicht bekommen, was ein ganz klarer war. Eventuell noch das 3:1, dann ist vielleicht noch einmal etwas drin.“ Trotzdem schob er sofort nach: „Wir brauchen uns da jetzt nicht auf den Schiedsrichter ausreden. Wir haben das Spiel ganz klar selber verloren.“

Trotz 0:3 sieht Coach Haider Ansätze und fordert jetzt Punkte

So deutlich Haider die Fehler ansprach, so klar versuchte er nach dem Spiel auch, das Positive nicht ganz auszublenden. Für ihn war wichtig, dass die Union Saxen gegen eine Spitzenmannschaft der Liga nicht auseinanderfiel. „Wir haben wieder gesehen, dass uns eine Top-Mannschaft in der Liga nicht an die Wand spielt und wir mithalten können“, sagte er. Das ist für den neuen Trainer ein Punkt, auf dem sich aufbauen lässt, auch wenn am Samstagnachmittag einige wichtige Spieler fehlten. Haider sprach von „richtigen Kapazundern“, die aus unterschiedlichen Gründen nicht dabei waren, betonte aber zugleich, dass jene, die auf dem Platz standen, ihren Teil ordentlich erledigt hätten. „Alle, die gespielt haben, haben es gut gemacht, bis auf die individuellen Fehler“, sagte er. Für die nächsten Wochen ist die Richtung für ihn damit klar vorgegeben: Saxen muss im letzten Drittel klüger werden, die Chancen besser nutzen und vor allem die einfachen Fehler abstellen. „Wir müssen einfach so weitermachen und wieder Punkte holen“, forderte Haider. Nach Spielen gegen starke Gegner sieht er nun jene Wochen kommen, in denen seine Mannschaft wieder anschreiben muss. Genau darum ging es ihm nach dieser 0:3-Niederlage vor allem: nicht alles schlechtzureden, aber die Lehren aus einem Spiel mitzunehmen, das aus seiner Sicht nicht vom Gegner dominiert, sondern von drei eigenen Fehlern entschieden wurde.

Bezirksliga Ost: Saxen : Am. Steyr - 0:3 (0:3)

  • 36
    Daniel Bilic 0:3
  • 26
    Daniel Bilic 0:2
  • 10
    Samir Mehmeti 0:1