In der Bezirksliga Ost hat der SK Amateure Steyr am Freitagabend gegen die Sportunion Hofkirchen/Traunkreis nach einem 0:2-Pausenrückstand noch ein 2:2-Unentschieden geholt. Für Co-Trainer Paul Petermair spiegelte dieses Remis zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten wider. Vor der Pause fehlte Steyr die Klarheit, nach dem Seitenwechsel kam die Antwort – auch dank eines Doppelpacks von Samir Mehmeti. Damit blieb der Tabellenzweite in der Spitzengruppe, musste einem Rückstand aber lange nachlaufen.

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Für die Gastgeber begann der Abend mit genau jenem Gesicht, das Petermair später kritisch ansprach. "Wir haben über 90 Minuten zwei Gesichter gezeigt", sagte der Co-Trainer und meinte damit vor allem die klare Trennung zwischen einer enttäuschenden ersten und einer deutlich besseren zweiten Halbzeit. Vor der Pause war der SK Amateure laut seiner Einschätzung zwar "bemüht", brachte diese Bemühungen aber nicht mit der nötigen Durchschlagskraft auf den Platz. "Wir waren in der ersten Halbzeit bemüht, jedoch nicht zwingend und zu wenig aggressiv in den Zweikämpfen", sagte Petermair. Der Aufsteiger nutzte das aus und ging in der 16. Minute durch Nico-Jan Pilz in Führung. Kurz vor dem Pausenpfiff legte derselbe Spieler mit seinem zweiten Treffer des Abends noch das 2:0 nach. Für Steyr war das eine schwere Ausgangslage, weil die Gäste ihre starke erste Hälfte mit zwei Toren absicherten.
Trotz des klaren Rückstands war in Steyrs Lager zur Pause nicht das Gefühl da, dass die Partie schon verloren wäre. Petermair verwies nach dem Schlusspfiff auf das Vertrauen in die eigene Qualität und auf die klare Absicht, noch einmal zurückzukommen. "Wir wussten, dass wir genügend Qualität in der Mannschaft haben und wollten in der zweiten Halbzeit das Spiel drehen", erklärte er. Genau mit dieser Haltung kamen die Amateure aus der Kabine. Samir Mehmeti verkürzte in der 53. Minute auf 1:2 und gab dem Spiel damit sofort eine andere Richtung. Steyr war nun deutlich näher dran, und der Ausgleich fiel schließlich in der 79. Minute erneut durch Mehmeti. Aus einem 0:2 wurde so noch ein 2:2, und genau diese Reaktion hob Petermair besonders hervor. "Ich muss der Mannschaft für die zweite Halbzeit ein großes Lob aussprechen. Der Wille, nach einem 0:2 so zurückzukommen, zeigt Charakter", sagte er.
So positiv der zweite Durchgang aus Sicht der Gastgeber auch war, Petermair wollte die Probleme aus der ersten Hälfte nicht kleinreden. Für ihn lag der Grund dafür, dass Steyr am Ende nicht mehr als einen Punkt mitnahm, klar auf dem Tisch. "Unsere erste Halbzeit war nicht gut. Viele einzelne Fehlpässe, Unkonzentriertheiten und im letzten Drittel waren wir einfach nicht zwingend", sagte der Co-Trainer. Damit beschrieb er genau die Punkte, die Hofkirchen vor der Pause in die Karten spielten. Gleichzeitig sprach Petermair auch dem Gegner Respekt aus und stellte klar, dass Hofkirchen keineswegs überraschend so unangenehm zu bespielen war. "Der Gegner war sehr gut eingestellt. Eine gute Bezirksliga-Mannschaft", erklärte er. Auch rund um den Unparteiischen sah er keinen Anlass für Nebenschauplätze. "Die Schiedsrichterleistung war echt in Ordnung", sagte Petermair und hielt den Fokus damit klar bei der eigenen Leistung.
Am Ende bleibt für den SK Amateure Steyr ein Punkt, der sich nach diesem Spielverlauf schwer eindeutig einordnen lässt. Der 0:2-Rückstand zur Pause machte es den Gastgebern sehr schwer, noch mehr mitzunehmen, und genau diese erste Hälfte dürfte intern stärker nachwirken als die Moral nach dem Seitenwechsel. Gleichzeitig hat die Mannschaft mit der Aufholjagd gezeigt, dass sie auch in einem schwierigen Spiel zurückkommen kann, wenn sie ihre Qualität auf den Platz bringt. Samir Mehmeti wurde mit seinem Doppelpack zum Mann der zweiten Halbzeit, während Nico-Jan Pilz mit seinen beiden Treffern davor die Grundlage für Hofkirchens Punktgewinn gelegt hatte. Für Steyr bedeutet das 2:2, dass die Mannschaft mit 13 Punkten weiter vorne dabei bleibt. Die wichtigste Erkenntnis aus Sicht von Petermair dürfte aber sein, dass dieses Team zwei Gesichter zeigte und dass künftig jenes aus der zweiten Hälfte von Beginn an gefragt sein wird.