Spielberichte

„Wir haben den Kampf angenommen“ – Neuzeug dreht das 1:2 und legt nach der Pause zum 5:3 nach

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ATSV Neuzeug
Union Saxen

In der Bezirksliga Ost hat ATSV Neuzeug am Samstag ein torreiches 5:3 gegen Union WABS Saxen gefeiert. Trainer Stefan Reifenauer sah genau die Partie, die er erwartet hatte: viel Kampf, viele hohe Bälle und einen Gegner, der vor allem bei Standards gefährlich war. Entscheidend war aus seiner Sicht, dass seine Mannschaft nach dem 1:2 ruhig blieb, den Ausgleich schaffte und das Spiel nach der Pause immer besser kontrollierte.

Mehrere Spieler auf dem Platz - ein Betreuer trägt eine Eisbox

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Perfekter Start, dann wird es richtig unangenehm

Reifenauer hatte sein Team auf eine robuste Partie eingestellt, und genauso begann der Nachmittag auch. „Es war wie erwartet eine schwere Kampfpartie, die mit vielen hohen Bällen über die Bühne gehen würde“, sagte der Neuzeug-Coach. Umso wichtiger war für ihn der Auftakt. Neuzeug ging schon in der 2. Minute durch Georg Michael Storz mit 1:0 in Führung. Der Trainer sprach von einem „super Ballgewinn und Umschaltmoment“ und einer starken Aktion über die linke Seite. Danach wollte seine Mannschaft das Heft in die Hand nehmen, brachte den Gegner aber selbst zurück in die Partie. Ein Eigenfehler führte zu einem Eckball, und genau dort hatte Reifenauer im Vorfeld die Stärke von Saxen gesehen. Matthias Lehbrunner nutzte das in der 5. Minute zum 1:1. Noch bitterer aus Sicht der Gastgeber: Auch dem 1:2 durch Philipp Mühlehner in der 15. Minute ging laut Reifenauer ein leichtfertiger Ballverlust nach einer eigenen Standardsituation voraus. „Im Rückstand gegen Saxen wird es sehr, sehr schwer, weil sie sich dann hinten aufstellen und vorwiegend mit hohen Bällen auf unsere Fehler warten“, sagte er. Neuzeug blieb aber dran und kam noch vor der Pause durch Thomas Popp in der 26. Minute zum 2:2 zurück.


Nach dem Ausgleich fand Neuzeug die Lösungen

Für Reifenauer begann die Partie nicht erst mit dem Seitenwechsel zu kippen, sondern schon rund um den Ausgleich. „Relativ schnell nach dem 2:2 haben wir gemerkt, dass Saxen das Pressing vorne nicht mehr gehen konnte oder wollte“, erklärte er. Neuzeug fand nach seinen Worten immer öfter Lösungen gegen das hohe Anlaufen und kam dadurch in Räume, die vorher noch nicht da waren. Vor allem über die linke Seite sah der Trainer viele gute Aktionen. Dieses Gefühl bestätigte sich unmittelbar nach der Pause auch auf der Anzeigetafel. Dominik Dora traf in der 49. Minute zum 3:2, und genau dieses Tor hob Reifenauer später besonders hervor: „Definitiv das 3:2, weil uns Dominik Dora damit ein bisschen auf die Siegerstraße gebracht hat.“ Als derselbe Spieler in der 75. Minute auch noch das 4:2 nachlegte, war die Partie aus Sicht des Trainers eigentlich klar in die richtige Richtung gelenkt. Ganz durch war die Sache aber noch nicht, weil Neuzeug nach einer schlecht geklärten Standardsituation in der 80. Minute noch das 4:3 durch Philipp Mühlehner hinnehmen musste. „Da hätten wir den Sack zumachen müssen“, sagte Reifenauer offen. Statt einer ruhigen Schlussphase musste seine Mannschaft noch einmal zittern, ehe Georg Michael Storz in der Nachspielzeit mit dem 5:3 den Deckel draufmachte.

Kampf angenommen, aber noch Luft nach oben

Dass Neuzeug diese wilde Partie am Ende auf seine Seite zog, hatte für den Trainer vor allem mit der Haltung seiner Mannschaft zu tun. „Wir haben den Kampf angenommen“, sagte Reifenauer, und genau das war für ihn die Grundlage. Er sprach davon, dass seine Mannschaft wusste, dass es „kein spielerischer Leckerbissen“ werden würde, sondern ein Spiel, in dem Zweikämpfe, zweite Bälle und konsequentes Verteidigen entscheidend sind. Gerade im zweiten Durchgang habe sein Team viel „im Block und in Teamarbeit“ für sich entschieden. Gleichzeitig vergaß der Coach auch den Gegner nicht. Saxen habe einen „konsequenten Matchplan“, sei „sehr giftig“ und „sehr zweikampfstark“ gewesen, dazu bei Standards immer gefährlich. Auch den Schiedsrichter hob er positiv hervor und bezeichnete die Leistung als „sehr gut und sehr fair“. Ganz zufrieden war Reifenauer trotz der fünf erzielten Tore aber nicht. Verbesserungspotenzial sieht er vor allem im Spielaufbau. „Manchmal darf man sich nicht zu fein sein, auch mal den hohen Ball zu schlagen“. Gerade mit Blick auf die Platzbedingungen in den kommenden Wochen ist ein konsequenter Spielaufbau meist mit viel Risiko verbunden. Der Heimsieg gegen Saxen war also nicht nur ein torreicher Erfolg, sondern auch eine Partie, aus der Neuzeug einiges mitnimmt.

Bezirksliga Ost: Neuzeug : Saxen - 5:3 (2:2)

  • 94
    Georg Michael Storz 5:3
  • 80
    Philipp Mühlehner 4:3
  • 75
    Dominik Dora 4:2
  • 49
    Dominik Dora 3:2
  • 26
    Thomas Popp 2:2
  • 15
    Philipp Mühlehner 1:2
  • 5
    Matthias Lehbrunner 1:1
  • 2
    Georg Michael Storz 1:0