Die Union Thalheim hat nach einer durchwachsenen Hinrunde in der Bezirksliga Süd personelle Konsequenzen gezogen und sich von Trainer Mathias Kimpflinger getrennt. Mit 14 Punkten liegt der ambitionierte Klub nur auf Rang zehn – zu wenig für die eigenen Ansprüche. Interimistisch übernehmen nun Andreas Pfob und Patrick Übleis.
Im Sommer war man in Thalheim mit klaren Vorstellungen in die Saison gestartet. Der Verein wollte weiter vorne mitmischen – doch nach insgesamt nur 14 Punkten zog der Vorstand die Notbremse. „Mit dieser Ausbeute kann man nicht mehr von einer Spitzenmannschaft reden“, bringt es der sportliche Leiter, Christian Magoc, auf den Punkt. Die Entscheidung zum Trainerwechsel sei niemandem leicht gefallen: „So einen Schritt macht man nicht gern. Mathias hat großes Engagement gezeigt und kam innerhalb der Mannschaft sehr gut an.“ Tatsächlich war das Mannschaftsklima laut Klubführung intakt. Dennoch habe man das Gefühl gehabt, reagieren zu müssen, um nicht frühzeitig in den Abstiegskampf zu rutschen. „Wenn wir jetzt am Anfang wieder Punkte verschenken, wird es eng“, so die Einschätzung von Magoc.
Ein Thema war offenbar die Rollenverteilung zwischen Trainer und Team. Kimpflinger pflegte einen engen Draht zur Mannschaft, was von den Spielern durchaus geschätzt wurde. „Natürlich waren die Spieler mit ihm fein“, so der sportliche Leiter. Gleichzeitig sei man zur Überzeugung gelangt, dass es in der aktuellen Phase „vielleicht ein bisschen mehr Distanz“ brauche. Magoc betont jedoch ausdrücklich, dass die Arbeit des Trainers nicht grundsätzlich infrage gestellt werde. Man habe mit Kimpflinger einem jungen Coach die Chance gegeben, sich in der Bezirksliga zu beweisen, was man auch nicht bereue. Am Ende sind es oft Kleinigkeiten, die zu so einem Schritt führen.“ In einem engen Tabellenumfeld könne das rasch entscheidend sein.
Mit Andreas Pfob als Cheftrainer und Co-Coach Patrick Übleis übernimmt vorerst ein internes Duo. Ob daraus eine Dauerlösung wird, bleibt offen. „Schauen wir einmal. Vielleicht ist Andreas der Richtige“, hält Magoc fest. Man wolle den beiden die Chance geben, sich zu beweisen. Sportlich wartet jedenfalls viel Arbeit. Die Testspiele verliefen ernüchternd: 2:4 gegen die Fußballschule Linz, ein 0:13 gegen Bad Wimsbach sowie ein 0:4 gegen die SPG Wallern/St. Marienkirchen. Die Ergebnisse unterstreichen, dass Stabilität – vor allem defensiv – dringend gefragt ist.
Im Winter wurde personell nachgelegt. Mit Tormann Kevin Koch (Kirchberg-Thening) kam ein Spieler, dem man sofortig wichtige Impulse zutraut. Zudem verstärken Oliver Tomasic (Union Steinhaus), Filip Batinic (Union Humer Gunskirchen), Derian Godean (Eferding UFC 1b) und Luca-Leonard Laurentiu (SV Viktoria Marchtrenk) den Kader. Die Neuzugänge sollen vor allem die Breite erhöhen und mehr Konkurrenzkampf schaffen.
Der nunmehrige Ex-Trainer selbst zeigt sich gefasst. Ihm sei wichtig, „kein böses Blut zu hinterlassen“. Er betont, dass das Verhältnis zur Mannschaft sehr gut gewesen sei: „Mir war wichtig, dass wir offen und ehrlich miteinander reden können. Wenn die Stimmung passt, funktioniert auch die Leistung. Ich habe da eine klare Vorstellung und bin überzeugt von meinem Zugang.“
Kritisch sieht er vor allem den Zeitpunkt der Entscheidung. Nach einem Trainingslager habe es Aufbruchsstimmung gegeben, die Mannschaft habe Inhalte umgesetzt. „Wenn es für den Verein nicht mehr passt, hätten wir das besser schon vor dem Trainingslager lösen können“, meint Kimpflinger rückblickend. Bitter sei für ihn die Bekanntgabe der Entscheidung nach dem Test in Wallern an seiner alten Wirkungsstätte gewesen. Das hätte man laut Kipflinger "anders lösen" können. Sportchef Magoc räumte im Gespräch mit Ligaportal ebenfalls ein, dass eine Trennung bereits nach der Hinrunde die "vielleicht bessere Lösung" gewesen wäre und man sich aufgrund des nun späten Zeitpunktes Diskussionen erspart hätte. Dennoch wünscht Kimpflinger dem Verein ausdrücklich alles Gute: „Ich hoffe, dass sie den richtigen Weg finden. Wir haben als Mannschaft gut gearbeitet und zusammengehalten.“
Für Thalheim zählt nun vor allem eines: rasch Punkte sammeln und sich von der Abstiegszone absetzen. Die Ansprüche im Umfeld sind höher als Rang zehn – doch zuerst gilt es, Stabilität zu finden.