In der Bezirksliga Süd hat der Vöcklabrucker Sportclub am Samstagnachmittag bei der Union SRW Schlierbach einen 1:0-Sieg geholt. Das entscheidende Tor erzielte Dragan Marojevic in der 27. Minute per Freistoß. Trainer Edis Kenjar sah einen ordentlichen Auftritt seiner Mannschaft, betonte aber auch, dass die Partie vor allem nach der Pause ebenso in Richtung eines Unentschiedens hätte kippen können.
Aus Sicht der Gäste brauchte es zunächst ein paar Minuten, bis die Partie wirklich in die richtige Richtung lief. Kenjar schilderte offen, dass seine Mannschaft „die ersten zwei, drei Minuten gebraucht“ habe, um hineinzufinden, und dabei auch „sehr viele Fehlpässe“ gemacht habe. Danach habe sich das Bild aber deutlich geändert. Vöcklabruck wurde sicherer, fand besser in die Zweikämpfe und kam laut dem Trainer auch immer mehr in jene Zonen, in denen es gefährlich werden konnte. „Wir haben dann sehr gut ins Spiel gefunden und einige Chancen vorgefunden“, sagte Kenjar. Für ihn war in dieser Phase klar zu erkennen, dass seine Elf mehr vom Spiel hatte. „Wir waren dann am Drücker, das 1:0 zu machen“, so der Trainer. Dieses 1:0 fiel dann auch in der 27. Minute: Ein Freistoß von halb rechts landete durch Dragan Marojevic im kurzen Eck. Kenjar beschrieb die Szene so, dass der Ball an der Mauer vorbeiging und den Tormann dabei „ein wenig überrascht“ habe. Mit dieser Führung ging Vöcklabruck auch in die Pause, und aus Sicht der Gäste war dieser Treffer der entscheidende Schritt in einem ersten Durchgang, in dem man sich nach wackeligem Beginn deutlich steigern konnte.
Ganz so ruhig wie vor der Pause lief es für Vöcklabruck nach dem Seitenwechsel nicht mehr weiter. Kenjar sprach davon, dass seine Mannschaft „ein bissl was umgestellt“ habe und es zudem einen verletzungsbedingten Wechsel gegeben habe. In der Folge ließen die Gäste den Gegner mehr kommen und wollten selbst stärker auf Konter setzen. Genau dieser Plan ging nach seiner Einschätzung aber nur bedingt auf. „Wir wollten auf Konter spielen, was uns eigentlich nicht so gut gelungen ist“, meinte Kenjar. Dadurch bekam Schlierbach mehr Spielanteile und auch die Möglichkeiten, noch einmal in die Partie zurückzukommen. Besonders eine Szene blieb dem Trainer dabei in Erinnerung. Neben dem 1:0 war für ihn jener Abschluss des Gegners ans Aluminium der zweite entscheidende Moment des Spiels. Kenjar sagte, das sei eine Situation gewesen, in der Schlierbach „vielleicht das 1:1 machen hätte können“, zumal auch der Abpraller danach nicht verwertet wurde. Gerade deshalb ordnete er den Sieg trotz aller Freude nüchtern ein: „Den Sieg nehmen wir mit. Hätte aber auch ein Unentschieden sein können, weil der Gegner auch Chancen gehabt hat.“ Damit war aus seiner Sicht viel gesagt über eine zweite Halbzeit, in der Vöcklabruck zwar verteidigte, das Spiel aber nicht mehr so klar auf seiner Seite hatte wie noch in längeren Phasen vor der Pause.
Dass es am Ende trotzdem zum Auswärtssieg reichte, führte Kenjar vor allem auf die Haltung seiner Mannschaft zurück. „Die Einstellung der Mannschaft war top“, sagte er, und genau diesen Punkt hob er mehrfach hervor. Läuferisch und kämpferisch habe sein Team überzeugt, dazu sei der Wille spürbar gewesen, diesen knappen Vorsprung unbedingt zu verteidigen. „Die haben sich in jeden Ball reingehaut“, erklärte der Trainer, der auch das Abwehrverhalten gegen die vielen langen Bälle der Gastgeber ansprach. Die Union Schlierbach habe immer wieder den Weg über hohe Zuspiele auf den Stürmer gesucht und sei dann schnell nachgerückt, doch der Vöcklabrucker SC habe das „eigentlich ganz gut verteidigt“. Besonders in der Luft sah Kenjar seine Mannschaft gut aufgestellt, auch weil mit Philip Wögerer ein starker Kopfballspieler hinten viel wegräumte. So stand am Ende erneut die Null, und genau darauf legte der Trainer nach Schlusspfiff besonderen Wert: „Wir spielen jetzt das dritte Mal zu null.“ Mit nun neun Punkten aus sechs Runden steht Vöcklabruck auf Platz fünf und hat den Anschluss nach oben gehalten. Entsprechend klar fiel auch der Ausblick aus: „Die Punkte haben wir dringend gebraucht, damit wir uns in der Tabelle ein wenig nach oben orientieren können. Wenn wir so weitermachen, werden es die Gegner schwer haben, uns zu besiegen.“