In der Bezirksliga Süd hat der SV St. Wolfgang/Rußbach gegen die Union Mondsee Juniors mit 3:2 gewonnen, zufrieden war Trainer Franz Scherpink danach aber nur mit dem Ergebnis. Vor allem das 2:1 unmittelbar vor der Pause nannte er einen Schlüsselmoment. Spielerisch sah der Coach beim Aufsteiger dennoch eine durchwachsene und fehlerhafte Leistung, die das Spiel bis in die Nachspielzeit offen hielt.

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Der Nachmittag begann für die Gastgeber alles andere als ruhig. Schon in der 3. Minute brachte Fabian Feusthuber die Mondsee Juniors mit 1:0 in Führung, nachdem St. Wolfgang laut Scherpink im Abwehrbereich einen Fehler gemacht hatte. Die Antwort kam allerdings fast im Gegenzug. In einer Pressingsituation schob St. Wolfgang gut durch, setzte den Tormann unter Druck und kam so zum 1:1 durch Patrick Ambrosch in der 5. Minute. "Dann haben wir ein bisschen einen besseren Zugriff bekommen auf das Spiel", sagte Scherpink. Ganz zufrieden war er mit dieser Phase aber nicht, weil seine Mannschaft zwar ordentliche Angriffe kreierte, dabei aber "immer wieder fehlerhaft" blieb und vorne in der Box zu wenig Präzision sowie zu wenig Entschlossenheit zeigte. Gerade deshalb blieb die Partie in der ersten Halbzeit offen, obwohl der Trainer meinte, dass seine Elf in dieser Phase auch schon in Führung hätte gehen können.
Gerade weil die Partie lange ausgeglichen wirkte, maß der Trainer dem zweiten Treffer große Bedeutung bei. Scherpink musste in der ersten Halbzeit früh verletzungsbedingt wechseln, brachte Ivan Samuel Fekiac und sah dann mit dem Pausenpfiff genau den Moment, den er später als Schlüssel bezeichnete. Fekiac traf in der 45. Minute zum 2:1, laut Scherpink mit einem "wunderschönen Tor" aus halbrechter Position ins linke Kreuzeck. "Das 2:1 mit dem Pausenpfiff war natürlich für den Gegner sehr negativ und für uns positiv", erklärte der Coach. Für ihn war das mit Sicherheit ein entscheidender Moment, weil St. Wolfgang danach besser in die zweite Hälfte kam. Scherpink sprach von mehr Spielanteilen und mehr Kontrolle, wollte den Auftritt seiner Mannschaft aber auch da nicht schöner reden, als er aus seiner Sicht war.
Ganz sauber wurde der Auftritt der Heimelf auch nach der Pause nicht. Scherpink sprach von einem verbesserten, "aber bei Weitem nicht wirklich guten" zweiten Durchgang und von einem Spiel, das immer wieder zerfahren wirkte. Gerade das ärgerte ihn, weil seine Mannschaft nach dem Seitenwechsel die Chancen auf eine frühere Entscheidung hatte. "Wir hätten ohne Weiteres frühzeitig das 3:1 machen können", sagte er und erinnerte an einen Stangenschuss sowie weitere gute Möglichkeiten. Erst in der 81. Minute fiel dieses dritte Tor dann tatsächlich: Patrick Ambrosch verwandelte einen Elfmeter zum 3:1, nachdem an Josip Curic gefoult worden war. Dieses Tor gab St. Wolfgang zwar die erhoffte Sicherheit, doch wirklich ruhig wurde der Nachmittag damit nicht. Dafür ließ die Mannschaft laut ihrem Trainer insgesamt zu viele Möglichkeiten aus, um den Spielstand klarer zu gestalten.
Dass es am Ende noch einmal eng wurde, passte für Scherpink ins Gesamtbild eines Spiels, in dem seine Mannschaft zu oft unkonzentriert blieb. In der Nachspielzeit verkürzte Florent Begujevci noch auf 3:2, wieder nach einem Fehler im Abwehrbereich, wie der Trainer einräumte. Trotzdem sprach er von einem verdienten Sieg, weil seine Mannschaft insgesamt mehr Routine, mehr Selbstvertrauen und den Heimvorteil auf ihrer Seite hatte. Über die Gäste sagte Scherpink: "Sie sind engagiert und couragiert aufgetreten." Bei aller Kritik hob er bei seiner Mannschaft aber auch etwas Positives hervor: "Der Zusammenhalt, sich der Situation zu stellen, war positiv." Der Anspruch bleibt in St. Wolfgang dennoch höher. "Wenn wir weiter im vorderen Bereich dabei sein wollen, dann bedarf es mit Sicherheit einer Leistungssteigerung", stellte Scherpink klar. Den Dreier nimmt der Tabellenführer mit, mit der eigenen Leistung wollte sich der Trainer nach diesem 3:2 aber nicht zufriedengeben.