In der Bezirksliga West hat der USV Knoblinger Neuhofen/I. am Samstagnachmittag mit einem 3:0-Erfolg gegen die Druckhaus Adame Union Gilgenberg einen verdienten Heimsieg eingefahren. Neo-Trainer Mario Krämer sah über weite Strecken eine kontrollierte Vorstellung seiner Mannschaft, die im letzten Drittel zwar noch Luft nach oben hatte, sich mit dem 1:0 kurz vor der Pause aber den entscheidenden Schub holte. Genau dieses Tor bezeichnete er später als den "Dosenöffner" der Partie.

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Der Landesliga-Absteiger kam nach Einschätzung von Krämer gut in die Partie und hatte von Beginn an etwas mehr vom Spiel. "Es war großteils ein ausgeglichenes Spiel, wobei wir uns schon leichte Vorteile erarbeitet haben", sagte der Trainer. Vor allem bei den Ballanteilen und in der Spielkontrolle sah er sein Team vorne. Gleichzeitig sprach er aber auch einen Punkt an, der seine Mannschaft lange begleitete: "Wir sind offensiv oft bis zur letzten Kette durchgekommen, haben es dann aber leider nicht gut ausgespielt." Mal fehlte der letzte Pass, mal war es der falsche. Trotzdem arbeitete sich Neuhofen immer wieder in gute Zonen. Gilgenberg stand laut Krämer kompakt, setzte auf schnelles Umschalten und blieb dadurch unangenehm. Kurz vor der Pause hatten die Gäste aus seiner Sicht ihre beste Möglichkeit, als nach einem Gestocher am langen Eck vorbeigeschossen wurde. Die Führung fiel aber auf der anderen Seite und sie fiel nach Krämer genau zum richtigen Zeitpunkt: In der 41. Minute schickte Daniel Flotzinger seinen Mitspieler auf die Reise, Nedzad Muratagic schloss ab und stellte auf 1:0. "Die Führung zur Halbzeit war absolut verdient", sagte Krämer, und noch wichtiger war für ihn der Zeitpunkt: "Das 1:0 vor der Pause war für uns extrem wichtig, weil es Ruhe in unser Spiel gebracht hat."
In der Pause war die Vorgabe klar. Neuhofen wollte nicht verwalten, sondern auf das zweite Tor gehen. Genau das gelang den Gastgebern dann auch. Nach dem Seitenwechsel trat der SV laut seinem Trainer noch einmal entschlossener auf, weil das 1:0 auch offensiv Sicherheit gebracht hatte. "Mit dem Tor sind wir in der zweiten Halbzeit noch einmal anders aufgetreten", erklärte Krämer. In der 69. Minute legte Nedzad Muratagic nach und machte mit seinem zweiten Treffer des Tages das 2:0. Für Krämer war das die Szene, nach der die Partie endgültig in die gewünschte Richtung lief: "Das war dann eigentlich schon der Knackpunkt im Spiel." Weil Gilgenberg nun etwas höher stehen musste, bekam Neuhofen auch mehr Raum. Der Trainer meinte dazu: "Der Gegner ist in der zweiten Halbzeit ein bisschen höher gestanden und wir haben unsere Umschalt-Situationen noch besser ausnutzen können." Defensiv ließ Neuhofen dabei kaum etwas zu. Den Schlusspunkt setzte dann in der 82. Minute der eingewechselte Johannes Wagner mit dem 3:0. Gerade dieses Tor gefiel Krämer auch aus persönlicher Sicht: Ein Wechselspieler traf, "das freut mich für ihn", sagte der Coach. Insgesamt sprach er von einem Sieg, der "absolut verdient, auch in der Höhe verdient" gewesen sei.
Besonders zufrieden war Krämer mit der Art, wie seine Mannschaft gegen den Ball gearbeitet hat. Die größte Stärke sah er nicht bei einem einzelnen Spieler, sondern in der Geschlossenheit der gesamten Elf. "Die größte Stärke war die mannschaftliche Geschlossenheit", sagte er. Neuhofen habe schon vorne mit dem Verteidigen begonnen, im Block gut gearbeitet und darauf geachtet, dem Gegner nur wenig Raum zu geben. "Wir haben geschaut, dass wir den Gegner nur wenig ins Laufen kommen lassen. Das haben wir als gesamte Mannschaft sehr gut gemacht", so Krämer. Dass er dabei ausdrücklich "von eins bis elf plus die Wechselspieler" sprach, zeigt, wie sehr für ihn der gemeinsame Auftritt im Vordergrund stand. Trotz des klaren Ergebnisses wollte der Trainer aber nichts schönreden. Gerade im Abschluss und in der letzten Zone sieht er weiterhin Aufgaben. "Beim Torabschluss können wir definitiv etwas verbessern", sagte er, und auch beim sauberen Fertigspielen im letzten Drittel lasse seine Mannschaft noch zu viel liegen. Krämer nannte außerdem den Spielaufbau und das Anlaufen als Bereiche, in denen noch Entwicklung nötig sei. Seine Einordnung fiel deshalb bewusst bodenständig aus: "Wir kommen schon langsam dorthin, wo wir hinwollen. Wir sind aber noch lange nicht dort."
Krämer verteilte nach dem Spiel nicht nur intern Lob, sondern sprach auch dem Gegner Respekt aus. Die Union Gilgenberg sei "ein kampfstarker, kompakter Gegner" gewesen, den man erst einmal knacken müsse. Auch den Zusammenhalt und die Qualität auf einzelnen Positionen hob er hervor. Dass der USV Neuhofen am Ende trotzdem so klar gewann, führte er vor allem darauf zurück, dass seine Mannschaft diesmal vieles sauber umgesetzt habe. Dazu passte auch sein Urteil über das Gesamtbild der Partie. Schiedsrichter Pölzl habe "seine Linie durchgezogen" und das Spiel sehr gut geleitet, nennenswerte Aufreger habe es nicht gegeben. Krämer sprach sogar beiden Teams ein Kompliment aus, weil sie diszipliniert aufgetreten seien und dem Unparteiischen damit auch die Arbeit nicht unnötig schwer gemacht hätten. Für Neuhofen ist dieses 3:0 deshalb mehr als nur ein Ergebnis. Nach den drei Niederlagen zum Start sieht der neue Trainer seine Mannschaft stabilisiert. "Das war einmal das Wichtigste", sagte er. Jetzt gehe es Schritt für Schritt weiter, mit viel Arbeit, aber auch mit dem Gefühl, dass die Richtung stimmt. Genau darum dürfte dieser Nachmittag für die Neuhofener so wertvoll gewesen sein.