Frauen in OÖ

Als STAMMGÄSTE auf dem Podium holten die NSW-Mädels wieder Silber und Gold in Hellmonsödt!

Beim U 14 Girls-Cup und Youngstar-Cup am vergangenen Wochenende holte die Spielgemeinschaft: Neuzeug-Sierning-Wolfern die Plätze 2 ( U14) und 1 Youngstarcup); das Ligaportal sprach mit dem erfolgreichen Trainer Mag. Wolfgang Schwarz:

Ligaportal: Wolfgang, Du bist Trainer der beiden NSW-Mädchen Teams, wie ist es dazu gekommen, was hat Dich dazu motiviert?

Mag. Wolfgang Schwarz: „Da muss ich ein wenig weiter ausholen. Ich war jahrelang als Spieler, Sportlicher Leiter und Finanzvorstand beim ATSV Neuzeug aktiv. Nach knapp 15 Jahren in einer leitenden Funktion, 2 Aufstiegen der Kampfmannschaft und tausenden ehrenamtlichen Stunden, wollte ich eigentlich eine „Pause“ vom Fußball machen. Über meinen Freund, den aktuellen Jugendleiter von Neuzeug , A. Judendorfer, und vor allem über seine und meine Tochter bin ich dann aber im Jugendbereich aktiv geworden. Die Mädels wurden immer mehr, das hat sich verselbständigt und schließlich habe ich zuerst als Co-Trainer und dann als Cheftrainer mitgemacht. Da das Interesse der Girls so groß war, nicht nur gegen Burschen-Teams anzutreten, habe ich mich dann an den OÖFV gewandt und von Manfred (Feichtinger) und Michael (Weingärtner) vom Girls-Cup erfahren. Wir haben beschlossen, mitzumachen und sind nach wie vor von diesem Format begeistert“.

Ihr seid recht bald erfolgreich gewesen?

„Ja, bei unserem Start 2024 in Gmunden, damals noch als SPG Neuzeug/Sierning, sind wir auf Anhieb Zweiter geworden, das war natürlich zusätzliche Motivation, mittlerweile konnten wir immer wieder auf dem Podest landen und einige Turnier gewinnen. Unsere schärfsten Rivalinnen sind die sehr talentierten ASKÖ-Mädels, aber wir können uns immer wieder vorne behaupten.“

Was findest Du speziell toll am Mädchenfußball?

„Ich finde, dass hohes Talent vorhanden ist, mich begeistert ihr enormes Engagement und dass sie nicht jammern oder „wehleidig“ sind. Die Entwicklung schreitet rasant voran, von „Kanonenfutter“ für die Burschen kann längst keine Rede mehr sein. Bei ihren Vereinen nehmen die Mädchen in den gemischten Teams eine tragende Rolle ein, werden im LAZ ausgebildet, glänzen in der O.Ö. U 14-Auswahl usw…."

Das Team besteht zum Großteil aus Fußballerinnen aus Neuzeug, Sierning und Wolfern, wie löst Du die logistischen Probleme?

„Durch meine langjährige Tätigkeit bei Neuzeug finde ich immer offene Ohren, wenn wir Trainings-/Spielzeiten oder Ausrüstung benötigen, auch stehe ich im besten Einvernehmen mit meinen Trainerkolleg:innen der umliegenden Vereine, welche die Mädels ebenfalls unterstützen.“

Wann wird trainiert?

„Die Mädels trainieren grundsätzlich bei ihren Stammvereinen, in unregelmäßigen Abständen finden wir uns zu einem gemeinsamen Training zusammen. Die Schwierigkeit besteht eher darin, Termine zu finden, wo möglichste viele Mädchen keine Spiele, Trainings oder sonstige Aktivitäten haben.“

Genießen die Talente optimale Betreuung und/oder bestmögliche Bedingungen?

„Bei uns in Neuzeug unbedingt, sie finden dieselben Bedingungen wie die Burschen vor, genießen den Respekt im Verein, bei meinen Trainerkolleg:innen in Neuzeug und ihren Stammvereinen ist es ebenso. Die Mädels überzeugen durch ihr Auftreten, ihre Leistungsbereitschaft und Talent. Sie sind auch (fast) immer mit 100 % bei der Sache“.

Wie stufst Du die Nachwuchscups des OÖFV ein?

„Sehr hoch, für mich sind sie eine extrem coole Sache. Das Niveau nimmt laufend zu, auch durch immer neue Teilnehmerinnen. Ohne ein „zu enges“ Regularium wird den Mädels die Chance zur Spielpraxis geboten, die sie begeistert aufnehmen. Den Großteil der NSW United stellen weiterhin die Vereine Neuzeug, Sierning und Wolfern. Durch die Erfolge wurden und werden Mädchen bei umliegenden Vereinen (Stein, Garsten, Bad Hall) auf dieses Format aufmerksam und haben Spaß bei uns mitzumachen.

Könntest Du mir das „zu enges“ näher beschreiben?

„Ohne Transfer- oder SPG-Regularien ist es einfacher ein Team zu bilden, man kann sich interessierte Spielerinnen bei „Engpässen“ dazuholen, wenn z.B. durch Verletzungen, Urlaube, Krankheiten usw. Ausfälle zu verkraften sind. Mädchen, welche grundsätzlich nur in Burschen-Teams spielen, können einfach mitmachen und sich das Ganze unbeschwert ansehen. Das gewissen Kriterien wie z.B. Altersgrenzen einzuhalten sind, ist klar, aber zu enger Formalismus wurde im Konzept vermieden, was sehr förderlich für den Mädchen-Fußball ist und dass die Mädels hier einmal „unter sich sind“, macht ihnen ebenfalls extrem viel Spaß.“

Was sind Deine größten sportlichen Wünsche für die Zukunft?

„Ein Fernprojekt wäre im nächsten Jahr die Teilnahme am Gothia-Cup in Schweden, der inoffiziellen Juniorinnen-Weltmeisterschaft. Vorrangig aber wünsche ich den Mädels, dass sie den Spaß am Sport/Fußball nicht verlieren, sich zu selbstbewussten Persönlichkeiten entwickeln und ihre bestmögliche Laufbahn, vielleicht bis zum Profifußball einschlagen können. Auch das traue ich einigen von ihnen mit voller Überzeugung zu.“

Herzlichen Dank für das ausführliche Gespräch, ich wünsche Dir weiterhin größtmöglichen Erfolg bei Deinem intensivem Engagament im Mädchenfußball!

Helmut Pichler