Frauen in OÖ

ERFOLGSTRAINER Jürgen Wabitsch: „Fundament durch Peter Märzendorfer nicht außer Acht lassen!“

Mit dem Headcoach des neuen Meisters der Frauenklasse Süd/West führte das Ligaportal folgendes Interview:

Ligaportal: Jürgen, wie lautet Dein Resümee nach dem gestrigen 4:1 gegen die SPG Eberstalzell/ Pettenbach / Ried i.Trkr.?

Jürgen Wabitsch: „Es war das erwartet schwierige Spiel, unsere Gäste haben uns kräftig gefordert, versuchten immer wieder, „Nadelstiche“ zu setzen, erst im Finish erlahmten bei der großen Hitze etwas ihre Kräfte. Cheftrainer Andreas Kronegger gratulierte mir nach dem Spiel sehr fair und meinte, „Ihr habt als bessere Mannschaft verdient gewonnen.“

Eine Niederlage mit 2 Toren hättet Ihr Euch nicht erlauben dürfen?

„Der Druck war für uns größer, weil wir die Führung hätten verlieren können, während unseren Gegnerinnen ein deutlicher Sieg den Titel gebracht hätte. Unser Team verdient sich insgesamt ein Pauschallob, mit dem Rückhalt durch eine überragende Torhüterin Julia Spießberger und unsere Kapitänin Chrisi Kerschbaumer ist die Mannschaft an ihre Grenzen gegangen. Die Erleichterung nach dieser großen Herausforderung ist bei uns allen dementsprechend groß“.

Dein persönlich größter Erfolg?

„Ich denke schon, denn nach dem ausgezeichneten Ergebnis im Herbst, wo Peter Märzendorfer vorgelegt hat, konnte ich eigentlich nur scheitern, wenn ich nicht gemeinsam mit Mario Zolgar, meinem Trainerpartner seit 15 Jahren, den Weg erfolgreich zu Ende gegangen wäre. Peter hat vor 3 Jahren das Fundament gelegt, hat das 1. Meisterschaftsjahr schon als Dritter abgeschlossen, ohne seine gewaltige Aufbauarbeit stünde das Team jetzt nicht so großartig da!“

Eurem „Erfolgstrio“ gehört auch noch Iren Toth an?

„Iren fungiert in erster Linie als „Bezugsperson“ für die Mädels, ist dazu ideal prädestiniert, weil sie selbst lange bei den Frauen des FC Altmünster gespielt hat, nach dem sie als 1. Legionärin 2004 aus Ungarn nach Oberösterreich gekommen ist und 2013 mit dem FCA den Meistertitel in der Frauenklasse OÖ-Ost feiern konnte“.

Im Frauenfußball bist Du ja schon länger erfolgreich unterwegs?

„Ich würde mich bisher als „Entwicklungscoach“ bezeichnen, denn gemeinsam mit Mario (Zolgar) habe ich mit dem ehemaligen FC Altmünster -Frauenteam Rang 3 in der Landesliga belegt und dann mit ihm die ASV Niederthalheim-Mädels konsolidiert, die dann nach verheerenden Auftaktniederlagen den Klassenerhalt in der LT1-O.Ö.- Liga schafften“.

Kann ich davon ausgehen, dass Du beim SV Gmundner Milch weitermachst?

„Wir stehen derzeit in Verhandlungen, und sind auf einem guten Weg. Bei diesem Verein wird professionell gearbeitet, die Mädels finden ausgezeichnete Bedingungen vor, der Frauenfußball wird wertgeschätzt und das ist der Nährboden für Erfolge!“

Welche Änderungen gibt es voraussichtlich im Kader?

„Meines Wissens nach nur 1 Abgang, aber der schmerzt. Gestern wurde Anna Tharea Paamminger verabschiedet, die ihre Karriere beenden wird. Die verlässliche Stütze in der Abwehr bot im Abwehrzentrum noch einmal eine souveräne Leistung. Ansonsten bleibt der Kader unverändert, es ist eher mit Zugängen zu rechnen, dafür bürgt die hervorragende Arbeit im Verein“.

Was schätzt Du ganz besonders an Eurem Kader?

„Dass Spielerinnen ihr Bestes geben, die wie Stefanie Mühlbacher und Stephanie Märzendorfer als Mütter und Gattinnen von aktiven Fußballerinnen gefordert sind und trotzdem noch alles unter einen Hut bringen. Susanne Schuhmeier forciert am Wochenende als Mutter und Ehefrau ihre Fortbildung und hat trotzdem 8 Spiele für uns bestritten, junge Talente sind bestrebt, ihr Potential optimal auszuloten usw. usf. Dieser Kader hat noch viel „Luft nach oben“ und ganz starkes Potential“!

Wie beurteilst Du Eure Chancen in der Landesliga?

„Wenn uns keine unerwarteten Ausfälle „überfallen“, denke ich, dass wir uns mit dem spielerischen Können im Mittelfeld positionieren könnten.“

Vielen Dank für das ausführliche Gespräch, ich wünsche Euch. dass Ihr der Sportstadt Gmunden weiterhin so viel Freude bereiten könnt!

Helmut Pichler