In der Landesliga Ost musste sich der Ennser Sportklub am Freitagabend der ASKÖ Oedt mit 0:4 geschlagen geben. Das Ergebnis war klar, doch Peter Prokopczyk wollte den Auftritt seiner Mannschaft nicht auf die nackten Zahlen reduzieren. Der Trainer sprach von einem „anständigen Auftritt“ und betonte nach dem Schlusspfiff mehrfach, dass der Aufsteiger gegen einen Gegner mit außergewöhnlicher Qualität ordentlich dagegengehalten habe.

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Für Prokopczyk war die Ausgangslage von Beginn an eindeutig. „Es war von Anfang an klar, dass wir der krasse Außenseiter sind gegen Oedt“, sagte der Ennser Trainer, und genauso habe sich die Partie auch entwickelt. Die Gäste setzten Enns laut seiner Einschätzung sofort unter Druck und waren über die gesamte Spielzeit die spielbestimmende Mannschaft. Schon in der 7. Minute brachte Andrija Bosnjak Oedt in Führung, ein Treffer, der gut zu dem passte, was Prokopczyk danach schilderte. Er sprach von einer Flanke von rechts in den Strafraum, die per Kopf verwertet wurde, und bezeichnete diese Szene als „typische Situation für Oedt“. Enns hielt zwar dagegen, lief viel und warf sich in die Zweikämpfe, doch die Gäste blieben am Drücker. In der 32. Minute erhöhte Arne Ammerer auf 0:2, womit Oedt seine Überlegenheit auch vor der Pause bereits auf die Anzeigetafel brachte. Prokopczyk erklärte dazu, dass der Ball bei diesem Weitschuss kurz vor dem Tor noch unangenehm aufgesprungen sei und es dadurch „für unseren Tormann nicht allzu leicht“ gewesen sei, die Situation zu klären. Mit dem 0:2 zur Halbzeit war die Richtung der Partie bereits klar vorgegeben.
Was Prokopczyk an diesem Abend dennoch gefiel, war die Haltung seiner Mannschaft. „Ich bin trotzdem stolz auf meine Mannschaft. Wir haben eine tolle Moral gezeigt, wir haben eine tolle Mentalität aufs Feld gebracht“, sagte er. Der Ennser Coach hob vor allem das kämpferische Auftreten, die Laufarbeit und das Verhalten in den Zweikämpfen hervor. Für ihn gab es auch keinen einzelnen Knackpunkt, an dem das Spiel gekippt wäre. „Da hat es keinen entscheidenden Moment gegeben“, stellte er klar, weil Oedt aus seiner Sicht von Anfang an die bessere Mannschaft gewesen sei. Gerade deshalb bewertete er den Auftritt seiner Elf positiv: Enns habe dem Favoriten „das Leben auch relativ schwer gemacht“ und zudem „vom System her sehr diszipliniert gespielt“. Nach der Pause legte Oedt trotzdem nach. In der 53. Minute traf Bosnjak zum zweiten Mal an diesem Abend zum 0:3, in der 72. Minute stellte Jovan Petrovic den 0:4-Endstand her. Prokopczyk ordnete die beiden weiteren Treffer als Strafraumaktionen ein, in denen man die Entschlossenheit des Gegners gesehen habe. Oedt habe jene Möglichkeiten, die sich ergeben, eben mit hoher Qualität verwertet. Gleichzeitig merkte der Ennser Trainer an, dass seine Mannschaft im Ballbesitz nicht sauber und nicht konkret genug nach vorne gespielt habe. „Wenn wir das auch noch zusammengebracht hätten, dann hätten wir sicher noch die eine oder andere Torchance zusätzlich gehabt“, meinte er. Zwei oder drei Möglichkeiten seien durchaus da gewesen, nur genutzt habe Enns sie nicht.
Am Ende führte Prokopczyk die Niederlage vor allem auf den Qualitätsunterschied zurück. „Definitiv in der Qualität“, sagte er auf die Frage nach dem Unterschied zwischen beiden Teams. Seine Einschätzung zur ASKÖ Oedt fiel dabei sehr deutlich aus. Der Gegner spiele „mit einer irrsinnig hohen Präzision“, habe „Klarheit in seinem Spiel“ und verbinde das Ganze mit „einem irrsinnigen Tempo nach vorne“. An einer Stelle formulierte es der Trainer noch direkter: „In Wahrheit alles.“ Genau darin lag für ihn der Grund, warum die Gäste das Spiel kontrollierten und den Sieg verdient mitnahmen. Dass Oedt nach sieben Runden weiter ohne Punkteverlust an der Spitze steht, passt zu dieser Bewertung. Prokopczyk wollte die Niederlage trotzdem nicht unnötig groß machen. „Gegen Oedt zu verlieren, ist keine Schande“, sagte er mehrfach und legte den Fokus lieber auf das, was seine Mannschaft selbst auf den Platz brachte. Auch die Leistung von Schiedsrichter Mehmedovski stellte er nicht in den Mittelpunkt, obwohl ihm einige Entscheidungen schwer nachvollziehbar erschienen. Wichtiger war ihm das Gesamtbild seiner Mannschaft. „Wie wir uns präsentiert haben, ist schwer in Ordnung gewesen“, betonte er. Für den Ennser SK gab es an diesem Abend zwar nichts Zählbares, aber sehr wohl Ansätze, auf die der Trainer in den kommenden Wochen aufbauen will: Einsatz, Disziplin und das klare Gefühl, gegen einen übermächtigen Gegner nicht auseinandergebrochen zu sein.