In der Landesliga Ost musste sich der Ennser Sportklub am Freitagabend bei den FC Blau-Weiß Linz Amateuren mit 1:3 geschlagen geben. Trainer Peter Prokopczyk sprach danach von einer „sehr unnötigen Niederlage“, weil der Aufsteiger die Partie aus seiner Sicht lange offen hielt. Vor allem die vergebenen Möglichkeiten in der Anfangsphase und das 0:2 nach der Pause blieben aus Ennser Sicht als Knackpunkte hängen.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Für Prokopczyk war die Niederlage vor allem deshalb so bitter, weil er seine Mannschaft über weite Strecken auf Augenhöhe sah. „Wir haben das Spiel sehr ausgeglichen gestaltet. Ich will nicht sagen, dass wir besser waren, aber wir waren auf keinen Fall die schlechtere Mannschaft“, sagte der Ennser Trainer. Vor allem mit den ersten 30 Minuten war er inhaltlich durchaus einverstanden. Seine Elf habe viel vom Matchplan umgesetzt und sich dabei auch klare Möglichkeiten erarbeitet. „Wir haben in den ersten dreißig Minuten drei oder vier richtig gute Chancen gehabt“, hielt Prokopczyk fest. Gerade deshalb schmerzte das 0:1 in der 34. Minute besonders, als Demir Murtic die Gastgeber in Führung brachte. Mit dem 0:1 ging es auch in die Pause, obwohl Enns nach Einschätzung des Trainers bis dahin genug für einen anderen Spielstand getan hatte.
Nach Seitenwechsel wollte Enns die Partie sofort wieder an sich ziehen, und genau das hatte Prokopczyk auch gesehen. „Wir haben in der zweiten Halbzeit von Anfang an Druck gemacht“, sagte er. Umso härter traf seine Mannschaft dann das 0:2 in der 64. Minute durch Felix Gerstmayer. Der Ennser Coach machte keinen Hehl daraus, dass ihn dieses Gegentor besonders ärgerte. „Das zweite Gegentor war aus meiner Sicht definitiv der Schlüsselmoment“, sagte Prokopczyk und sprach von einem unglücklichen Tor, das „was mit einer Mannschaft macht“. Ganz abgeschüttelt war Enns damit aber noch nicht. Muhamed Orascanin verkürzte in der 72. Minute auf 2:1, und plötzlich war wieder Leben in der Partie. Kurz danach glaubten die Gäste sogar an den Ausgleich, doch der Treffer zum 2:2 wurde wegen Abseits aberkannt. Prokopczyk wollte daraus kein großes Thema machen und betonte vielmehr, dass das Schiedsrichterteam die Partie insgesamt „hervorragend geleitet“ habe.
In der Analyse wurde Prokopczyk dann grundsätzlich. Was ihm an diesem Abend fehlte, passt aus seiner Sicht nämlich genau ins Bild der bisherigen Saison. „Wir nutzen unsere Möglichkeiten einfach zu wenig“, sagte er klar. Dazu komme, dass seine Mannschaft immer wieder Gegentore bekomme, die aus dem Nichts fallen. Beim 1:0 könne man noch anerkennen, dass Blau-Weiß die Situation gut ausgespielt habe. Beim zweiten Gegentreffer sei das anders gewesen: „Das darf uns in dieser Form nie passieren.“ Weil Enns danach alles nach vorne warf, stellte Prokopczyk hinten auf Dreierkette um und nahm das Risiko ganz bewusst in Kauf. Entsprechend öffneten sich in der Schlussphase Räume für die Linzer, die Mario Kvesa in der 88. Minute zum 3:1 nutzte. Für den Ennser Trainer änderte dieser Treffer am Gefühl nach dem Spiel aber nur wenig. „Ob wir 3:1 oder 2:1 verlieren, war dann fast egal“, sagte er, weil seine Mannschaft ohnehin nur noch auf den Ausgleich aus war.
Trotz der neuerlichen Niederlage nahm der Trainer auch Punkte mit, an denen er festhalten will. Ihm gefiel vor allem die Haltung seiner Mannschaft. „Jeder Spieler war sehr fleißig, sehr engagiert. Man merkt, dass wir unbedingt gewinnen und Punkte machen wollen“, sagte Prokopczyk. Diesmal habe ihm aber nicht nur der Einsatz gefallen, sondern auch die Art, wie seine Mannschaft phasenweise Fußball spielte. „Wir hatten diesmal nicht nur kämpferisch, sondern auch spielerisch richtig gute Phasen“, betonte er. Gegen einen Gegner, den er als sehr spielstark und jung beschrieb, sei das kein unwichtiger Befund. Gerade deshalb tut diese Niederlage aus Ennser Sicht weh. Gleichzeitig sieht Prokopczyk darin einen Schritt in die richtige Richtung. Auf den ordentlichen Auftritt und die guten spielerischen Phasen will er aufbauen, auch wenn für ihn ebenso klar ist: „Wir brauchen Punkte, wir wollen Punkte machen, wir müssen Punkte machen.“