In der Landesliga Ost musste sich die SPG Union St. Florian/Niederneukirchen am Freitagabend bei der ASKÖ Oedt mit 1:6 geschlagen geben. Das Ergebnis fiel klar aus, doch Trainer Maximilian Reitbauer sah in der Anfangsphase und im Verhalten seiner jungen Mannschaft trotzdem einiges, das ihm gefiel. Aus seiner Sicht kippte die Partie erst, als seine Elf nach gutem Beginn die Geduld verlor und Oedt vor der Pause davonzog.

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Reitbauer stellte nach dem Schlusspfiff zuerst klar, dass seine Mannschaft nicht eingeschüchtert angereist war. „Wir sind eine junge, selbstbewusste Mannschaft, die sich zutraut, gegen jeden Gegner Punkte zu holen“, sagte der Trainer. Gleichzeitig wusste er genau, wie schwer die Aufgabe beim Tabellenführer werden würde. „Wenn du nach Oedt fährst, brauchst du einen möglichst perfekten Tag und sie eher einen schlechten Tag.“ Genau deshalb wertete er den Auftakt durchaus positiv. St. Florian war nach seiner Einschätzung sehr griffig, kam gut in die Zweikämpfe und fand vor allem über Standards sowie im Umschalten immer wieder Situationen vor, in denen sich etwas hätte entwickeln können. „Wir hatten wirklich das Gefühl: Da könnte heute etwas möglich sein“, sagte Reitbauer. Bis etwa zur 30. Minute habe seine Mannschaft das laut eigener Einschätzung „ganz gut gemeistert“.
Bis zur halben Stunde hielt der Plan aus Sicht des Gästetrainers also durchaus. Dann kippte die Partie innerhalb weniger Minuten. In der 33. Minute brachte Florian Aigner Oedt mit 1:0 in Führung. Reitbauer sah den Knackpunkt weniger im bloßen Rückstand als in der Phase davor: „Wir sind dann etwas zu ungeduldig geworden.“ Seine Mannschaft habe in diesen Minuten die Bindungen verloren, sei „ein bisschen zu forsch nach vorne“ gewesen und nicht mehr so sauber in den Abläufen geblieben wie zuvor. Nur vier Minuten nach dem 1:0 wurde es noch bitterer, als Marin Sternberger den Ball zum 2:0 ins eigene Tor lenkte. Zwei Minuten vor der Pause kam dann auch noch ein Ausschluss gegen Dominik Jonas Zittmayr der Gäste dazu, und unmittelbar danach stellte Belmin Cirkic in der 45. Minute auf 3:0. Damit war aus einem lange offenen Auftritt noch vor dem Seitenwechsel ein klarer Rückstand geworden.
Mit dem Pausenstand und dem Ausschluss im Rücken war der zweite Durchgang für St. Florian kaum mehr zu drehen. Reitbauer sprach selbst davon, dass die zweite Halbzeit „mit einem Mann weniger in Oedt“ intensiv werden würde. Der Favorit ließ das auch am Ergebnis erkennen. Okan Aydin erhöhte in der 52. Minute auf 4:0, Florian Aigner legte mit seinem zweiten Treffer in der 63. Minute das 5:0 nach, und in der 73. Minute kam durch ein Eigentor von Tobias Heibl auch noch das 6:0 dazu. Trotzdem wollte der Trainer nicht alles schlechtreden. „Grundsätzlich hat sehr vieles funktioniert. Wir waren sehr griffig, sehr entschlossen, sehr selbstbewusst“, sagte er. Phasenweise habe seine Mannschaft die Mitte gut verdichtet, Oedt nach außen gelenkt und dort auch den „einen oder anderen sehr guten Zugriff“ gehabt. Gerade deshalb war für ihn entscheidend, dass die guten Momente nicht in einen eigenen Treffer umgemünzt werden konnten.
Besonders nachdenklich machte Reitbauer, dass aus den starken Phasen zu wenig Kapital geschlagen wurde. „Wir hätten aus den Standards mehr Kapital schlagen können“, sagte er, weil genau dort und im Umschalten die Schlüsselmomente seiner Mannschaft gelegen seien. Ausreden suchte er aber keine. Die ASKÖ Oedt habe „auf jeder Position unglaubliche Qualität“ und trete „sehr professionell“ auf, sagte der Trainer. Auch den Unparteiischen nahm er ausdrücklich aus der Diskussion: Die Leistung von Schiedsrichter Wimhofer sei „sehr gut“ gewesen, auch die Rote Karte sei aus seiner Sicht gerechtfertigt gewesen. Dass Lorenz Gruber in der 82. Minute noch auf 1:6 verkürzte, wertete Reitbauer dennoch als passenden Schlusspunkt. Über den Treffer nach Standard freute er sich ausdrücklich und hob dabei auch Nino Watzl hervor. Insgesamt sprach er von einer „richtig coolen und belebenden Mannschaftsleistung“ und lobte ebenso die jungen Einwechselspieler. Genau auf diesen Auftritt, so der Tenor des Trainers, will St. Florian in den nächsten Wochen aufbauen.