In der Landesliga West hat der SK WIEHAG Altheim gegen die Union Humer Gunskirchen trotz Führung mit 1:2 verloren. Für Trainer Ervin Begic war der Knackpunkt nicht erst der späte Siegtreffer, sondern schon das 1:1 vor der Pause. „Da haben wir wieder den Glauben gehabt, dass wir in Altheim etwas mitnehmen können“, sagte der Coach nach einem Spiel, das er insgesamt als offenes Fifty-Fifty-Duell einordnete.

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Begic sah seine Mannschaft zunächst genau so auftreten, wie er es sich auswärts wünscht. „Wir haben einen sehr guten Start gehabt“, sagte der Trainer und verwies gleich auf die erste Szene, die nach seinen Worten schon nach wenigen Sekunden da war. Nach einem langen Ball kam Karim Keik frei vor das Tor, legte aber noch quer, statt selbst abzuschließen. Auch danach blieben die Gäste in der Anfangsphase aktiv, arbeiteten sich einige Eckbälle heraus und waren laut Begic „wirklich gut im Spiel“. Umso ärgerlicher war aus seiner Sicht das 0:1 in der 10. Minute, das Jonah Fröhlich mit einem Schuss aus gut 20 Metern erzielte. Begic sprach davon, dass dieser Treffer „aus dem Nichts“ gefallen sei und die Partie merklich verändert habe. Altheim wurde danach stärker, hatte mehr Ballbesitz und ließ nach Einschätzung des Gunskirchen-Coachs auch die Chance auf das 2:0 liegen, als nach einem Stanglpass zwei Spieler knapp verpassten.
Gerade in dieser Phase war für Begic wichtig, dass seine Mannschaft nicht den Faden verlor. Etwa zehn bis fünfzehn Minuten vor der Pause fand Gunskirchen wieder besser in die Begegnung, und in der 34. Minute fiel der Ausgleich. Über die linke Seite wurde die Aktion sauber herausgespielt, Karim Keik brachte den Ball zu Jan Mühlgrabner, der im Bereich des Sechzehnerecks noch einen Gegenspieler aussteigen ließ und dann flach zum 1:1 traf. Für Begic war das weit mehr als nur ein Tor zum Zwischenstand. „Der wichtigste Moment war natürlich der Ausgleich“, sagte er, weil seine Mannschaft nach dem frühen Rückstand wieder neuen Mut fasste. „Da haben wir wieder den Glauben gehabt, dass wir in Altheim was mitnehmen können. Da ist ein Ruck durch die Mannschaft gegangen.“ Fast hätte Gunskirchen diesen Umschwung noch vor der Pause komplett gemacht. Paul Schörgenhuber lief alleine auf Dennis Kindlinger zu, verlor das Duell mit dem Altheimer Schlussmann aber, sodass es mit einem 1:1 in die Kabinen ging.
Der zweite Durchgang war aus Sicht des Gunskirchen-Trainers dann nicht mehr ganz so hochklassig wie die ersten 45 Minuten. Begic sagte offen: „In der zweiten Halbzeit war es nicht mehr so hochklassig.“ Zwar gab es auf beiden Seiten immer wieder Szenen rund um die Strafräume, richtig zwingend wurde es aber nur noch selten. Altheim hatte Mitte der zweiten Hälfte noch einen Lattenschuss aus der Distanz, Gunskirchen versuchte es seinerseits vermehrt mit Weitschüssen, Standards und Eckbällen. Vieles deutete schon darauf hin, dass sich beide Teams mit dem Remis abfinden würden. Dann kam in der 86. Minute doch noch die Entscheidung. Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld zog Paul Schörgenhuber aus rund 20 Metern ab, traf via Innenstange zum 2:1 und bescherte den Gästen den späten Auswärtssieg. Begic nannte den Treffer einen „Lucky Punch“, und genau so fühlte sich das Ende dieser Partie aus Sicht der Gunskirchner auch an.
Dass Die Union Gunskirchen am Ende alle drei Punkte mitnahm, wollte Begic gar nicht größer reden, als es das Spiel hergab. Im Gegenteil: Der Trainer verteilte auch Lob an die Gastgeber und meinte, der SK Altheim habe „wirklich gut Fußball gespielt“, mutig von hinten aufgebaut und damit zugleich Situationen geschaffen, in denen Gunskirchen zu hohen Ballgewinnen kam. „Ich glaube, es war ein Fifty-Fifty-Spiel“, sagte Begic, und er schob nach, dass sich die Altheimer „den Punkt genauso verdient gehabt hätten“. Umso höher bewertet er auf seiner Seite die Reaktion nach dem Rückstand und die Art, wie sein Team bis zum Schluss dranblieb. „Die Moral war natürlich überragend“, sagte der Coach. Für ihn ist das 2:1 deshalb „ein totaler Willenssieg“, der seine Mannschaft „für die nächsten Wochen extrem pushen wird“. Dazu passte auch, dass Begic die Partie sportlich fair einordnete.