Tolle
Kunstrasen-Eröffnung gestern Abend in Vöcklamarkt. Verbandspräsident Willi Prechtl sprach mit
Recht von einer guten Sache für den Fußball. Sechs Plätze werden in einer gemeinsamen Aktion des Fußballverbandes mit dem Land Oberösterreich zu
Ganzjahres-Plätzen, was insbesondere der Nachwuchsarbeit helfen wird. Soweit ist
diese Aktion also sehr gut. Aber
Hand auf's Fußballer-Herz! Spielt
in den Hinterköpfen so mancher Verantwortlicher jetzt die Kunstrasen-Manier
nicht eine etwas zu große Rolle?
Da werden plötzlich Spiele abgesagt, die noch
vor wenigen Monaten jeder Schiedsrichter angepfiffen hätte. Da will der LASK
sowieso nur mehr auf Kunstrasen spielen, obwohl daneben ein Naturrasenplatz
liegt. Da regnet es einmal einen Tag und schon wird die Partie verschoben,
obwohl noch Sommer ist und Ferien sind.
So
fragten mich am Samstag vormittag zwei Fußballfreunde, die ich beim Einkauf
traf, ob die Absagenflut nicht auch mit der Kunstrasen-Offensive zusammenhängen
könnte? So weit hergeholt sind die Überlegungen gar nicht. Die beiden Fans
vermuten, dass in manchen Funktionärsköpfen folgende Gedanken keimen: "Sagen wir
mehr Spiele ab, kommt vielleicht auch bei uns bald ein
Kunstrasen."
Ich
war überrascht, den so abwegig sind solche Überlegungen nicht. Vor allem dort,
wo Plätze nicht so gut beisammen sind.
Ohne
jetzt irgendjemandem etwas unterstellen zu wollen - so würde aus der wertvollen
Kunstrasen-Offensive mit heuer sechs umgebauten Plätzen eine
Kunstrasen-Defensive, weil jede graue Wolke über der Anlage schon die Idee an
eine Absage aufkommen läßt. Das wäre nicht im Sinne der Initiatoren der
Kunstrasen-Aktion. Es wird an den Schiedsrichtern liegen, nicht bei jedem
Regentropfen abzusagen.
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