
Unter der Woche sorgte die zuletzt krisengeschüttelte Union Dietach mit dem ersten
Trainerwechsel in der laufenden Radio OÖ-Liga-Saison für Schlagzeilen. So
folgte Helmut Schausberger, Reinhard Mayr als Trainer des aktuellen
Tabellenletzten nach, wobei es genau dieselbe Personalrochade übrigens bereits
schon einmal gab. Der „neue“ Coach des Klubs von OÖFV-Präsidenten Willi Prechtl
bekam es bei seiner Rückkehr in den Dietacher Betreuerstab zunächst einmal mit
dem zuletzt formstarken SV Flexopack
Sierning zu tun. Am Ende sollten die Gäste den Einstand von Helmut
Schausberger dank einer starken zweiten Halbzeit und den Toren von Dietachmair (50.) und
Ileli (82.) vermasseln.
Dieses Aufeinandertreffen zweier Lokalrivalen wollten
sich immerhin rund 800 Zuschauer nicht entgehen lassen. Die für ein
begeisterndes Fussballspiel nötige Kulisse war somit gegeben. Die Dietacher
waren, das war von Beginn an zu erkennen, sichtlich bemüht, eine Reaktion auf
die durchwachsenen Leistungen der letzten Zeit zu zeigen. Die Heimelf legte
einen couragierten Start in dieser Begegnung hin und hatte in der 13. Minute
schließlich die große Chance in Führung zu gehen, welche man aber nicht nützen
konnte. Die Gastgeber ließen sich von dieser vertanen Möglichkeit nicht aus dem
Konzept bringen und blieben auch in der Folge die Mannschaft mit mehr
Spielanteilen. So gut vieles zunächst bei Dietach auch klappte, im Abschluss
blieb man vorerst aber relativ harmlos. Da auch die Sierninger in der ersten
halben Stunde offensiv keinerlei Akzente setzen konnten, mangelte es dem Derby bis
zu diesem Zeitpunkt doch an glasklaren Torchancen. In der 40. Minute nahm sich schließlich Michael Kogler ein Herz
und probierte es einfach einmal aus 20 Metern. Seinen Schuss konnte aber
Dietachs Schlussmann Alexander Bartak im Nachfassen entschärfen. Weitere
nennenswerte Gelegenheiten auf einen Torerfolg gab es bis zum Pausenpfiff nicht
mehr, weshalb eine nicht unbedingt berauschende erste Hälfte, in welche die
Heim-Mannschaft doch den etwas besseren Eindruck hinterließ, torlos endete.
Siernings Trainer Andreas Luksch schien in seiner
Halbzeitansprache den richtigen Ton getroffen zu haben, denn seine Spieler
wirkten nach Wiederanpfiff um einiges entschlossener als noch in Durchgang
Nummer eins. Tatsächlich sollten nur fünf Minuten in der zweiten Halbzeit
vergehen, ehe den Gästen das erste Tor in diesem Derby gelang. Markus
Dietachmair war nach einem Eckball per Kopf zur Stelle, um auf 0:1 zu stellen.
Der SV Sierning ließ auch nach diesem Treffer nicht nach und erarbeitete sich
weiterhin gute Chancen. So hätte es Safak Ileli in der 62. Minute am Fuss
gehabt, sein Team neuerlich über ein Tor jubeln zu lassen. Der Angreifer
brachte aber das Kunststück zuwege aus kürzester Distanz den Ball nicht im
gegnerischen Gehäuse unterzubringen.
Die Dietacher, welche nicht mehr so zu ihrem Spiel
fanden, wie das noch in Halbzeit eins der Fall gewesen war, versuchten mit
neuen Kräften einen Umschwung herbeizuführen. So schöpfte Trainer Helmut
Schausberger bereits relativ früh sein gesamtes Wechselkontingent aus. Die
nächste gute Möglichkeit fanden dann aber dennoch wieder die Sierninger vor,
welche zunächst aber an der Stange und im Nachschuss an Torwart Bartak scheitern
sollten. In der 78. Minute erhielten die Hoffnungen der Heimelf, zumindest noch
ausgleichen zu können, durch den Ausschluss von Manfred Rabenhaupt, welcher mit
Gelb-Rot vorzeitig vom Platz gestellt wurde, einen weiteren großen Dämpfer. Die
Mannschaft aus Sierning brauchte nicht lange um ihre nummerische Überlegenheit auszunützen,
so gelang es
Ileli doch noch in dieser Partie zu treffen. Sein Tor zum 0:2 war
die endgültige Entscheidung in diesem Duell. Knapp vor Schluss hatte Dietach
dann auch bei einem Lattenknaller von Pascal Stöger noch Pech, wodurch den
Heimischen nicht einmal ein Ehrentor in diesem Derby gelingen sollte.
Helmut Schausberger, Trainer Union Dietach
„Ich hatte nach der Übernahme am Donnerstag erst zwei Trainings mit der Mannschaft, in welchen ich mir ein Bild von den Spielern machen konnte. Auch über Gespräche versuchte ich mein Team auf dieses Spiel vorzubereiten. In der ersten Hälfte haben wir uns dann auch recht ordentlich präsentiert. Einerseits ließen wir kaum etwas zu, andererseits hatten wir drei gute Chancen, um in Führung zu gehen. Leider ist uns dies nicht gelungen. Kurz nach der Pause haben wir dann ein vermeidbares Tor nach einem Eckball kassiert. Danach schien der Schalter bei meiner Mannschaft umgelegt zu sein, so fehlte uns nach diesem einen Ereignis plötzlich wieder alles, was uns davor noch ausgezeichnet hat. Die fehlende Stabilität ist natürlich auch auf das nicht vorhandene Selbstvertrauen zurückzuführen. Nach dem 0:2 und dem Ausschluss war dieses Spiel entschieden.“
Andreas Luksch, Trainer SV Flexopack Sierning
„Mit den drei Punkten und dass wir wieder zu null gespielt haben, damit bin ich zu 100% zufrieden. Weniger angetan bin ich von der Leistung meines Teams in Durchgang eins, da haben wir wirklich unser ganzes Glück ausgelotet. Diese Halbzeit war wohl die schlechteste, welche wir in der laufenden Meisterschaft gespielt haben. Nach dem Seitenwechsel waren wir dann aber deutlich verbessert. Am Ende hätten wir vielleicht sogar noch das eine oder andere Tor mehr erzielen können, wobei auch Dietach noch einen Stangenschuss hatte. Aufgrund der zweiten Hälfte geht der Sieg unterm Strich aber wohl in Ordnung.“
Die Besten: König, Ramoser, Fraisl
von Michael Obrecht
Fotos + Foto-Slide: Martin König