Der SV Horn aus der Ostliga erklärt Bewässerung der Sportplätze – Hitze und Trockenheit stellen auch den Amateurfußball vor neue Herausforderungen.

Die aktuelle Hitze macht nicht nur den Fußballern zu schaffen. Auch die Fußballplätze selbst leiden unter den hohen Temperaturen und der anhaltenden Trockenheit. Beim SV Horn sah sich der Verein deshalb bereits vergangene Woche veranlasst, seine Fans über die Bewässerung der Sportanlagen zu informieren.
Der Grund für die Erklärung: Trotz der im Waldviertel beschlossenen Maßnahmen zum Wassersparen werden die Sportplätze des SV Horn weiterhin bewässert.
Der Verein stellte dabei klar, dass kein Wasser aus dem öffentlichen Wassernetz der Gemeinde verwendet werde. Die Bewässerung erfolge nach Abstimmung mit der Stadtgemeinde ausschließlich mit Wasser aus den vereinseigenen Brunnen. Den Bezug von Gemeindewasser für die Platzbewässerung habe man bereits seit Beginn der Dürreperiode eingestellt.
Gleichzeitig betont der SV Horn, äußerst sparsam mit den vorhandenen Wasserreserven umzugehen. Die Bewässerung werde auf das unbedingt notwendige Maß reduziert. Dass der Rasen dadurch teilweise austrocknet oder Verbrennungen aufweist, nehme der Verein bewusst in Kauf. Ganz auf Wasser verzichten könne man allerdings nicht.
Eine minimale Bewässerung sei notwendig, um den Trainings- und Spielbetrieb der Kampf- und Nachwuchsmannschaften weiterhin sicher durchführen zu können. Ein Problem, das viele Vereine treffen kann.
Was beim SV Horn aktuell besonders sichtbar wird, ist eine Herausforderung, die für den Amateurfußball in Österreich in den kommenden Jahren immer wichtiger werden könnte.
Wie hält man einen Fußballplatz bespielbar, wenn gleichzeitig Wasser gespart werden muss?
Der Sommer 2026 zeigt jedenfalls, wie angespannt die Situation teilweise ist. Das zuständige Bundesministerium berichtete Anfang Juli von weiterhin niedrigen Grundwasserständen in Österreich. 80 Prozent der Grundwassermessstellen wiesen zu diesem Zeitpunkt niedrige Niveaus auf. Zuvor hatte eine Hitzewelle in weiten Teilen Österreichs Temperaturen von mehr als 35 Grad gebracht, lokal wurden bis zu 40 Grad gemessen.
Auch der Frühling war außergewöhnlich trocken. Laut Bundesministerium lag das Niederschlagsdefizit im Frühjahr 2026 österreichweit bei knapp 50 Prozent.
Für Fußballvereine bedeutet das eine schwierige Situation. Denn ein Fußballplatz ist nicht einfach nur eine Grünfläche. Gerade in den Sommermonaten benötigt ein Rasenplatz Wasser, um die Belastungen durch Hitze, Trockenheit und den laufenden Trainings- und Spielbetrieb möglichst gut zu überstehen.
Gleichzeitig kann ein Verein nicht einfach davon ausgehen, unbegrenzt Wasser zur Verfügung zu haben. Der SV Horn hat deshalb einen Mittelweg gewählt: so wenig Bewässerung wie möglich, aber so viel wie notwendig. Dass der Rasen dabei nicht immer sattgrün aussieht, nimmt der Verein ausdrücklich in Kauf.
Und genau das könnte künftig bei immer mehr Amateurvereinen zum Thema werden. Denn während die Profiklubs über moderne Trainingszentren, ausgeklügelte Bewässerungssysteme und entsprechende Infrastruktur verfügen, müssen viele Amateurvereine mit deutlich einfacheren Bedingungen auskommen.
Nicht jeder Verein verfügt über einen eigenen Brunnen. Nicht jeder Sportplatz besitzt eine moderne Bewässerungsanlage. Und nicht jede Gemeinde kann in einer Trockenperiode zusätzliche Wassermengen zur Verfügung stellen.
Auch die Spieler leiden unter der Hitze
Dabei ist der Rasen nur eine Seite des Problems. Die andere sind die Fußballer selbst. Das österreichische Sportministerium warnte bereits während der Hitzewelle Ende Juni vor den Belastungen durch Sport bei hohen Temperaturen. Intensive körperliche Belastung erschwert die Wärmeabgabe des Körpers und kann Herz und Kreislauf stark beanspruchen. Empfohlen wird unter anderem, die heißesten Stunden des Tages zu meiden und ausreichend zu trinken.
Auch der Amateurfußball reagiert zunehmend darauf. Bei hohen Temperaturen können Trainings angepasst, verkürzt oder in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegt werden. Die Frage nach der Bewässerung des Platzes gehört deshalb zu einem größeren Problem:
Wie verändert die zunehmende Hitze den Amateurfußball? Der klassische Fußball-Samstag wird schwieriger Ein Fußballspiel am Samstagnachmittag gehört seit Jahrzehnten zum Amateurfußball. Doch gerade in den heißesten Wochen des Jahres kann dieser Termin zunehmend zur Herausforderung werden.
Die Lösung liegt häufig nahe: später spielen. Doch auch das ist für Amateurvereine nicht immer einfach. Flutlicht kostet Geld und steht nicht auf jeder Anlage zur Verfügung. Dazu kommen Nachwuchsspiele, Trainingspläne, Arbeitszeiten der Spieler und die Verfügbarkeit von Schiedsrichtern.
Damit geraten die Vereine zwischen mehrere Interessen. Der Platz soll bespielbar sein. Die Spieler sollen gesund bleiben. Wasser soll eingespart werden. Und gleichzeitig soll der normale Meisterschaftsbetrieb funktionieren.
Vielleicht wird sich deshalb auch das Bild des perfekten Fußballplatzes verändern. Ein brauner oder teilweise verbrannter Rasen sieht für Fußballfans ungewohnt aus. Für einen Verein kann es aber die vernünftigere Lösung sein, einen Platz nicht mit großen Mengen Wasser künstlich grün zu halten.
Der SV Horn macht in seinem Posting jedenfalls deutlich, dass man genau diesen Weg geht: Die Bewässerung wird auf das notwendige Maß reduziert – und optische Schäden am Rasen werden bewusst akzeptiert. Denn am Ende zählt für den Verein etwas anderes: Der Platz soll für die Spieler weiterhin sicher bespielbar sein.
Und das zeigt, dass die Hitze im Amateurfußball längst nicht mehr nur eine Frage von Trinkpausen und Sonnencreme ist. Sie wird zunehmend auch zu einer Frage der Infrastruktur – und des Wassers.
Foto: SV Horn