Regionalliga Ost

Regionalliga Ost – Der 3. Spieltag in der Analyse

Die dritte Runde der Regionalliga Ost hatte einiges zu bieten: Der Wiener Sport-Club bestätigte im Duell mit Meister Gloggnitz seinen starken Saisonstart, Donaufeld musste gegen Oberwart erstmals Federn lassen und Scheiblingkirchen-Warth bleibt als Aufsteiger weiter ungeschlagen. Dazu lieferten sich Wienerberg und Traiskirchen einen spektakulären Schlagabtausch mit sieben Treffern. Während der FC Marchfeld wieder in die Erfolgsspur fand, wartet der SV Donau weiterhin auf den ersten Saisonsieg.

Spieler rutscht mit Ball auf Rasen

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Wiener Sport-Club besteht den ersten echten Härtetest

Besonders viel Aufmerksamkeit richtete sich auf das Duell zwischen dem Wiener Sport-Club und Meister SV Gloggnitz. Die Gäste zeigten zunächst, warum sie in der vergangenen Saison den Titel geholt hatten. Mit Wucht, körperlicher Präsenz und schnellem Umschaltspiel stellte Gloggnitz die Dornbacher vor Probleme und ging durch Josef Pross in Führung.

Die Partie kippte allerdings mit dem Ausschluss von Christopher Stadler. Eren Keles glich noch vor der Pause aus, nach dem Seitenwechsel nutzte der Wiener Sport-Club seine Überzahl immer besser und setzte sich schließlich mit 4:1 durch.

WSC-Trainer Daniel Seper sah darin einen wichtigen Entwicklungsschritt. Gloggnitz sei der „erste richtige Gradmesser“ gewesen. Dass seine Mannschaft auch diese Aufgabe bewältigt habe, bestätige den eingeschlagenen Weg: „Wir haben jetzt alle drei Spiele gemeistert – dann kann das nicht so schlecht sein.“ Gleichzeitig betonte Seper, dass weiterhin genügend Verbesserungspotenzial vorhanden sei.

Auch Gloggnitz-Coach Edi Stössl wollte die Niederlage nicht ausschließlich am Resultat messen. Bis zum Ausschluss habe seine Mannschaft eine starke Vorstellung geboten. „Es war richtig gut von uns bis zum Ausschluss und deshalb bin ich auch stolz auf die Jungs“, erklärte der Trainer.

Oberwart beendet Donaufelds perfekten Start

Nach zwei Siegen musste Donaufeld erstmals Punkte abgeben. Gegen eine routinierte Oberwarter Mannschaft hielten die Floridsdorfer lange dagegen, nach dem 1:2 kippte die Begegnung jedoch zunehmend. Die Burgenländer nutzten die entstehenden Räume konsequent und machten daraus einen deutlichen 4:1-Auswärtserfolg.

Donaufeld-Sportchef Werner Gössinger sah dennoch keinen Anlass, seiner Mannschaft einen Vorwurf zu machen. Läuferisch und in den Zweikämpfen habe vieles gepasst, Oberwart sei in den entscheidenden Situationen jedoch abgeklärter gewesen. „Wir müssen auch aus solchen Partien lernen und unsere Chancen besser nutzen“, lautete seine Schlussfolgerung.

Scheiblingkirchen bleibt die Überraschung der ersten Wochen

Der USV Scheiblingkirchen-Warth schreibt seinen bemerkenswerten Saisonstart weiter. Nach dem 3:3 gegen Traiskirchen und dem 2:1 in Oberwart setzte sich der Aufsteiger auch gegen den FavAC mit 1:0 durch. Fabian Kürner erzielte bereits früh den entscheidenden Treffer.

Trainer Daniel Kohn ordnete den dritten starken Auftritt dennoch nüchtern ein. Spielerisch sei es nicht die beste Leistung der bisherigen Saison gewesen, mit zunehmender Dauer habe seine Mannschaft mehr Probleme bekommen und auch das nötige Glück benötigt.

An der außergewöhnlichen Bilanz ändert das wenig. „Dass wir nach drei Runden sieben Punkte haben, hätten wir selbst nicht geglaubt“, erklärte Kohn angesichts des schwierigen Auftaktprogramms. Scheiblingkirchen ist damit vorerst weit mehr als nur ordentlich in der Regionalliga angekommen.

Leobendorf fehlen gegen Horn nur die Tore

Ebenfalls ungeschlagen bleibt Leobendorf. Beim 0:0 gegen Horn waren die Gastgeber dem Sieg deutlich näher, scheiterten aber zweimal am Aluminium und wiederholt am herausragenden Horner Schlussmann Mathias Gindl.

Sektionsleiter Patrik Batoha sprach deshalb vom „besseren 0:0 als das 1:1 gegen Parndorf zum Saisonauftakt“. Vor allem defensiv sieht er seine Mannschaft bereits auf einem sehr guten Niveau: „Bis auf die fehlende Konsequenz im letzten Drittel kann man der Mannschaft eigentlich kaum etwas vorwerfen.“

Horn durfte den Auswärtspunkt dagegen angesichts mehrerer Ausfälle und der starken Leistung seines Torhüters durchaus als Erfolg verbuchen.

Krems zeigt gegen Parndorf sein Potenzial

Auch zwischen Krems/Getzersdorf und Parndorf gab es keinen Sieger. Krems erwischte den wesentlich besseren Beginn und ging durch Dominik Starkl früh in Führung. Parndorf arbeitete sich jedoch immer besser in die Begegnung und belohnte eine starke zweite Hälfte durch Fabian Ziniel mit dem 1:1.

Die Gäste hatten dafür auch taktisch einiges investiert und zwischenzeitlich auf ein 3-4-3 umgestellt. Aus Parndorfer Sicht bestätigte die Partie zugleich, dass die bisherigen Ergebnisse der Kremser nur bedingt deren tatsächliche Qualität widerspiegeln. Die Einschätzung nach dem Schlusspfiff fiel entsprechend deutlich aus: „Das war ein Wahnsinnsspiel, extrem intensiv. Krems ist deutlich besser, als es die bisherigen Ergebnisse zeigen", war Parndorf-Trainer Paul Hafner beeindruckt.

Marchfeld meldet sich eindrucksvoll zurück

Nach der 0:1-Heimniederlage gegen Leobendorf zeigte der FC Marchfeld Donauauen beim SV Donau die gewünschte Reaktion. Csaba Mester und Marc Helleparth sorgten für eine 2:0-Pausenführung. Zwar verkürzte Tobias Peter unmittelbar nach Wiederbeginn, in der Schlussphase machten Mateo Zetic und Noah Steiner den 4:1-Erfolg perfekt.

Marchfeld-Trainer Christoph Knirsch gefiel besonders die Reaktion auf den Anschlusstreffer: „Wir sind ruhig geblieben, haben weiter unser Spiel durchgezogen und in der Schlussphase für die Entscheidung gesorgt.“

Für Donau fällt die Bilanz nach drei Runden dagegen ernüchternd aus. Nach dem 1:1 zum Auftakt folgten gegen Parndorf und Marchfeld zwei deutliche Niederlagen.

Hosiner entscheidet Sieben-Tore-Spektakel

Das torreichste Spiel der Runde lieferten sich Wienerberg und Traiskirchen. Der Aufsteiger führte nach einem Traumstart bereits mit 2:0, doch Patrick Schmidt und Maximilian Sax stellten noch vor der Pause auf 2:2.

Nach dem Seitenwechsel gehörte die Bühne Philipp Hosiner. Der eingewechselte Routinier traf zweimal und führte Traiskirchen trotz des zwischenzeitlichen 3:3 zu einem spektakulären 4:3-Auswärtssieg.

Wienerberg-Trainer Peter Weingartmann brachte den entscheidenden Unterschied auf den Punkt: „Dann hat man die Extraklasse von Philipp Hosiner gesehen. Er schießt zweimal aufs Tor und macht daraus zwei Tore.“ Trotz der dritten Niederlage sah der Trainer den Auftritt als Beleg dafür, dass sein Team in der Liga konkurrenzfähig sein kann.

Wiener Viktoria schreibt erstmals voll an

Auch die Wiener Viktoria durfte erstmals jubeln. Gegen Mattersburg präsentierte sich die Mannschaft von Beginn an konzentriert und effizient. Deniz Pehlivan sorgte mit einem Doppelpack für die 2:0-Pausenführung. Mattersburg verkürzte nach Wiederbeginn per Elfmeter, ehe Benedikt Martic mit dem 3:1 die Entscheidung herbeiführte.

Für die Viktoria war der Erfolg nach den ersten beiden sieglosen Runden vor allem mental von Bedeutung. Die Mattersburger stehen dagegen trotz durchaus ansprechender Auftritte gegen Gloggnitz, den Wiener Sport-Club und nun die Viktoria weiterhin ohne Punkt da.