In der 1. Klasse Nord-Ost setzte sich Union Pflasterbau Stern Rainbach am Samstagabend klar mit 5:1 gegen Union Baumgartenberg durch. Nach einer torlosen ersten Hälfte legten die Hausherren nach der Pause los und entschieden die Partie binnen etwas mehr als einer halben Stunde. Baumgartenberg verpasste es, vor dem Seitenwechsel die eigenen Möglichkeiten zu verwerten, und musste nach frühen Verletzungswechseln Tribut zollen. Trainer Jürgen Kappl sprach von einer unglücklichen Niederlage und hielt fest, sein Team sei über weite Strecken das aktivere gewesen, habe sich aber nicht belohnt.

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Der Spielverlauf wirkte wie in zwei Teile geschnitten. Zur Pause stand es 0:0, auch weil Baumgartenberg nach eigenem Empfinden gute Chancen liegen ließ. Gleich nach Wiederbeginn setzten die Rainbacher den ersten Stich: In Minute 47 traf Tobias Auer zum 1:0 – jenes frühe Tor, das Kappl später als „dummes Freistoßtor“ bezeichnete und als Knackpunkt sah. Union Rainbach i.M. blieb am Drücker und stellte in der 61. Minute durch Philipp Auer auf 2:0. Spätestens mit dem 3:0 von Matthias Haiböck (71.) war der Weg bereitet. Hoffnung flackerte noch einmal kurz auf, als Theodor Kloibhofer in der 75. Minute auf 3:1 verkürzte. Doch Rainbach antwortete prompt: Marcel Salzbacher erhöhte nur eine Minute später auf 4:1 und legte in der 79. noch das 5:1 nach – ein später Doppelpack, der das klare Endergebnis zementierte.
In seiner Analyse blieb Jürgen Kappl ungewöhnlich deutlich – und zugleich schützend vor seiner Mannschaft. „Bis auf die ersten fünf Minuten waren wir die klar bessere Mannschaft. Wir müssen mit 2:0, 3:0, 4:0 in die Pause gehen“, sagte der Coach und verwies dann auf eine Verletzungsmisere, die ihm die Hände band: „Nach neun Minuten der erste verletzungsbedingte Wechsel, nach zwanzig, fünfundzwanzig Minuten der zweite. Insgesamt fehlen uns sieben Stammspieler, die wir nicht ersetzen können.“ Den Moment, in dem das Spiel aus der Hand glitt, benannte er klar: „Das schnelle Freistoßtor in der zweiten Halbzeit war der Knackpunkt. Danach haben wir komplett den Faden verloren.“ Auch die Gemütslage spielt laut Kappl mit: „Meine Spieler sind mental sehr angeschlagen vom Pregarten-Spiel, das abgebrochen wurde.“ Die Sorge, sich in Zweikämpfen erneut zu verletzen, sei spürbar gewesen.
Kappl nahm seine Mannschaft trotz des 1:5 ausdrücklich in Schutz: „Kämpferisch und vom Einsatz her werfe ich der Mannschaft gar nichts vor. Selbst beim Stand von 5:1 sind wir nach vorne marschiert und hatten Chancen.“ Sein einziger Vorwurf blieb die Ausbeute: „Wenn wir die Chancen vom gestrigen Spiel nutzen, gewinnen wir das Spiel ganz klar. Leider haben wir sie nicht genutzt, deshalb sind wir am Ende auch verdient als Verlierer vom Platz gegangen.“ Er schilderte zudem die personelle Not: „Ein Spieler hat 90 Minuten in der Reserve gespielt und musste dann noch 70 Minuten in der Kampfmannschaft ran, weil uns die Leute ausgehen.“ Zum Schiedsrichter verlor er kein böses Wort: „Die Leistung war okay, hat alles gepasst.“ Den Unterschied an diesem Abend fasste er nüchtern zusammen: „Unsere individuellen Fehler hat Rainbach besser gemacht.“