In der 1. Klasse Nord-West unterlag der SV Guschlbauer Waizenkirchen dem SPG Sigharting/Andorf 1b mit 1:3. Nach torloser erster Hälfte kippte die Partie aus Waizenkirchener Sicht früh nach der Pause, ehe Julian Nagl mit einem Doppelpack die Gäste nach vorne brachte. David Stockinger verkürzte, Jonas Wagner setzte spät den Schlusspunkt. Trainer Roland Ulrich sprach von einem schwachen Start, mangelnder Einstellung – und einer aus seiner Sicht „spielentscheidenden“ Gelb-Roten Karte kurz nach Wiederbeginn.

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Waizenkirchen erwischte keinen guten Tag. Trainer Roland Ulrich sparte nach dem Abpfiff nicht mit klaren Worten: „Wir haben das Spiel ganz schlecht angefangen. Der Gegner war motivierter als wir. Wir haben die ganze Woche darüber gesprochen, dass wir nach zwei Siegen und einem Unentschieden nicht nachlassen dürfen – und starten dann so.“ Über weite Strecken vor der Pause hatten die Gäste mehr vom Spiel. „Der Gegner hat die erste Halbzeit dominiert. Wir hatten ein, zwei gute Chancen, haben sie aber nicht genutzt“, so Ulrich. Die Hausherren blieben in den Zweikämpfen zu oft zweiter Sieger, hielten den Ball selten lange genug in den eigenen Reihen und ließen die Gäste anlaufen. Zur Pause stand es 0:0 – ein Zwischenstand, mit dem Sigharting/Andorf 1b besser leben konnte als die Heimischen.
Gleich nach Wiederanpfiff der Knackpunkt – zumindest in den Augen des Waizenkirchener Trainers. „Die Gelb-Rote in der 47. Minute war aus meiner Sicht sehr hart und am Ende spielentscheidend“, erklärte Ulrich . In Unterzahl wurde es für Waizenkirchen ein schwerer Marsch. Die Gäste blieben dran und nutzten ihre Momente eiskalt: In Minute 59 stellte Julian Nagl auf 0:1, zehn Minuten später traf er erneut zum 0:2 (69.). „Der erste Gegentreffer fällt, weil wir den Ball nicht attackieren und der Schütze zu viel Platz hat“, schilderte Ulrich die Szene aus seiner Sicht. Die Reaktion der Heimischen folgte: David Stockinger verkürzte auf 1:2 (74.), Waizenkirchen war wieder im Spiel und drückte. „Ab der 60. Minute war ich zufrieden. Wir haben gekämpft und gelaufen, die Zweikämpfe gewonnen und uns Chancen erarbeitet. Unsere Chancenverwertung war aber wieder zu schwach“, ärgerte sich der Coach. Als die Gastgeber alles nach vorne warfen, setzten die Gäste den Deckel drauf: Nach einem weiten Standard geriet Waizenkirchen in einen Konter, Jonas Wagner traf in der Nachspielzeit zum 1:3 (92.). „Beim dritten Tor haben wir aufgemacht; nach einem weiten Freistoß geraten wir in einen Fünf-gegen-eins-Konter – das spielen sie fertig“, so Ulrich.
In seiner Analyse blieb Roland Ulrich vor allem bei der Mentalität seiner Mannschaft hängen. „Die ganze Einstellung hat nicht funktioniert. Wir haben nicht richtig Gas gegeben, sind nicht in die Zweikämpfe gegangen und haben keine zweiten Bälle geholt. Nach sieben Punkten in drei Runden haben manche geglaubt, das geht von allein“, sagte der Trainer. Gleichzeitig bekannte er, dass Sigharting/Andorf 1b vieles besser machte: „Sie haben es total ernst genommen: Sie haben gekämpft, sind gelaufen, haben die Zweikämpfe und die zweiten Bälle gewonnen. Sie wollten den Sieg einfach mehr als wir.“ Positiv verbuchte Ulrich die Aufholjagd nach dem 0:2 und den Anschlusstreffer von Stockinger, doch auch da blieb ein Makel: „Unsere Chancenverwertung war wieder ein Thema.“ Der Blick geht nach vorne – mit einer klaren Ansage: „Ohne Kämpfen, ohne Laufen geht es nicht. Das müssen wir ändern und wieder auf die richtige Reihe kommen. Einfach weiterarbeiten.“