Nach einem umkämpften Duell in der 2. Klasse Mitte-West ordnete Trainer Stefan Schmidt die 1:2-Niederlage seines SV Erler Naturholzbau Kematen am Innbach gegen den ASV Raika Niederthalheim klar und selbstkritisch ein. Er sprach von zahlreichen vergebenen Topchancen und den fehlenden „ein paar Prozent mehr Siegeswillen“. Gleichzeitig lobte er die Effizienz und Moral des Gegners. Am Ende stand für ihn vor allem die bittere Erkenntnis: „Wer die Tore nicht schießt, kann nicht gewinnen.“

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Schmidt blickte auf eine dominante Anfangsphase: Kematen habe die besseren Gelegenheiten besessen, darunter einige Hundertprozentige – einmal aus zwei Metern drüber, einmal knapp neben das Tor. Der frühe Druck wurde dennoch belohnt: In der 12. Minute traf Matej Marcinkovic zur 1:0-Führung. Trotz klarer Spielkontrolle und der Möglichkeit, in den ersten 35 Minuten sogar auf 3:0 zu stellen, fehlte die Effizienz. Die taktischen Vorgaben griffen, doch im Strafraum fehlte die letzte Konsequenz.
Kurz vor dem Seitenwechsel kippte die Partie. „Wir haben ab der 35. Minute aufgehört, Fußball zu spielen.“ Unnötige Fehlpässe und einfache Bälle, die wir nicht konsequent klären konnten, waren der Knackpunkt, räumte Schmidt ein. In der 40. Minute glich Niederthalheim durch Maximilian Meindl aus – mit dem Pausenpfiff stand es 1:1. Nach dem Wechsel sah der Trainer wieder „mehr Aktionen“ bei seinen Mannen, betonte jedoch, dass zu viele individuelle Fehler im Aufbauspiel und "Unkonzentriertheit" Kematen das Leben schwer machten. Zugleich zollte er Respekt: Niederthalheim habe seine Chancen konsequent genutzt und sich den Sieg so erarbeitet.
Der entscheidende Moment nach der Pause resultierte wie so oft aus einem einfachen Fehler: Ein riskantes Zuspiel landete beim Gegner, und Mensur Zukic schoss in der 64. Minute mit der Spitze aus 25 Metern ins lange Eck zum 1:2. Kematen drängte danach vehement auf den Ausgleich, traf am Ende aus kurzer Distanz erneut das Tor nicht – der Ball wollte an diesem Tag einfach nicht mehr über die Linie. Am Personal lag es aus Schmidts Sicht nicht: Er sprach von einem vollen Kader mit 17 Spielern. Zwei Rückkehrer nach drei Wochen Pause standen wieder zur Verfügung – einer davon traf (Marcinkovic) –, doch der Rhythmus fehlte beiden spürbar. Bei den Einzelkritiken hob Schmidt besonders Simon Kalteis hervor; zudem überzeugte aus seiner Sicht Antonijo Subara. Unterm Strich gaben Zielstrebigkeit und Effizienz in den entscheidenden Momenten den Ausschlag – mit dem Nachsatz, der über allem stand: „Wer die Tore nicht schießt, kann nicht gewinnen.“