In der 2. Klasse Nord-West setzte sich Union St. Veit im Mühlkreis bei Union Aigen-Schlägl mit 0:1 durch. Nach einer torlosen ersten Hälfte entschied Jakub Rosulek in Minute 62 die enge Partie. Trainer Manuel Fröhlich sprach von mehr Spielanteilen seiner Elf und hob eine außergewöhnliche Fair-Play-Geste der Gastgeber hervor. Mit dem Auswärtssieg hat St. Veit am Freitag die große Chance, mit einem Punkt den Titel zu fixieren – die Nervenfrage bleibt aber Thema.

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Die Gäste aus St. Veit kamen sofort ins Spiel und setzten Aigen-Schlägl früh unter Druck. Manuel Fröhlich schilderte einen Start nach Maß: „Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen und haben Aigen in den ersten 15 Minuten tief reingedrückt. Wir hatten ein, zwei gute Möglichkeiten.“ Danach arbeitete sich der Gastgeber besser hinein, fand ebenfalls Chancen – und St.-Veit-Keeper Karl Schmidt musste aufmerksam zupacken. „Je länger es gedauert hat, desto mehr hat auch Aigen mitgespielt. Unser Tormann Karl Schmidt hat sehr gut reagiert“, so Fröhlich. Beim Pausenpfiff stand es 0:0, doch nach Eindruck des Trainers hatte seine Mannschaft „über weite Strecken mehr Ballbesitz und mehr Spielanteile“, was die Richtung für den zweiten Durchgang vorgab.
Nach dem Seitenwechsel blieb St. Veit das aktivere Team – und belohnte sich in der 62. Minute: Jakub Rosulek traf zum 0:1 und legte damit die Basis für drei ganz wichtige Punkte. „Nach dem 1:0 habe ich mir gedacht, dass es erledigt ist“, gab Fröhlich offen zu. Aigen blieb im Umschalten zwar gefährlich, doch St. Veit verteidigte den Vorsprung konzentriert. Hängen blieb an diesem Nachmittag aber vor allem ein Moment der Fairness. Fröhlich schilderte eine im Strafraum zunächst gegen St. Veit entschiedene Szene, die auf Hinweis des Aigen-Kapitäns revidiert wurde: „Das war eine klare Fehlentscheidung, aber Kapitän Traxinger hat ehrlich gesagt, dass es kein Foul war. Das verdient größten Respekt.“ Für den Trainer war das eine Geste, die über das einzelne Spiel hinausstrahlt.
In seiner Analyse stellte Fröhlich nicht einzelne Szenen in den Vordergrund, sondern den Auftritt als Kollektiv. „Der Zusammenhalt und der Charakter nach der bitteren Niederlage vorige Woche – das war sicher kein leichtes Spiel für uns. Wir sind geschlossen aufgetreten, haben alle zusammengearbeitet und so diese drei Punkte gemeinsam erarbeitet“, betonte er. Gleichzeitig sprach er die mentale Komponente im Titelkampf offen an: „Bei uns spielt sich gerade viel im Kopf ab. Keiner in der Mannschaft hat das je erlebt, da ist bei jedem Spiel mehr Nervosität dabei.“ Ein Vorwurf sei das keiner, im Gegenteil: „Uns reicht jetzt ein Punkt. Es geht nur mehr darum, locker zu bleiben und ohne Angst voll fokussiert am Freitag ins Spiel zu gehen.“ Den Gegner würdigte er ebenfalls: „Aigen ist nicht so schlecht, wie sie in der Tabelle dastehen.“ Und mit Blick auf die traditionell hitzigen Duelle wünschte er sich ruhigere Töne: „Ich schätze Aigen sehr, das sind durchwegs sympathische Leute und gute Sportsmänner. Ich hoffe, dass diese Boshaftigkeiten gegeneinander endlich ein Ende haben.“