Spielberichte

„Die Saison ist nicht ganz auf Wunsch verlaufen“: Herzogsdorf-Neußerling arbeitet ein schwieriges Jahr auf

SU Herzogsdorf/N.

Platz neun statt Anschluss nach oben: Die SU Herzogsdorf-Neußerling hat in der 2. Klasse Nord-West eine Spielzeit hinter sich, die der sportliche Leiter Stefan Zauner als „durchwachsen“ einstuft. Nach einem ambitionierten Start landete die Mannschaft mit 29 Punkten im unteren Mittelfeld, geprägt von schweren Verletzungen und einem Abgang im Winter. Vor der neuen Saison dreht sich damit vieles weniger um große Ansagen als um die Frage, ob der Kader diesmal stabiler durch die Saison kommt.

Ball auf Rasen im Tor im Hintergrund

Bild von Michal Jarmoluk auf Pixabay

Zwischen Anspruch und Tabellenrealität

Die Ausgangslage vor der vergangenen Saison war in Herzogsdorf-Neußerling durchaus selbstbewusst. „Wir sind eigentlich relativ ambitioniert in die Saison gestartet“, sagt Zauner. Gerade deshalb fällt die Bilanz nüchtern aus. Der sportliche Leiter spricht von einer Saison, „die nicht ganz auf Wunsch verlaufen ist“. Am Ende stand Rang neun, punktgleich mit St. Martin/M. 1b, knapp vor Kleinzell und nur einen Zähler hinter Eidenberg/Geng. Es war also keine Saison des Absturzes, aber eben auch keine, in der sich die eigenen Vorstellungen erfüllt hätten. Ganz ohne positive Phasen blieb das Frühjahr dennoch nicht. Aus den letzten fünf Partien holte die Mannschaft zwei Siege, dazu kamen Remis gegen Kollerschlag und St. Veit/M. Der 3:1-Erfolg zum Abschluss gegen Kleinzell sorgte zumindest für einen versöhnlichen Schlusspunkt. An der Gesamtbilanz änderte das aber nichts: zu wechselhaft, zu oft von Rückschlägen begleitet, um im vorderen Bereich ernsthaft eine Rolle zu spielen.

Die Personalfrage als roter Faden

Wenn Zauner die Ursachen anspricht, kommt er rasch zum Kern des Problems. „Die wichtigsten Gründe dafür waren die Personalthemen halt. Personeller Natur“, sagt er. Damit war die Richtung klar: Nicht einzelne Spiele oder kurze Formschwankungen standen für ihn im Vordergrund, sondern die personelle Belastung über einen längeren Zeitraum. Besonders schwer wogen zwei Kreuzbandrisse. Mit Daniel Pröll und Sebastian Schierz fielen gleich zwei Spieler mit gravierenden Verletzungen aus. Dazu kam im Winter noch der Abgang von Christoph Mahringer. Für eine Mannschaft, die mit Ambitionen gestartet war, waren das Einschnitte, die sich über Monate bemerkbar machten. Wer in einer ausgeglichenen Liga mehrere solcher Ausfälle verkraften muss, verliert schnell an Breite und Stabilität – und oft auch an Möglichkeiten, auf Schwankungen im Saisonverlauf zu reagieren.

Vor dem Neustart steht vor allem eines im Mittelpunkt

Gerade deshalb ist die Lage des Vereins derzeit ziemlich klar. Herzogsdorf-Neußerling muss nicht lange nach den Ursachen suchen, sondern vor allem die Voraussetzungen verbessern, unter denen die Mannschaft arbeiten kann. Die Analyse des sportlichen Leiters ist eindeutig genug: Das Jahr ist aus Sicht des Vereins nicht an fehlender Ambition gescheitert, sondern daran, dass der Kader die Rückschläge personell nicht auffangen konnte. Konkrete Tabellenansagen für die kommende Saison standen im Gespräch noch nicht im Vordergrund. Nach dem Verlauf der vergangenen Monate ist das nachvollziehbar. Zunächst geht es darum, wieder eine ruhigere Basis zu schaffen. Die Fans dürfen sich daher weniger auf markige Parolen einstellen als auf einen Verein, der sehr genau weiß, wo die vergangene Saison aus dem Tritt geraten ist. „Das ist dann anders gekommen, als wir es uns vorgestellt haben“, sagt Zauner. In Herzogsdorf-Neußerling ist diese Erkenntnis der Ausgangspunkt für alles, was nun folgt.