In der Bezirksliga Süd lieferte sich Union HOVA Adlwang mit SV Eberschwang ein wildes 3:4, in dem die Gäste mit gnadenloser Effizienz den Ton angaben. Zur Pause lag Adlwang 1:3 hinten, kämpfte sich nach dem Seitenwechsel mehrmals heran und hatte laut Sektionsleiter Mario Schoißwohl am Ende „den Ausgleich am Fuß“. Besonders hängengeblieben ist bei ihm ein umstrittener Freistoß vor dem 2:4 – dennoch überwog seine nüchterne Analyse: „Wir haben die erste Halbzeit verschlafen.“

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Der Start hätte für Adlwang kaum bitterer laufen können: Nach nur sechs Minuten stellte Ladislav Janda auf 0:1. Der frühe Dämpfer saß, Eberschwang legte in Minute 27 durch Roland Moser zum 0:2 nach. Adlwang schüttelte sich kurz und hatte mit einer prompten Antwort wieder Anschluss: Onur Memis traf in der 29. Minute zum 1:2. Die erhoffte Ruhe brachte das aber nicht, denn Janda schnürte noch vor der Pause seinen Doppelpack (37.) – 1:3 zur Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel verkürzte Ivan Dramac in der 66. Minute auf 2:3 und blies zur Aufholjagd. Doch die Gäste konterten umgehend: Elias Riegler stellte nur zwei Minuten später auf 2:4. Adlwang gab nicht auf, Memis machte in Minute 81 das 3:4 – und in der Schlussphase, so Schoißwohl, „hatten wir den Ausgleich am Fuß“. Am Ende blieb es dennoch bei der knappen Heimniederlage.
Nach Abpfiff blieb Mario Schoißwohl klar in seiner Einordnung. „Wir haben die erste Halbzeit leider verschlafen“, sagte der Adlwanger Sektionsleiter offen. Was den Unterschied aus seiner Sicht ausmachte, brachte er in wenigen Sätzen auf den Punkt: „Die Eberschwanger waren sehr effektiv. Sie sind gefühlt fünfmal vors Tor gekommen und viermal war er drinnen.“ Besonders schmerzte Adlwang, dass die Gäste auf jede Adlwanger Hoffnung sofort reagierten: „Sie hatten immer zur richtigen Zeit die richtige Antwort. Sie führten 2:0, wir machten das 1:2, sie gleich 1:3. Wir machten das 2:3, sie 2:4, wir 3:4 – und am Schluss hatten wir den Ausgleich am Fuß.“ Gerade diese Abfolge passte zum Spieltag: Adlwang arbeitete sich mehrmals heran, Eberschwang antwortete im entscheidenden Moment eiskalt – und nahm genau deshalb alle drei Punkte mit.
Die Szene, die in Adlwang wohl noch nachhallen wird, führte zum 2:4. Mario Schoißwohl schilderte sie so: „Das Tor zum 2:4, als wir klar Oberwasser gehabt haben, war der Freistoß von Eberschwang – herrlich von der Nummer zehn –, aber es war leider kein Freistoß. Der hat uns dann das Genick gebrochen.“ Im Spielbericht ist der Treffer in der 68. Minute Elias Riegler gutgeschrieben; der Ball lag jedenfalls – so der Adlwanger Blick – nach einem strittigen Pfiff. Grundsätzliche Kritik am Unparteiischen wollte Schoißwohl aber nicht aufmachen: „Der Schiedsrichter war im Großen und Ganzen gut“, betonte er. Dass gerade eine einzelne Entscheidung so schwer wiegt, hängt auch damit zusammen, wie knapp die Partie in der Schlussphase wieder wurde: Nach Memis’ 3:4 war alles möglich, der Ausgleich lag, wie geschildert, noch in der Luft.
Im größeren Bild ordnete Schoißwohl die Niederlage nüchtern ein. „Wahrscheinlich die Tabellensituation und das Selbstvertrauen“ seien am Ende der Unterschied gewesen, erklärte er. Und er führte aus: „Wir stehen auf der Tabelle leider dort, wo Eberschwang letztes Jahr gestanden ist, und da ist es natürlich schwieriger, als wenn du im gesicherten Vorderfeld bist.“ Die Zahlen nach 19 Runden untermauern das: Eberschwang rangiert mit 32 Punkten auf Rang fünf, Adlwang hält bei 18 Zählern auf Platz zwölf. Trotz allem bleibt der Ton im Verein ruhig – daran ließ der Sektionsleiter keinen Zweifel. Man habe sich nach der Pause gewehrt, durch Ivan Dramac und den späten Doppelpacker Onur Memis wieder Leben ins Spiel gebracht und bis zur letzten Aktion an den Punkt geglaubt.