Emotionales Auswärtsspiel mit engem Ausgang in der Bezirksliga West: Gegen die heimstarken Eggelsberger setzte sich Gurten 1b in einer intensiven, fair geführten Partie knapp durch – und für Mario Krämer stand dabei vor allem die Geschlossenheit im Vordergrund. Der Trainer sprach von einer notwendigen „Top-Leistung“ in einem Duell, das „bis tief in die Nachspielzeit hinein“ Spannung bot und in dem er den Mut, die Kompaktheit und die Reife seiner jungen Mannschaft betonte.
Krämer und sein Team hatten sich vorgenommen, kompakt zu verteidigen und über Nadelstiche Kontrolle zu gewinnen: „Wir wollten einfach kompakt gegen den Ball agieren und auch schauen, dass wir immer wieder Nadelstiche setzen können.“ Der Matchplan griff früh: Nach einer Ecke stellte Aron Oravecz (5.) auf 1:0 – wichtig auch deshalb, weil Standards ein Schwerpunkt im Vorfeld waren. Eggelsberg blieb mit hoher Dynamik im Umschaltspiel gefährlich, suchte vertikale Lösungen und lange Bälle, doch Gurten kontrollierte weite Strecken des ersten Durchgangs und hatte, so Krämer, „ein Übergewicht im Mittelfeld“. Unmittelbar vor der Pause fiel der Ausgleich: Der Treffer von Kevin Samstag wurde in Minute 46 geführt und kam praktisch mit dem Pausenpfiff zum 1:1. Krämer blieb gelassen, weil sein Team „gut im Spiel drinnen“ war und er darin die Basis für einen mutigen zweiten Durchgang sah.
Direkt nach der Halbzeit zahlte sich das aggressive Anlaufen aus: Nach einem zu kurzen Rückpass spritzte Gurten dazwischen – gewertet wurde die Aktion als Eigentor von Matteo Haberl (46.) zum 2:1. Danach wurde es ein „offener Schlagabtausch“. Der Coach räumte ein: „Der Gegner war, find ich, zweite Halbzeit noch besser im Spiel wie erste Halbzeit“, phasenweise verlor Gurten etwas die Kompaktheit, ließ aber nur drei bis vier Halbchancen zu und verteidigte diszipliniert. Weil klar war, dass ein weiterer Treffer den Druck lösen würde, suchte Gurten konsequent das dritte Tor – und bekam es durch eine Einzelleistung: Jonah Fröhlich (79.) zog von rechts nach innen und schloss mit links ins lange Eck zum 3:1 ab. In der Schlussphase war Eggelsberg weiter unermüdlich, Fabian Rupp (88.) verkürzte auf 3:2, und so entwickelte sich genau jene heiße Endphase, die Krämer angekündigt hatte – eine, in der sein Team „bis tief in die Nachspielzeit hinein“ das Resultat verteidigen musste.
Die Wertschätzung für den Gegner zog sich durch Krämers Analyse. Eggelsberg beeindruckte ihn als „unglaublich junge Mannschaft“, deren Entwicklung er dem Trainerteam zuschrieb: „Sie agieren 90 Minuten mit Tempo. Sie gehen nie runter, sind immer lästig, jetzt im positiven Sinne, stressen immer wieder den Gegner“ – und all das in einer Partie, die „kampfbetont, mit irrsinnig viel Energie drinnen, mit irrsinnig viel Dynamik drinnen“ war, dabei aber „in keinster Weise unfair“. In diesem Rahmen passte für Krämer vieles zusammen: Er sah ein Topspiel „Zweiter gegen Vierter“, sprach von „der besten Saisonleistung“, wollte aber keinen Einzelnen herausheben. Stattdessen unterstrich er die Breite seines Kaders: „Da haben wirklich alle, von der Startelf bis zu den Einwechselspielern, ihren Teil beigetragen“, und ergänzte mit Blick auf Ausfälle und ständige Umstellungen, dass bei Bedarf „halt einer, der vorher drei Wochen nicht gespielt hat, sofort wieder da“ sei. Sein Fazit: „Dort gewinnen, glaube ich, da hängen die Trauben sehr hoch für jeden Gegner.“ Abgerundet wurde der Abend von einer souveränen Schiedsrichterleistung: Der Unparteiische „hat über 90 Minuten die Partie im Griff gehabt“, leitete das emotionale Spiel ruhig und bekam, so Krämer, „auf beide Seiten eigentlich dann Lob“ – ein Detail, das den Ton dieses intensiven, zugleich sehr fairen Fußballabends treffend beschreibt.