Beim SV Pöttinger Grieskirchen geht man vor dem Neustart in der Landesliga West mit einer klaren Linie in die neue Saison. Co-Trainer Jürgen Offenzeller spricht offen darüber, dass das Tabellenbild in der vergangenen Saisonhälfte nicht den eigenen Erwartungen entsprach. Gleichzeitig hält der Klub am eingeschlagenen Weg fest. Junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs sollen weiter herangeführt werden, der Kader wurde punktuell verändert und trotz aller Geduld ist der Anspruch im Verein klar vorhanden: Am Ende möchte man sich wieder weiter vorne wiederfinden.

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Wer Offenzeller zuhört, merkt schnell, wo beim SV der Schwerpunkt liegt. „Gut funktioniert hat das Einbinden von jungen Eigenbauspielern“, sagt der Co-Trainer, und genau dieser Satz beschreibt den Weg des Vereins sehr gut. Während viele Mannschaften im Unterhaus sofort auf den Tabellenplatz schielen, stellt man in Grieskirchen zuerst die Entwicklung in den Mittelpunkt. Dass das keine leere Floskel ist, zeigt auch der Blick auf zwei Namen, die Offenzeller ausdrücklich hervorhebt. Mit Xaver Falzberger und Maximilian Daxl haben zwei Eigengewächse den Sprung aus der hervorragend funktionierenden Spielgemeinschaft des Nachwuchses mit dem SV Schlüßlberg in die Landesligamannschaft geschafft. „Das waren unsere zwei Eigengewächse, die den Sprung in die Landesligamannschaft erfolgreich geschafft haben“, betont Offenzeller. Für einen Verein wie Grieskirchen ist das mehr als nur ein netter Nebenaspekt, sondern ein wichtiges Fundament für die kommenden Monate.
Im Kader hat sich im Sommer dennoch etwas getan. Verlassen haben den Verein mit Sertan Cam ein linker Mittelfeldspieler und mit Laszlo Safar ein Innenverteidiger. Gerade bei Safar ist die Situation klar umrissen, weil er nach seinem halbjährigen Engagement seine Karriere vorerst auf Eis legt. Zudem steht Mario Willinger aufgrund eines Auslandssemesters im Herbst nicht zur Verfügung. Auf der anderen Seite hat der SV Grieskirchen vier Neuzugänge dazugeholt. Offenzeller nennt David Mayr aus Thalheim, Lukas Schindler von Wallern, Makszim Perevuznik von Waizenkirchen und Milan Angyan aus Ungarn. Zudem schaffte Alexander Burgholzer den Sprung von der 1b-Mannschaft in den Kampfmannschaftskader. Große Umwälzungen im Umfeld gibt es dagegen nicht. Im Trainerstab und auch auf Funktionärsebene bleibt alles unverändert. Dazu kommt, dass aus dem aktuellen Kader laut Offenzeller nur Timo Weinberger als Langzeitverletzter fehlt. „Aus dem aktuellen Kader gibt es nur Weinberger, der sich das Kreuzband gerissen hat. Sonst sind aktuell alle fit“, sagt er. Das ist für die Vorbereitung ein wichtiger Punkt, weil dadurch viele Abläufe früh mit einem nahezu kompletten Kader einstudiert werden können.
Ganz ohne Blick auf das Ergebnis der vergangenen Monate geht es natürlich auch in Grieskirchen nicht. Offenzeller formuliert das nüchtern und ohne Ausflüchte. „Was nicht so gut funktioniert hat, war das Endergebnis in der Tabelle“, sagt er. Genau darin steckt auch die Spannung, die diese Mannschaft begleiten wird. Einerseits will man junge Spieler entwickeln und ihnen Zeit geben, andererseits ist im Verein sehr wohl das Ziel da, nicht irgendwo im Mittelfeld mitzuschwimmen. „Auch heuer steht die Entwicklung der Mannschaft im Vordergrund und nicht der Tabellenplatz an sich, wobei wir uns schon erhoffen, dass wir am Ende der Saison in den vorderen Tabellenregionen zu finden sind“, so Offenzeller. Dass die Liga dabei alles andere als leicht zu lesen ist, spricht er ebenfalls an. „In dieser Liga kann jeder jeden schlagen.“ Dieser Satz passt auch zum Blick auf die letzten fünf Saisonspiele, in denen Grieskirchen zwei Siege, zwei Remis und eine Niederlage holte. Dem 2:1 gegen Schwanenstadt folgte ein 0:2 gegen Schalchen, danach ein 1:1 gegen Sattledt, ein 3:1 gegen Kammer und zum Abschluss ein 1:1 gegen Esternberg/St. Roman.
Unterm Strich geht der SV Grieskirchen mit einer recht klaren Mischung in die neue Spielzeit. Der Verein verändert nicht alles, sondern bleibt seinem Weg treu. Junge Spieler sollen weiter Verantwortung übernehmen, die vier Neuzugänge sollen den Konkurrenzkampf beleben und mit fast voller personeller Besetzung kann die Arbeit auf dem Platz sauber aufgebaut werden. Dass man sich dabei nicht allein über eine Platzierung definieren will, ist bei Offenzeller deutlich herauszuhören. Genauso klar ist aber auch, dass man sich mit einem grauen Tabellenbild nicht zufriedengeben möchte. Der Anspruch, in den vorderen Regionen mitzuspielen, ist da. Sportlich wartet also ein Herbst, in dem in Grieskirchen einiges zusammenkommt.