Nach der 0:2-Niederlage der Vorwoche gegen den Spitzenreiter der LT1 OÖ-Liga SK Vorwärts Steyr war der SV Haidlmair Grün-Weiß Micheldorf wieder ans absolute Tabellenende abgerutscht. Gestern empfing man auf heimischem Rasen den aktuell so formstark agierenden SV sedda Bad Schallerbach – und zeigte dabei eine richtig starke Leistung. Fast hätte es für einen Dreier gegen den Tabellendritten gereicht. Nach einem ganz späten Gegentreffer musste man sich aber mit einem Remis begnügen, das den Ligadino näher an den Vorletzten aus Gschwandt heranrücken lässt. Man ist nun punktgleich mit dem amtierenden Meister der Landesliga West.
Auf einem schwierigen Untergrund erwischte der SV sedda Bad Schallerbach gegen einen Kontrahenten, bei dem gleich drei Akteure aufgrund von Sperren fehlten, den eindeutig besseren Start. Bereits in der 2. Minute verzeichnete man nach einem Stadlbauer-Corner eine Doppelchance durch die Stürmer Alexander Fröschl und Michael Schröttner, für die frühe Führung reichte es aber nicht. Danach entwickelte sich ein größtenteils ausgeglichenes Match, in welchem sich die Micheldorfer durchaus mutig präsentierten. Gegen die zuletzt so stabil agierende Defensive des SV sedda Bad Schallerbach kreierte man prompt nennenswerte Chancen, Trojan Maloku und Michael Kaltenbrunner konnten aber kein Kapital daraus schlagen. Ab Minute 25 drückte der Gast wieder aufs Gaspedal und verzeichnete mehr Ballbesitz, an einem sehr gut organisierten Abwehrverbund der Kremstaler biss man sich jedoch lange die Zähne aus. Unmittelbar vor dem Gang in die Kabinen klopfte der Favorit dann noch einmal so richtig an, Fröschl scheiterte per Kopf aber an Micheldorfs Keeper Moritz Prenninger.
Die Micheldorfer kamen besser aus der Kabine, machten sofort Druck und erspielten sich mehrere gute Gelegenheiten. Die beste hatte zweifelsohne Winterneuzugang Alfred Appiah, der in Minute 56 aus kurzer Distanz scheiterte. In der 68. Minute präsentierte sich der SV sedda Bad Schallerbach im Defensivverbund nicht konsequent genug, sodass der Tabellenletzte Mittelfeldmann Daniel Sehr in Szene setzen konnte, welcher für die so wichtige und absolut nicht unverdiente Führung sorgte. Danach zeigte der Gast aber Moral und setzte zu einer Schlussoffensive an, die auch belohnt wurde: Nach einer Stadlbauer-Flanke sprang einem Micheldorf-Akteur der Ball im eigenen Strafraum an den Oberarm, sodass der Unparteiische auf Strafstoß entschied. Diesen versenkte Schröttner in der 4. Minute der Nachspielzeit zum 1:1-Endstand.
Qerim Idrizaj (Trainer SV Grün-Weiß Micheldorf):
„Das ist extrem bitter, wenn du in der letzten Sekunde das 1:1 bekommst. Der Elfmeter war fragwürdig. Es war ein angelegter Oberarm. In der ersten Hälfte war eine ähnliche Situation auf der anderen Seite. Da gab es keinen Pfiff. Es fühlt sich nach zwei verlorenen Punkten an. Das ist aber jetzt so. Wir müssen die Lehren daraus ziehen: Wir müssen das zweite Tor machen.“
Erich Renner (Trainer SV sedda Bad Schallerbach):
„Wir waren durch die starken Auftritte der Micheldorfer in der Rückrunde gewarnt. In der Anfangsphase verabsäumten wir es, in Führung zu gehen. Micheldorf kam dann immer besser ins Spiel. Sie haben es dann sehr gut gemacht. Der Handelfer resultierte aus unserem Willen, doch nicht als Verlierer vom Platz gehen zu müssen. Kompliment an die gegnerische Mannschaft! Sie haben uns an den Rand einer Niederlage gebracht. Für dieses Warnzeichen bin ich dankbar – Zufriedenheit bringt dich nicht weiter.“
Die Besten: Moritz Prenninger (TW, SV Grün-Weiß Micheldorf), Daniel Sehr (LMF, SV Grün-Weiß Micheldorf), Valentin Frank (IV, SV sedda Bad Schallerbach)