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„Wir haben den Drive vom Herbst nicht mitgenommen“ – warum die SPG Ostermiething/Tarsdorf auf Verjüngung setzt

SPG Osterm./Tarsd.

Bei LT1 OÖ-Liga-Klub SPG Ostermiething/Tarsdorf ist nach dem siebten Platz mit 46 Punkten einiges in Bewegung. Sportlicher Leiter Richard Rusch blickt offen auf ein Frühjahr zurück, in dem der Schwung aus dem Herbst verloren ging, ein Trainerwechsel nötig wurde und der Umbruch schon vor Saisonende begann. Gleichzeitig richtet sich der Blick klar nach vorne: Die neue Spielgemeinschaft, junge Spieler und erfolgreiche Juniors sollen der nächsten Saison eine neue Richtung geben.

Torwart in Neongelb spielt den Ball

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Frühjahr brachte den Bruch

Richard Rusch spricht rückblickend von einer Saisonhälfte, die deutlich mühsamer verlief als erhofft. „Die Vorbereitung war im Winter wie immer gut organisiert, aber wir haben den Drive vom Herbst leider nicht ins Frühjahr mitnehmen können“, sagt der sportliche Leiter. Genau das sei für die SPG Ostermiething/Tarsdorf zum Problem geworden, weil die ersten Partien nach der Winterpause nicht nach Wunsch verliefen. Das habe den Druck erhöht und den Verein zu Entscheidungen gezwungen, die intern nicht leicht gefallen seien. Dass die Mannschaft am Ende mit 46 Punkten auf Rang sieben landete und in den letzten fünf Partien noch zehn Zähler holte, ändert für Rusch nichts daran, dass der Bruch zu Beginn des Frühjahrs den weiteren Verlauf geprägt hat. Aus seiner Sicht lag dort der Knackpunkt einer Halbserie, die nicht an den Herbst anschließen konnte.

Trainerwechsel und junge Gesichter

Die Reaktion des Vereins war ein Eingriff im Trainerteam. „Das alte Trainertrio hat eigentlich sehr gut gearbeitet und wir waren immer top zufrieden. Aber wenn die Erfolge ausbleiben, muss man irgendwo auch Akzente setzen“, erklärt Rusch. Mit Petar Dimitrov und Michael Kostner wurde der Weg neu ausgerichtet, parallel begann schon während der Frühjahrssaison die angekündigte Verjüngung. Zwei junge Spieler aus der Region, zuletzt in Eugendorf, kamen dazu, ebenso Basti Kostner vom SV Wacker Burghausen und Angelo Dimitrov, der aus Gilgenberg zurückkehrte. Dazu rückte Wolfgang Schober ins Torwarttrainerteam, während Sebastian Kamm und Oliver Häusler aus den eigenen Reihen in den Kader aufgenommen wurden. Rusch sieht darin keinen schnellen Effekt, sondern einen bewussten Umbau: „Wir möchten die Mannschaft verjüngen und Schritt für Schritt verändern.“

Neues Projekt mit Tarsdorf im Mittelpunkt

Über allem steht für den sportlichen Leiter aber der Blick nach vorne. Rusch betont, dass das Trainerteam bleibt, es aktuell keine verletzten oder angeschlagenen Spieler gibt und der Verein auch organisatorisch ruhig arbeiten kann. Besonders groß ist die Vorfreude auf die neue Spielgemeinschaft. „Wir starten ab dieser Saison mit der SPG Ostermiething/Tarsdorf, und auf dieses neue Projekt freuen wir uns alle“, sagt er. Rückenwind liefert dabei auch der Nachwuchs: Die Juniors holten in der 2. Klasse Südwest den Meistertitel und schafften den Sprung in die 1. Klasse. Rusch nennt das ausdrücklich einen wichtigen Baustein, weil junge Spieler damit näher an die Kampfmannschaft herangeführt werden können. „Ich glaube, das ist die Zukunft“, sagt er und beschreibt das gemeinsame Ziel mit dem Nachbarverein klar: zusammenwachsen, junge Spieler entwickeln und wieder möglichst früh die nötigen Punkte sammeln.

Blick auf die Liga und auf die eigene Gruppe

Als stärkste Mannschaft der vergangenen Monate nennt Rusch klar Bad Leonfelden. „Die haben am Ende der Frühjahrssaison eine Top-Performance geliefert und sind, glaube ich, zu Recht als Meister in die Regionalliga aufgestiegen“, sagt er. Auch SK Vorwärts Steyr und Bad Schallerbach habe man erwartungsgemäß ganz vorne gesehen. Im eigenen Kader will Rusch dagegen bewusst niemanden herausheben. Für ihn war es vielmehr „eine kompakte, gute Mannschaftsleistung“, verbunden mit dem Hinweis, dass man jeden Spieler schätze, der dem Verein über Jahre treu bleibe. Dass die Sportunion zuletzt noch das 75-jährige Jubiläum feiern konnte, passt in dieses Bild eines Klubs, der den Umbruch nicht als Bruch mit der Vergangenheit versteht, sondern als nächsten gemeinsamen Schritt.