Auf einen heiklen Herbst folgte bei der LT1 OÖ-Liga-Mannschaft der Union Raiffeisen Mondsee ein bemerkenswerter Aufschwung. Im Gespräch mit Ligaportal erklärt Sportchef Johann Loibichler, wie aus Platz 14 zur Winterpause noch ein starkes Saisonende wurde, warum nun ein neues Trainerteam um Robert Pessentheiner übernimmt und weshalb Mondsee mit vier Neuzugängen und einer klaren Zielsetzung in die Saison 2026/27 geht.

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In Mondsee wird die abgelaufene Saison vor allem in zwei Hälften betrachtet. Im Herbst steckte die Mannschaft tief unten drin, zur Winterpause stand nur Rang 14 zu Buche. Loibichler verweist dabei vor allem auf die personellen Probleme: „Nach unserem sehr durchwachsenen Herbst, als wir als 14. in die Winterpause gegangen sind, waren wir mit der Rückrunde sehr zufrieden. Im Frühjahr waren wir das beste Team.“ Gerade dieser Kontrast prägt nun auch den Blick auf die neue Spielzeit.
Der Aufschwung war zum Saisonende auch in den Ergebnissen klar erkennbar. Aus den letzten fünf Spielen holte Mondsee vier Siege und ein Remis, gewann etwa mit 4:1 bei Vorwärts Steyr und schloss die Saison mit einem 4:2-Sieg gegen Perg ab. Für den sportlichen Leiter ist genau dieses Gesicht der Mannschaft der Maßstab für das, was jetzt folgen soll: „Wir wollen das positive Frühjahr oder diesen Spirit bestmöglich in die neue Saison mitnehmen.“
Verändert hat sich in Mondsee vor allem die sportliche Führung. Mit Robert Pessentheiner übernimmt ein neuer Cheftrainer, dazu wurde der Kader gezielt angepasst. Den Verein verlassen haben Marco Hödl, Maximilian Grössinger, Christopher Bachleitner, Matteo Schubert und Julian Fasching. Neu dazu kommen Pascal Hofstätter, Ermin Durgutovic, Daniel Gremsl und Michael Kaltenbrunner. Laut Loibichler wurde bei der Auswahl nicht nur auf sportliche Qualität geachtet, sondern auch darauf, Spieler zu holen, die zur Ausrichtung des Teams passen.
Die Mondseer wollen als kompakte, intensive Mannschaft auftreten. Loibichler formuliert die Idee dahinter so: „Wir wollen als geschlossene Einheit auftreten, mit viel Energie, einem starken Teamgeist und einer klaren Spielidee.“ Dazu kommt die Hoffnung auf einen Rückkehrer: Simon Nußbaumer soll nach seiner Verletzung möglichst rechtzeitig fit werden und im Idealfall schon ab der ersten Meisterschaftsrunde wieder zur Verfügung stehen. Gerade nach den Problemen des Vorjahres ist das ein Punkt, den man in Mondsee genau im Auge behält.
Sportlich gibt sich der Verein trotz aller Vorsicht durchaus ambitioniert. Die Entwicklung steht zwar im Mittelpunkt, ganz ohne Tabellenansage bleibt die Union aber nicht. „Wenn wir das schaffen und auch verletzungsfrei bleiben, ist ein Top-Fünf-Platz realistisch“, sagt Loibichler. Entscheidend wird für ihn sein, dass die Mannschaft ihre Inhalte konstant auf den Platz bringt: „Wenn wir unsere Inhalte Woche für Woche konsequent auf den Platz bringen, haben wir in jedem Spiel die Möglichkeit, erfolgreich zu sein.“
Der Anspruch endet allerdings nicht bei der Kampfmannschaft. Im Verein wird auch an Themen abseits des Rasens gearbeitet: Ehrenamt, Nachwuchs, neue Angebote für Fans und Familien, internationale Testspiele und ein lebendigeres Vereinsleben sollen stärker in den Vordergrund rücken. Präsidiumsmitglied Christoph Mamoser bringt diese Linie auf den Punkt: „Ein Verein lebt von den Menschen, die ihn tragen.“ Die Union Mondsee will daher nicht nur Spiele gewinnen, sondern die Bindung in der Region vertiefen und mehr Menschen in das Vereinsleben einbinden.
Nach einer Saison, die zwischen Abstiegssorgen und Frühjahrsrausch pendelte, startet Mondsee damit nicht bei null. Der starke zweite Teil des Vorjahres, der Trainerwechsel und die gezielten Änderungen im Kader geben dem Verein eine gute Grundlage. Am Mondsee weiß man, wie rasch eine Saison kippen kann. Diesmal soll der positive Lauf nicht erst im Frühjahr beginnen.