Regionalliga Ost

Wiener Sport-Club besteht ersten Härtetest – Gloggnitz trotz 1:4 stolz

Das 4:1 des Wiener Sport-Clubs gegen Meister SV Gloggnitz liest sich auf den ersten Blick wie eine klare Angelegenheit (zum Spielbericht). Wer das Spitzenspiel der dritten Runde allerdings gesehen hat, weiß, dass das Ergebnis nur bedingt widerspiegelt, wie anspruchsvoll der Abend für die Hernalser tatsächlich war. Gloggnitz stellte den WSC vor allem vor dem Ausschluss von Torhüter Christopher Stadler vor erhebliche Probleme und zeigte, warum die Mannschaft in der vergangenen Saison den Meistertitel holte. Für den Sport-Club war es gerade deshalb ein wichtiger Gradmesser – und nach drei Siegen aus drei Spielen darf der perfekte Saisonstart durchaus als erstes Ausrufezeichen gewertet werden.

Wiener Sport Club Jubel

Als einziges Team ohne Punktverlust, gibt es beim Wiener Sport-Club gerade jede Menge zu jubeln

Gloggnitz zunächst meisterlich

Für WSC-Trainer Daniel Seper unterschied sich die Aufgabe deutlich von den ersten beiden Saisonspielen gegen den FavAC und Mattersburg. Gloggnitz brachte von Beginn an jene Wucht, Power und körperliche Präsenz auf den Platz, die den Meister auszeichnet.

Obwohl die Wiener mehr Ballbesitz hatten, waren es zunächst die Gäste, die daraus die gefährlicheren Situationen entwickelten. WSC-Torhüter Florian Haas musste mehrfach eingreifen und verhinderte, dass die Hernalser bereits früher in größere Schwierigkeiten gerieten. „Gloggnitz hat gerade zu Beginn seine enorme Wucht und körperliche Präsenz auf den Platz gebracht. Da haben wir uns teilweise schwergetan, dagegenzuhalten“, gestand Seper anschließend ein. Mehrfach habe man sich in dieser Phase auch auf Haas verlassen können.

Auch Gloggnitz-Trainer Edi Stössl sah gerade in dieser Phase einen Auftritt, der ihn trotz des späteren Resultats positiv stimmte. Seine Mannschaft erwischte einen starken Beginn und hatte bereits früh Möglichkeiten, ehe Josef Pross die Gäste in Führung brachte. Dass Stössl nach dem Schlusspfiff trotz eines 1:4 von einer „richtig guten Partie“ seiner Mannschaft sprach, ist deshalb nachvollziehbar. Bis zum Ausschluss begegnete der Titelverteidiger dem Sport-Club nicht nur auf Augenhöhe, sondern stellte die Gastgeber phasenweise vor erhebliche Probleme.

Verletzungen und Ausschluss verändern Spitzenspiel

Gleich mehrere Rückschläge innerhalb kurzer Zeit veränderten die Voraussetzungen für den Meister jedoch grundlegend. Deni Alar und Philipp Kraft mussten bereits früh verletzt ausgewechselt werden. Mit der Roten Karte für Stadler kam noch vor der Pause der nächste personelle Rückschlag hinzu. Für Stössl bedeutete der Ausschluss nicht nur die Unterzahl, sondern zwang ihn gleichzeitig bereits zum dritten Wechsel. Gegen einen Gegner von der Qualität des Sport-Clubs wurde die Aufgabe damit erheblich schwieriger.

Die Hernalser nutzten die neue Ausgangslage. Noch vor der Pause gelang der Ausgleich, danach spielte der WSC seine numerische Überlegenheit immer konsequenter aus. Gloggnitz musste enorm viel Laufarbeit verrichten und konnte jene Intensität, mit der man den Gastgebern zuvor Probleme bereitet hatte, zwangsläufig nicht mehr aufrechterhalten.

„Nach der Pause war es natürlich ganz schwer gegen den Sport-Club. Sie haben uns mega viel laufen lassen“, erklärte Stössl. An seiner Bewertung der Leistung änderte das wenig: „Bis zum Ausschluss war das richtig gut von uns und deshalb bin ich auch stolz auf die Jungs.“

WSC mit wichtigen Erkenntnissen

Für den Sport-Club wiederum war gerade die schwierige Phase zu Beginn wertvoll. Nach dem 2:0 gegen den FavAC und dem 1:0 in Mattersburg war Gloggnitz der bislang deutlich anspruchsvollste Gegner.

Seper bezeichnete die Begegnung entsprechend als den „ersten richtigen Gradmesser“ der Saison. Dass seine Mannschaft auch diesen bestand, wertet der Trainer als weiteren Entwicklungsschritt. Drei Spiele, drei Siege und dazu ein Erfolg gegen den amtierenden Meister – die Bilanz ist makellos. Seper will daraus dennoch keine voreiligen Schlüsse ziehen. Auch beim deutlichen 4:1 habe es genügend Situationen gegeben, die intern noch aufgearbeitet werden müssen.

„Es gibt schon noch einige Dinge, die wir besprechen müssen. Wir wollen uns Step by Step verbessern“, betonte der WSC-Coach. Gleichzeitig darf nach dem perfekten Start auch Zufriedenheit herrschen. „Wir haben jetzt alle drei Aufgaben gemeistert – dann kann das nicht so schlecht sein.“

 

Foto: Wiener Sport-Club