In der Bezirksliga Süd haben die FC Hertha Wels Juniors die Saison mit 52 Punkten auf Rang zwei beendet. Für Sektionsleiter Adnan Begic überwiegt trotzdem der positive Eindruck, auch wenn der Titel nach zwei Niederlagen im Finish außer Reichweite geriet. „Drei Runden vor Schluss waren wir noch immer Tabellenführer“, sagt Begic und bringt damit genau auf den Punkt, wie knapp die Welser an einer ganz starken Spielzeit vorbeigeschrammt sind.

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Der Saisonendspurt zeigt sehr gut, warum der Rückblick bei den Welsern einerseits positiv ausfällt und andererseits doch ein wenig weh tut. Nach dem 3:1 bei der SPG ATSV Zipf/UVB und dem 4:2 gegen Allhaming/Weißkirchen 1b war FC Hertha Wels Juniors weiter ganz vorne dabei. Danach kamen aber die beiden 1:2-Niederlagen gegen die SPG Windischgarsten/Spital und Union Schlierbach, die im Titelrennen schwer ins Gewicht fielen. Dass zum Abschluss noch ein klares 3:0 bei Union Mondsee Juniors gelang, änderte an der Endabrechnung nichts mehr. Begic will die Saison aber nicht auf diese zwei Partien verkürzen. „Wir haben eigentlich eine sehr gute Saison gespielt“, sagt er. Gerade weil die Mannschaft so lange an der Spitze war, lässt sich aus seiner Aussage gut herauslesen, wie eng Erfolg und Enttäuschung am Ende beieinanderlagen.
Im Kader hält sich die Bewegung vorerst in Grenzen. Mit Ege Özdemir hat bislang ein Spieler den Verein verlassen, viel mehr Abgänge gibt es nach aktuellem Stand nicht. Dazu kommt, dass FC Hertha Wels Juniors den Weg mit jungen Spielern weitergehen will. „Wir haben eigentlich zwei junge Spieler geholt. Es kommen die Spieler von unserer U18 auch dazu“, erklärt Begic. Dass er nicht alle Namen sofort nennen wollte, passt ins Bild einer Mannschaft, die zwar punktuell ergänzt wird, ihren Kern aber beisammenhält. Auch im Trainerteam bleibt die Linie klar. Der Cheftrainer bleibt, dazu stößt ein neuer Co-Trainer dazu. Große Unruhe ist im Umfeld also nicht zu erkennen, vielmehr setzt der Verein auf Kontinuität und auf den nächsten Schritt mit den eigenen Jungen.
Wenn Begic über die starken Seiten seiner Mannschaft spricht, dann nennt er nicht lange eine ganze Reihe an Namen, sondern hebt bewusst zwei Spieler hervor. Zum einen ist das Kapitän Suvad Jahic, den er als echte Führungsfigur beschreibt. „Unser Kapitän ist immer wie ein richtiger Führungsspieler gewesen“, sagt der Sektionsleiter, und damit ist auch schon viel über die Hierarchie in dieser Mannschaft gesagt. Zum anderen erwähnt er Muhammed Yigit als den Torschützen, also jenen Spieler, der im vorderen Bereich immer wieder Akzente gesetzt hat. Gleichzeitig musste FC Hertha Wels Juniors in der vergangenen Zeit auch mit Ausfällen umgehen. „Arsalah und Oliver Anwar haben uns gefehlt. Die sind aber auf dem Weg der Besserung“, sagt Begic. Gerade im Rückblick auf die knappe Entscheidung an der Spitze bekommt auch dieser Punkt Gewicht, weil Ausfälle in einer langen Saison im Unterhaus oft mehr spürbar sind, als es eine Tabelle auf den ersten Blick zeigt.
Wer Begic zuhört, merkt schnell, dass in Wels weder Panik noch Selbstzufriedenheit herrscht. Das Verpassen des Meistertitels wird nicht schöngefärbt, aber auch nicht dramatisiert. Vielmehr spricht er über tägliche Arbeit und Entwicklung. „Es gibt immer wieder etwas zu verbessern. Wir arbeiten tagtäglich daran. Wir werden schauen, dass wir die Jungs noch weiterbringen, und wir werden schauen, was in der nächsten Saison möglich ist“, sagt er. Dieser Satz passt gut zu einem Verein, der zuletzt lange ganz oben mitgespielt hat und nun nicht alles umkrempeln will. Interessant ist auch, welches Spiel Begic besonders in Erinnerung geblieben ist. Ein Heimspiel der vergangenen Monate habe für ihn sogar „Oberliganiveau“ gehabt. Auch das zeigt, mit welchem Selbstverständnis FC Hertha Wels Juniors auf die abgelaufene Saison blickt: Die Basis stimmt, der Kader bleibt weitgehend zusammen, und nach Rang zwei soll der nächste Anlauf wieder ganz nach vorne führen.